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Mit dem Wohnwagen durch Westkanada – Teil 1: Vancouver Island

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Einmal die türkisen Seen, die riesigen Gletscher und Orcas sehen, das war ein Traum, den wir mit unserer Reise durch das westliche Kanada verwirklichen wollten. Nach viel Recherche haben wir uns dann dafür entschieden, die Rundreise nicht wie üblich mit einem Mietwagen, sondern mit einem Wohnwagen zu machen. Unsere Erfahrungen, wie ein Urlaub im Wohnwagen ein tolles Erlebnis wird, haben wir euch in diesem Artikel beschrieben. Wir beginnen hier mit dem ersten Teil unserer Reise: Vancouver Island.

Vancouver Island

Übernahme des Campers – Die Dimensionen waren gewöhnungsbedürftig

Wohnwagen kann man bei den bekanntesten Anbietern Canusa oder CanaDream buchen. Wir haben ein Paket über Berge & Meer gebucht, in dem bereits die Flüge, der Wohnwagen, einige zusätzliche Optionen für den Wohnwagen und eine Übernachtung im Hotel vor Übernahme des Wohnwagens beinhaltet waren. Auch hier haben wir lange überlegt, da wir eigentlich nicht die Fans von einem pauschalen Paket sind, doch den angebotenen Preis von Berge & Meer hätten wir nicht erreicht, wenn wir alles selbst gebucht hätten.

Kommt mit auf unsere Reise durch Westkanada in diesem kleinen Tagebuch:

Tag 1: Ankunft in Vancouver

In unserer Reisebeschreibung war festgelegt, dass wir nach der Ankunft in Vancouver erstmal eine Nacht im Airport-Hotel verbringen würden, bevor wir an Tag 2 unseren Camper übernehmen können. Sich eine Nacht lang zu erholen macht auch Sinn, manche Wohnwagenvermieter erlauben es auch nicht anders. Auch Vielflieger stecken einen 12-Stunden Flug nicht einfach so weg und die Dimensionen des Wohnwagens sind halt doch andere als die eines normalen Mietwagens.

Tag 2: Vancouver – Swartz Bay

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Am nächsten Morgen wurden wir dann von der Vermietstation am Hotel abgeholt und zu unserem mobilen Wohnsitz für die drei Wochen gebracht.

Noch ein Tipp um Wohnwagen-Neulingen ein bisschen die Angst zu nehmen: bei der Übernahme wird alles erklärt, was es beim Wohnmobil zu beachten gibt, wie die Küche funktioniert, wie das mit dem Abwasser geht usw. Je nachdem, wie wohl ihr euch damit fühlt, sowas auf Englisch erklärt zu bekommen, hat CanaDream viele Deutschsprachige Mitarbeiter, die euch hier weiterhelfen können.

Für uns Europäer sind die Dimensionen der amerikanischen Wohnwagen schon gewöhnungsbedürftig, schließlich war das Fahrzeug acht Meter lang. Doch die Straßen in Kanada sind ähnlich breit und selbst Parkplätze sind überdimensioniert, sodass man selbst mit diesem Monster noch genügend Platz hat (es gibt übrigens noch viel größere Camper in Kanada).

Vancouver Island

Fährüberfahrt nach Vancouver Island

Nachdem wir kurz Vorräte aufgefüllt hatten (und dabei vier Supermarktparkplätze blockierten), machten wir uns direkt auf zur Fähre nach Vancouver Island. Diese Fähren gehen recht häufig und haben auch viele Stellplätze für Camper. Deswegen muss man nicht unbedingt einen Platz vorreservieren. Das könnte auch schwierig werden, weil man vorher schlecht abschätzen kann, wie lange die Übernahme des Campers dauert.

Die Überfahrt über die Strait of Georgia ist schön entspannt und führt an verschiedenen kleinen Inselchen vorbei bevor man dann in Swartz Bay auf Vancouver Island anlegt.

Da wir uns erst an den Camper gewöhnen und nicht schon so lange fahren wollten, haben wir ziemlich nah am Fähranleger unseren ersten Campground gesucht. Im Endeffekt war das vielleicht sogar der schönste der ganzen Reise. Der McDonald Campground besteht aus einem riesigen Waldgrundstück und jeder Camper hat seine eigene kleine Lichtung, auf der man stehen kann. Von den Nachbarn hört und sieht man wegen des dichten Waldes praktisch nichts und man fühlt sich richtig in der Natur angekommen.

Übernachtung im McDonald Campground
Fahrtdistanz heute: 68 km + Fährüberfahrt

Tag 3: Swartz Bay – Qualicum Beach

Vancouver Island

Orcasafari in Sidney

Am nächsten Morgen wartete im Ort Sidney direkt ein großes Highlight auf uns: eine Expeditionsfahrt in der Strait of Georgia um Orcas zu sehen. Das Boot war ein kleines Zodiac-Schlauchboot, mit dem man fast auf einer Linie mit der Meeresoberfläche sitzt. Kanada hat strenge Regeln, was Whale Watching Touren zu den Orcas angeht. Um die Tiere nicht zu stören, dürfen die Boote nicht näher als 30m an die Tiere heranfahren. Das tut dem Erlebnis aber absolut keinen Abbruch, sondern ist im Gegenteil eine sinnvolle Maßnahme, um diese bedrohte Art zu schützen. In den Gewässern um Vancouver Island leben mehrere Orca-Familien, sogenannte Pods, die ihre festen Routen nach Futter abschwimmen. So hat man praktisch immer sehr gute Chancen, die Tiere zu sehen.

Am Nachmittag haben wir uns auf den Weg in Richtung Westküste von Vancouver Island gemacht. Die Entfernungen auf der Insel sind nicht zu unterschätzen und so haben wir für die Nacht einen Zwischenstopp auf halbem Weg im Zentrum der Insel eingelegt.

Übernachtung im Whiskey Creek Campground
Fahrtdistanz heute: 190 km

Tag 4: Qualicum Beach – Pacific Rim National Park

Heute erreichen wir die schroffe Westküste der Insel. Hier kann man viel erkunden, es gibt viele einsame Wälder und Strände, die bei Surfern sehr beliebt sind, solange einem die frostigen Temperaturen des nördlichen Pazifiks nichts ausmachen 🙂

Unterwegs zum Pacific Rim National Park kann man immer mal wieder für kleinere Spaziergänge oder Wanderungen halten. Wir wollten eine der vielen Fischleitern erkunden – künstlich stufenweise angelegte Flussarme, die die Lachse zum Laichen hinaufspringen können, wenn der eigentliche Flusslauf sehr anstrengend für die Tiere wäre. Allerdings waren wir noch zu früh für Fische.

Unser Campground für die nächsten zwei Nächte lag im südlichen Bereich des Nationalparks, direkt an einem der Surfer-Hotspots.

Für den Rest des Tages erkundeten wir die kleine Stadt Ucluelet und die Strände im Süden des Pacific Rim National Parks.

Übernachtung im Surf Junction Campground
Fahrtdistanz heute: 130 km

Tag 5: Pacific Rim National Park

Vancouver Island

Surfstrände im Pacific Rim Nationalpark

Der ganze Tag war dem Nationalpark gewidmet. Wir fahren nach Norden Richtung Tofino und machen Halt an vielen tollen Stränden. Unterwegs gibt es auch hier immer wieder die Möglichkeit für kleinere Wanderungen oder Spaziergänge am Strand entlang oder durch den Regenwald und man kann dabei einiges über die Geschichte und die Bräuche der ansässigen Ureinwohner erfahren.

Vancoucer Island

Ausblick von Tofino

Tofino selbst ist ein niedlicher Ort mit einigen interessanten Möglichkeiten für Touren und lokales Mittagessen. Es gibt hier eine interessante Mischung an Läden, irgendwas zwischen Touristen- und Aussteiger-Flair. Wir waren dann zum Essen im Sea Shanty am Pier in der 1st Street. Leider hat es inzwischen geschlossen, aber hoffentlich macht dort bald etwas Neues und genauso Gutes wieder auf. Von dort hat man nämlich einen tollen Ausblick auf die ganzen Starts und Landungen der Wasserflugzeuge. Die nutzen hier nicht nur Touristen für Rundflüge, sondern sie zählen auch zu den alltäglichen Verkehrsmitteln der Bevölkerung, die in abgelegenen Gegenden oder auf den kleineren Inseln wohnt. Es ist also immer was los am “Flughafen”.

 

Übernachtung im Surf Junction Campground
Fahrtdistanz heute: 66 km

Tag 6: Pacific Rim National Park – Whistler

Byebye, Vancouver Island. Hier war ein toller Start in unsere Tour, viel Natur und typisch kanadische Landschaft kann man hier entdecken.

Vancouver Island

„Ich und mein Holz“

Ein langer Tag steht uns jetzt bevor. Von der Westküste von Vancouver Island nehmen wir die Fähre von Nanaimo nach Vancouver und fahren direkt weiter über den Sea to Sky Highway nach Whistler. Whistler ist der vielleicht bekannteste Skiort Kanadas und erlangte noch mehr Berühmtheit durch die Olympischen Spiele 2010. Der Ort ist zwar eine willkommene Abwechslung zu der Abgeschiedenheit in Vancouver Island (und der, die da noch kommen wird), allerdings ist es auch ein sehr künstliches Fleckchen Erde. Viele Gebäude im Ort wollen den Stil eines Schweizer Skiortes imitieren, ein 7 Eleven in einer Alm sieht für uns Europäer da aber sehr komisch aus.

Übernachtung im Riverside Resort, Whistler
Fahrtdistanz heute: 334 km + Fährüberfahrt

 

Näheres zu Whistler und dem weiteren Weg zu den bekannten Nationalparks Banff und Jasper gibt es im zweiten Teil unseres kleinen Reisetagebuchs. Im dritten Teil wird es dann um kanadischen Wein (ja, den gibt es und er ist nicht schlecht 🙂 ) und die Städte Seattle und Vancouver gehen.

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