AustralienTipps & Tricks

Wie uns eine Reise an den Rande des Wahnsinns getrieben hat – nichts für ungut, Australien!

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Wenn man viel unterwegs ist dann muss zwangsweise früher oder später etwas schief gehen, sowas lässt sich gar nicht vermeiden. Unsere Reisen sind dabei auch gar keine Ausnahme, von verlorenem Gepäck haben wir euch ja schon in einem anderen Artikel erzählt. Aber eine Reise hat uns, was Hindernisse und Steine im Weg angeht, fast zur Verzweiflung gebracht. Inzwischen können wir gut darüber lachen. Wir möchten also mit einem Augenzwinkern davon erzählen, was auf Reisen passieren kann und dass man sich davon trotzdem nicht entmutigen lassen sollte. Es wird schon wieder, andere Leute haben es auch schon geschafft.

Wir hatten alles so schön geplant, Stefan war beruflich in Brisbane, Isabella sollte nachkommen und dann würden wir eine kleine Australienrundreise über Darwin, das Red Center und Sydney machen. Von der Reise und den einzelnen Stopps erzählen wir euch noch in anderen Artikeln genauer, hier gibt es jetzt ein kleines Drama in vier Akten 🙂

1.Akt: Flug verpasst

Stefan war also in Brisbane und Isabella sollte nachkommen. Das wäre prinzipiell ganz einfach: in München in den Flieger nach Frankfurt steigen, dort in den Flieger nach Singapur und danach noch ein kleiner Hopser nach Brisbane. Isabellas Vater wollte mich mit dem Auto zum Flughafen bringen und wir waren wie immer eigentlich viiiieeel zu früh dran. Aber genau an dem Tag waren alle Routen von Isabellas Eltern zum Flughafen komplett dicht. Isabellas Vater sagt, seitdem sieht er es sehr gelassen, wenn jemand wie ein Henker fährt, er muss vielleicht ganz dringend zum Flughafen 🙂

Irgendwann sind wir dann auf den öffentlichen Nahverkehr umgestiegen, aber es geht halt doch nicht in den berühmten 10 Minuten zum Flughafen, sodass wir ein paar Minuten nach Ende des Check-Ins am Schalter standen. Am Umbuchungsschalter konnte man mir zuerst auch nicht wirklich weiterhelfen. Da gerade Sommerferien waren, waren alle Flüge zu den großen Drehkreuzen nach Australien (Singapur, Dubai, etc.) für die nächsten drei Wochen ausgebucht. Sollte eine Reise nach Australien am Flug München-Frankfurt scheitern?

Stefan hat sich auf der anderen Seite der Welt schon ganz andere Sorgen gemacht, nachdem er meine SMS bekommen hatte, dass ich meinen Flug verpasst habe. Für drei Paare in unserem Bekanntenkreis war der Aufenthalt eines Partners in Down Under das Ende der Beziehung und Stefan dachte jetzt, meine Nachricht wäre nur eine Ausrede und der Anfang vom Ende. Soweit ist es zum Glück nicht gekommen 🙂

Mit dem ursprünglichen Flieger hätte ich in Frankfurt 1 ½ Stunden zum Umsteigen gehabt. Die einzige Möglichkeit, dass dieser Urlaub doch noch stattfindet, war also, den nächsten Flieger nach Frankfurt zu nehmen und es irgendwie schaffen innerhalb von 30 Minuten nach hoffentlich pünktlicher Landung den Singapur-Flug zu boarden. Wer weiß, wie groß der Frankfurter Flughafen ist, der weiß auch, wie knapp diese Zeit ist, wenn man vom Inlands- zum internationalen Teil des Flughafens und noch durch die Passkontrolle muss.

So schnell hätte ich früher mal bei den Bundesjugendspielen laufen sollen, dann wäre mehr rausgesprungen als nur die blöde Teilnehmer-Urkunde… Moral von der Geschichte ist: die Damen am Gate waren sehr erstaunt, dass ich schon da war, der Flug aus München sei ja grad erst gelandet (ach, tatsächlich?). Sie wurden vorgewarnt, dass ich sehr knapp dran sein könnte und stattdessen stand ich pünktlich zum Eco-Boarding am Schalter. Nur mein Sitznachbar tut mir leid, der musste mich voll verschwitzt für zwölf Stunden neben sich ertragen.

2.Akt: Flug dreht um und der Airline ist es wurscht

Unser erster Stopp nach Brisbane war Darwin, im Norden des Landes. Dafür hatten wir einen Flug sehr spät am Abend gebucht. Soweit so gut.  Es ging auch alles ganz normal, Check-In, Boarden, Abflug. Nach einer knappen Stunde Flug kommt eine Durchsage aus dem Cockpit, dass eine Tür oder Ladeklappe nicht richtig schließt und wir deswegen umdrehen und nach Brisbane zurückfliegen müssen.

Inzwischen war es fast Mitternacht und fast der gesamte Flughafen war zu. Dementsprechend war auch nur ein Airline-Schalter offen, vor dem jetzt alle 200 Passagiere standen und sich umbuchen lassen wollten. Bis wir an der Reihe waren, gab es die nächsten verfügbaren Plätze nach Darwin erst sieben Tage später. Bis dahin hätten wir in Sydney sein sollen. Ansonsten konnte uns die Airline nichts anbieten.


Wir hatten nur das Glück, dass wir wegen des späten Fluges unser Hotel noch für die Nacht gebucht hatten und wir dahin zurück konnten.  Stefan hat sich dann also um halb zwei Uhr morgens hinter den Laptop geklemmt und mit viel schlechtem Gewissen unserem Reisebudget gegenüber einen neuen Flug nach Darwin am selben Morgen um sechs gebucht. Eine sehr kurze und extrem teure Nacht, aber unsere Reise konnte weitergehen wie geplant. Wir hatten auch überlegt, ob wir einfach unsere Reiseroute umschmeißen, aber das wäre uns dann im Endeffekt noch teurer gekommen.

3.Akt: Mietwagenstation hat heute zu

Hinerdnisse

So hätte es sein sollen: Mit einem Geländewagen durchs Outback

Letztendlich in Darwin angekommen, standen wir vor der verschlossenen Mietwagenstation. Wir haben das Abholdatum doppelt und dreifach gecheckt und verschiedene Hotlines angerufen – Datum hat gestimmt und es ist niemand hingegangen. Irgendwann kam ein älteres Ehepaar, das sein Mietauto abgeben wollte. Auch die wussten von nichts. Die haben das Auto dann einfach an der Straße stehen lassen und den Schlüssel in den Briefkasten geworfen.

Beim x-ten Anruf ist an der Hotline dann doch jemand drangegangen und hat uns gesagt, dass in Darwin heute ein Feiertag ist und die Filiale deswegen zu. Und es würde auch niemand mehr kommen. Keine Ahnung, warum uns niemand vorher Bescheid sagen konnte, dass das an dem Datum mit einem Mietwagen nichts wird, die müssen das ja im System gehabt haben….

Aber auch hier hatten wir wieder Glück im Unglück. In der Nähe war eine andere Mietwagenstation und die hatte komischerweise auf. Die hatten auch noch einen Wagen verfügbar und weiter ging’s.

4.Akt: Mietwagen ist nicht – wie versprochen – geländegängig

Nächster Mietwagen – nächstes Problem. Wir wollten mit dem Mietwagen von Alice Springs zum King’s Canyon fahren – und zwar erst entlang der MacDonnell Ranges und dann über eine Dirtroad. Weil wir extra für diese Dirtroad einen Allradwagen bestellt hatten, sind wir auch die ganzen MacDonnell Ranges entlang gefahren und wollten eigentlich nur vorsichtshalber vor der Dirtroad nochmal nachtanken, so für alle Fälle. Sagt uns aber der Tankstellenbetreiber, dass er mit dem Auto nicht über die Dirtroad fahren würde, das Auto wäre nicht hoch genug. Was also tun?

Hindernisse

Er konnte die Offroad-Route offensichtlich nehmen

Da wir nicht irgendwo im Nirgendwo im australischen Outback wegen einer Autopanne stranden wollten, war die einzige Möglichkeit, einen gut 600km langen Umweg über die Highways zu fahren. Wir haben versucht, uns die Strecke erträglich zu machen, indem wir uns immer nur die Kilometer bis zur nächsten Abzweigung auf der Karte gesagt haben. Jetzt 25km bis zur nächsten Kreuzung, in 75km biegen wir rechts ab,… Keine Ahnung, ob es das besser oder schlechter gemacht hat.

Als wäre so eine Fahrt nach einigen Wanderungen in der Hitze nicht schon anstrengend genug, ist die Strecke extrem eintönig und es kommt noch die Gefahr von Kängurus hinzu. Wir haben auch nicht wenige Unfälle gesehen. Nach Sonnenuntergang sind die Autos normalerweise auch nicht mehr gegen Unfälle mit Kängurus versichert. Also, alles in allem kein angenehmer Nachmittag/Abend…

Im Hotel angekommen, haben wir uns dann erst recht mit einem Känguru-Burger belohnt. Puuuuhh… ab dann war alles gut.

Fazit:

Dieser Urlaub war um einiges teurer und nervenaufreibender als wir uns das vorher hätten ausdenken können. Trotzdem konnten wir jedes Problem irgendwie lösen und den Urlaub genießen. Dieses ganze Erlebnis macht einen nicht nur mutiger, was das Reisen angeht, immerhin hat man gelernt, dass man auch mit widrigen Umständen umgehen kann. Es hat uns auch persönlich weitergebracht. Entgegen Stefans ursprünglicher Befürchtungen, wächst man auch als Paar an solchen Stresssituationen, sie schweißen zusammen.

Trotz alledem war Australien ein wirklich toller Urlaub! In anderen Artikeln erzählen wir von den schönen Seiten. Und das heißt doch auch schon was: das Drama kann man in einem Artikel zusammenfassen, für die guten Seiten braucht es mehrere.

Lasst euch also von unserem Pech nicht entmutigen, wir finden die ganze Geschichte inzwischen ja auch nur noch witzig! Und wenn wir eine Lösung gefunden haben, schafft ihr das auch!

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