Tipps & Tricks

Verdammt, wo ist mein Koffer??

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Im Jahr 2017 haben die Fluggesellschaften weltweit gut 4 Milliarden Menschen von A nach B befördert (https://www.icao.int). Um dieser Masse an Passagieren Herr zu werden und den Passagieren bei Umsteigeverbindungen eine möglichst kurze Wartezeit zwischen den Flügen zu ermöglichen, werden viele Flugverbindungen zeitlich sehr eng geplant.

So eine Planung kann gerade bei Umsteigeverbindungen zu Problemen führen. Einerseits freut man sich zwar, dass man nicht in einem meistens langweiligen Flughafenterminal so viel Zeit totschlagen muss. Auf der anderen Seite kann es sehr schnell sehr stressig werden, wenn der Zubringerflug Verspätung hat – und zwar auf Passagier- und Gepäckabfertigungsseite. Während ihr also mit hochrotem Kopf nach einem kurzen Sprint hoffentlich noch rechtzeitig das Gate des Anschlussfluges erreicht, versuchen die Damen und Herren in der Gepäckabfertigung ihr Möglichstes, dass euer Koffer es euch gleichtut. An dieser Stelle Hut ab vor denjenigen, die es am Frankfurter Flughafen geschafft haben, mein Gepäck in einem Zeitfenster von 45 Minuten zwischen der Landung des ersten Fliegers und Abdocken des zweiten Fliegers umzuladen! Der Australien-Urlaub war auch ohne verlorenes Gepäck ereignisreich genug 🙂

Zum Glück kommt es extrem selten vor, pro Tausend Passagiere gehen im Schnitt 6,5 Gepäckstücke verloren, aber es kann nun mal passieren. Wir haben es erlebt und können nun von unseren Erfahrungen berichten.

Wir sind damals von Frankfurt über Berlin nach Amman in Jordanien geflogen. Unsere Air Berlin Maschine (das war noch in der guten alten Zeit 🙂 ) hatte Verspätung und wir konnten in Berlin gerade so noch in den Royal Jordanian Flieger hüpfen. Hat sich später in Amman rausgestellt, dass unser Gepäck nicht gehüpft ist. Was also tun?

Klingt doof, aber: zuerst mal auf die anderen Gepäckbänder gucken. Es kommt vor und ist mir auch schonmal in London passiert, dass die Hälfte des Gepäcks munter auf einem anderen Band seine Runden gedreht hat als auf dem angezeigten.

Wenn der Koffer nirgendwo in Sicht ist, dann auf zum Gepäckschalter oder zu „Lost and Found“. Hier wird dann ein Formular ausgefüllt, auf dem die Registrierungsnummer eures Koffers notiert wird (die steht auf dem Aufkleber, der euch beim Einchecken meistens auf die Bordkarte geklebt wird). Außerdem solltet ihr mithilfe von Bildern in der Lage sein, euren Koffer zu beschreiben, ist er blau, aus Stoff, von welcher Marke, wie viele Rollen etc.

Koffer verloren - Symbol 2Die meisten Gepäckstücke tauchen am selben Tag wieder auf und werden dann an eure Adresse geliefert. Falls das nicht der Fall ist und ihr ohne Waschzeug im Hotel steht, hilft euch die eine Airline mehr als die andere. Jede Airline hat leider ihre eigenen Regelungen, ob und wieviel Entschädigung euch zusteht. Also auf jeden Fall eine Verlustmeldung aufgeben und sich genau erkundigen; auch in Abhängigkeit der gebuchten Flugklasse gibt es Unterschiede. Manche Airlines bieten Toilettenartikel an, andere erlauben den Einkauf des Nötigsten auf Kosten der Firma.

Wir hatten noch Telefonnummer bekommen, unter der wir den aktuellen Status unserer Koffer erfragen konnten. Nur, dass man uns fünf Tage nichts sagen konnte. Das war schon sehr ärgerlich, wo doch immer so auf Sicherheit gepocht wird und was in den Koffer darf und dann kann einem niemand sagen, wo sich der Koffer gerade befindet, ob noch in Frankfurt, in Berlin oder sonstwo.

Wenn dann tatsächlich festgestellt wird, dass der Koffer unauffindbar ist, muss man einen Fragebogen ausfüllen, um den Inhalt und den Wert seines Gepäcks zu beschreiben, damit man eine Entschädigung bekommt. Je nach Airline kommt der Fragebogen nach 72 Stunden bis 5 Tagen. Man erhält dann nach dem Montrealer Abkommen eine maximale Entschädigung von etwa 1200€.

Unsere Koffersuche hatte am Ende doch noch ein gutes Ende. Nach den fünf Tagen waren unsere Koffer dann auch in Amman. Wir waren zu dem Zeitpunkt aber schon zum Toten Meer weitergereist. Hier muss dann auch die Freundlichkeit der Jordanier erwähnt werden: einer der schönsten Momente dieser Reise war es, den Bruder unseres Guides mal eben für zwei Minuten in irgendeinem Bergdorf zu treffen, weil er uns unsere Koffer hinterhergefahren hat. Das Treffen war zwar zu spät um ein Bad im Toten Meer in einer Männer-Boxershort zu verhindern (einen Bikini haben wir bei unserer Notfall-Shoppingtour nicht gefunden), aber wir konnten dann zumindest stilecht mit Outdoorhose, Wanderschuhen und Sonnenhut (!!!) die Stadt Petra erkunden.

Kommentar

Gib uns Rückmeldung

Ich akzeptiere