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Tel Aviv – Das Miami des Orients

Tel Aviv Promenande

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Tel Aviv spaltet sicher heutzutage die Geister. Natürlich sind einem immer die Nachrichten mit den Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästinensern im Kopf. Auf der anderen Seite haben wir schon viel positives über die Stadt gehört, was so gar nicht zu dem Vorurteil einer Krisenregion passte.

Tel Aviv Promenade

großer Fußweg an der Promenade

Und so waren wir sehr gespannt, was uns tatsächlich in Tel Aviv erwartete. Typisches Orient-Feeling kommt bereits am Flughafen auf, wo sich Taxifahrer gegenseitig mit Werbung überbieten, um uns in die Stadt zu bringen. Eines vorneweg: Ein preiswertes Reiseziel ist Tel Aviv mit Sicherheit nicht, Hotel, Essen und eben auch Taxis sind hier weit über dem Niveau, das wir aus Deutschland kennen.

Unser Hotel, das Renaissance Tel Aviv, lag direkt an der Promenade. Die Promenade am Strand ist vermutlich das, was man am meisten von Tel Aviv kennt, und auch zurecht. Ein riesengroßer Strand, mit Wellenbrechern unterteilt lädt zum Sonnenbaden und Schwimmen ein – wobei das Baden nicht überall dort erlaubt ist. Und wer jetzt denkt, Baden und Orient passt nicht zusammen, dem sei gesagt, dass Israel in dieser Beziehung ganz anders ist als seine arabischen Nachbarn: Es scheint so, als ob alle jungen Einwohner von Tel Aviv auch unter der Woche abends zum Strand kommen.

Tel Aviv Promenade

an der Promenade lässt es sich auch vorzüglich essen

Den Tag am Strand kann man sich hier sehr abwechslungsreich gestalten. So sind an der Promenade auch viele Beachvolleyballplätze zur freien Verfügung. Als wir aus unserem Hotel kamen, wurden wir erst einmal von lauter Musik überrascht, denn hier finden sich auch viele Animationsstände, die zum Jetski fahren o.ä. einladen.

Grundsätzlich erlebt man an der Promenade in Tel Aviv eine sehr entspannte Atmosphäre. Ein wenig erinnert es schon an Miami Beach. Die Krisenherde in unmittelbarer Nähe scheinen hier ganz weit weg. Das generell sehr junge Volk genießt diesen Teil der Stadt in vollen Zügen. Für Abwechslung am Strand sorgen auch die mobilen Bibliotheken: kleine Anhänger werden an den Strand oder in Parks der Stadt gestellt, damit man sich Bücher heraussuchen kann – wenn man des Hebräischen mächtig ist. Aber auch zum Essen und spazieren gehen ist die Promenade ein Traum. In regelmäßigen Abständen laden Bänke mit großen Sonnensegeln zum Verweilen ein.

Tel Aviv Promenade

Strandbibliothek an der Promenade

Wer allerdings von einer Stadt erwartet, dass sie viele Monumente, Plätze und Museen zu bieten hat, wird in Tel Aviv eventuell enttäuscht. Die größte Sehenswürdigkeit der Stadt ist eben die Promenade. Die Stadt selbst ist eine typische Stadt in der Region: Viele Straßen und Gassen, überall kleine Cafés, Läden oder Restaurants, für europäische Verhältnisse chaotischer Verkehr. Das teilweise aufdringliche Händlertum der arabischen Nachbarländer findet man in Israel allerdings nicht, was sehr angenehm ist. Sucht man auf Tripadvisor nach Attraktionen der Stadt, findet man normalerweise als erstes einige Märkte. Hier kann man von Düften über Gewürze bis hin zu Teppichen alles bekommen, was das Herz begehrt.

Tel Aviv Jaffa

der Clock Tower von Jaffa

Wenn ihr dann doch etwas mehr Orientfeeling bekommen möchtet, dem empfehlen wir den Ausflug nach Jaffa, im Süden von Tel Aviv. Jaffa erreicht man, indem man einfach die Strandpromenade entlangläuft. Alternativ gibt es in regelmäßigen Abständen Stationen mit Mietfahrrädern, die man ohne vorherige Anmeldung einfach per Kreditkarte bekommt. Unser Tipp: Gebt das Fahrrad an einer Mietstation zurück, sobald ihr in Jaffa angekommen seid. Das Fahrrad bezahlt man pro halbe Stunden und in Jaffa selbst ist das Rad ohnehin eher hinderlich.

Jaffa ist eine hauptsächlich arabische Stadt. Wenn man sich die Geschichte Israels vor Augen führt, ist es im ersten Moment schon verwunderlich, wenn am späten Nachmittag der Gesang des Muezzins durch die Straßen von Jaffa zieht. Die Altstadt von Jaffa ist sehr übersichtlich, beeindruckt allerdings mit seiner orientalischen Schönheit. Das Marktviertel ist heutzutage ein sehr interessanter Mix aus traditionellen Märkten (für Teppiche, Gewürze, etc.), modernen Läden (meist Elektrogeräte für Restaurants, falls ihr also noch eine Fritteuse benötigt) und Cafés und Restaurants. Der Frozen Yogurt Shop ist hier daher direkt neben dem Teppichladen, ein Wagyu Beef isst man im Restaurant neben dem Kiosk mit Telefonkarten.

Tel Aviv Jaffa

Altstadt von Jaffa

Zentraler Ort Jaffas ist der Kreisverkehr am Clock Tower. Von hier aus kann man ins Marktviertel, aber auch auf den Hügel an der Küste, von der man eine tolle Aussicht auf Tel Aviv hat. Für einen Ausflug nach Jaffa genügt bereits ein halber Tag. Da Jaffa allerdings auch tolle Restaurants hat, lohnt sich evtl. ein Ausflug am späten Nachmittag um hier auch ein tolles Abendessen zu genießen. In einigen Restaurants wird euch angeboten, euch durch alle Speisen durchzuprobieren. Dass dies ein anstrengender Abend werden kann, seht ihr am untenstehenden Bild…

Tel Aviv Jaffa

ein „Probierteller“…

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Tel Aviv ist vor allem für junge Leute eine aufregende Stadt. Da sie auch im Winter noch angenehm warm ist, ist sie inzwischen auch ein interessantes Reiseziel für Silvester. Durch seine zentrale Lage in Israel eignet sich Tel Aviv auch als Basis, um das ganze Land zu erkunden. Mit dem Zug ist man innerhalb einer Stunde in Haifa im Norden des Landes oder in Jerusalem. Lästiges Hotelwechseln kann man sich hier daher sparen. Die Zugverbindungen zwischen den Städten sind sehr gut. Einzig Eilat im äußersten Südosten des Landes, direkt neben Aqaba ist etwas schwieriger zu erreichen. Ein bisschen Heimatgefühl kommt auch beim Zugfahren auf, denn die roten Doppelstockwagen, die man aus Deutschland kennt, werden auch hier eingesetzt – mit funktionierender Klimaanlage und Steckdosen für alle. Einzig die Nahverbindungen innerhalb Tel Avivs sind verbesserungswürdig. Hier hilft vor allem die „Gett“ Taxi-App, um ein Taxi zu bekommen. Allerdings haben wir hiermit auch oft kein Glück gehabt.

Tel Aviv Jaffa

Tel Aviv von Jaffa aus gesehen

Tel Aviv hat inzwischen auch den Ruf „The City that never sleeps“. Gerade am Wochenende – das in Israel Freitag und Samstag ist – scheint die Stadt nie zur Ruhe zu kommen. Überall in der Stadt sieht man die Leute zusammenkommen und feiern. Restaurants, die rund um die Uhr geöffnet haben, sind keine Seltenheit. Selbst kleinere Cafés haben rund um die Uhr geöffnet, die Küche schließt hier allerdings teils „schon“ um vier Uhr morgens.

Wer nach einem Ausflug in eine Stadt sucht, die durchweg positive Atmosphäre ausstrahlt, der denkt vielleicht eher an australische Städte als an Tel Aviv. Doch die Stadt am Mittelmeer wird euch mit ihrer Atmosphäre überraschen. Schon in wenigen Stunden werdet ihr die gute Laune der Stadt aufgesogen haben und eine tolle Zeit in Israel verbringen können.

Anreise

Zentraler Flughafen Israels in Ben Gurin östlich von Tel Aviv. Von hier gibt es auch Zugverbindungen in die Stadt. Es gibt viele Direktverbindungen von deutschen Flughäfen nach Ben Gurion, auch Low Cost Airlines haben die Stadt für sich entdeckt.

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Unterkunft

Ein schönes Hotel direkt in Strandlage ist das Renaissance Hotel, von dem man aus schöne Ausflüge nach Jaffa oder zu den Märkten Tel Avivs unternehmen kann. Wie überall in Tel Aviv gibt es auch hier viele Restaurants verschiedenster Richtungen und Preisklassen in der Nähe.

Reisezeit

Tel Aviv liegt im Orient und kann daher im Sommer sehr heiß werden. Temperaturen wie in Jordanien oder Saudi-Arabien werden hier aber wegen der Nähe zum Mittelmeer nicht erreicht. Im Herbst und Winter bleibt Tel Aviv angenehm mild, was es zu einem beliebten Reiseziel auch für Silvester macht.

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