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Von Buenos Aires zu einem Tagesausflug nach Colonia in Uruguay

Für einen Tag nach Uruguay? Aber sicher!

Mit der Fähre nach Uruguay

Colonia Häuser

viele bunte Häuserwände erwarten euch direkt bei der Ankunft

Einen Tagestrip nach Uruguay? Das kann man sich in europäischen Breiten kaum vorstellen. Ist ja doch etwas umständlich die Anreise. Ganz anders sieht es aber aus, wenn man sich in Buenos Aires befindet. Hat man dort die Stadt gesehen und noch einen Tag übrig, heißt es Reisepass bereit und auf die Fähre gehüpft.

Argentinien und Uruguay trennt der Fluss Rio de la Plata und zwischen beiden Ländern verkehren mehrmals täglich Passagierfähren. Für einen Tagesausflug hat man von Buenos Aires aus zwei Ziele zur Auswahl. Entweder Montevideo, die Hauptstadt Uruguays, die man nach 3h Bootsfahrt oder 1h Boot und 2h Bus erreicht. Oder – etwas weiter westlich – Colonia. Hierher braucht man etwa 1h auf dem Boot. Beide Ziele sind sicherlich einen Ausflug wert. Da die Fahrtzeiten nach Montevideo allerdings ungünstiger sind als nach Colonia und sich die Hauptstädte beider Länder doch sehr ähneln sollen, haben wir uns für einen Trip in das quietschbunte Colonia entschieden.

Colonia Leuchtturm

der alte Leuchtturm von Colonia

Wir hatten den Ausflug gleich für den ersten Tag nach unserer Ankunft in Buenos Aires angepeilt. Dem Jetlag sei Dank hatten wir dementsprechend auch keine Probleme, um 8 Uhr morgens am Fähranleger zu stehen. Da hier eine Ländergrenze überschritten wird, erinnert vieles an die Sicherheitskontrolle am Flughafen. Gepäck muss aufgegeben werden, es geht durch einen Scanner und auch die Pass-Angelegenheiten werden schon erledigt, bevor man einen Fuß auf die Fähre setzt. Wenn es bei der Buchung der Fähre heißt, dass man eine Stunde vor Abfahrt da sein sollte, ist das ernst gemeint. Und es schadet nicht, ein paar Brocken Spanisch zu sprechen – mit Englisch bemüht man sich meist umsonst.

Auf die Fähre geschafft, kann man sich in den gemütlichen Sesseln zurücklehnen und die Aussicht genießen. Zuerst lässt man das Stadtpanorama von Buenos Aires hinter sich, dann beobachtet man mit einem Becher Mate-Tee die kleineren Boote, die wir mühelos überholen.  

Die Altstadt von Colonia

Colonia Porton de Campo

das Porton de Campo

Am Fähranleger in Colonia angekommen ist man fast schon mittendrin. Die meisten unserer Mitfahrer steigen in den Bus nach Montevideo, so ist Colonia selbst vormittags überraschend leer. Kommt man aus dem Hafengebäude läuft man einfach nach links die Straße runter, an bunten kleinen Häuschen und grünen Alleen vorbei und man ist nach ca. 10 Minuten am Porton de Campo, dem „Eingang“ zur historischen Altstadt.

Colonia kann seine portugiesische Vergangenheit schlecht verbergen. Das Porton ist ein Tor mit Zugbrücke in der von portugiesischen Siedlern im 18. Jahrhundert errichteten Stadtmauer. Dahinter findet man noch Teile der alten Festungsanlagen und Kanonen der Bastion San Miguel. Das eigentliche Highlight ist aber die Altstadt selbst.

Die historische Altstadt mit ihren kleinen Kopfsteinpflastergässchen, den wunderbar bunten Blüten an den Bäumen und nicht weniger farbenfrohen Häuschen wurde 1995 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

Colonia Altstadt

bunte Blumen und Kopfsteinpflaster in der Altstadt von Colonia

In dieser Ecke der Erde ist die Altstadt von Colonia die einzige Stadt, die nicht nach dem von den Spaniern vorgeschriebenen „Schachbrettmuster“ ausgelegt wurde. Hier wurde einfach der Topologie folgend gebaut. Die bewegte Geschichte der Stadt lässt sich auch aus der Architektur herauslesen. Portugiesische und spanische Einflüsse vermischen sich mit denen der Künstler, die im 19. Jahrhundert hierhin auswanderten. Ein bisschen Aussteiger-Feeling beschleicht einen hier manchmal heute noch.

Zwischen dem Flussufer und der Avenida General Flores kann man sich einfach treiben lassen. Man entdeckt den Leuchtturm und die Basilika, nur um dann auf einem der Plätze genau die Schattenbank zu finden, auf der dein Name steht und von der aus man wunderbar die Leute beobachten kann.

Die Avenida General Flores stellt ungefähr die Grenze zur „modernen“ Stadt dar. Nördlich davon findet man Shopping-Gelegenheiten, an manchen Wochentagen einen Markt und Strände.

Colonia Restaurants

einladende Restaurants findet man vor allem in Flussnähe

Beschleicht einen dann doch irgendwann der Hunger gibt es unzählige Möglichkeiten, sowohl in der Altstadt selbst als auch am Flussufer entlang. Hier findet sich die ganze Bandbreite von kleinem authentischen Familienbetrieb bis zum Touri-Schuppen. Ein bisschen rumschauen lohnt sich. Auf den meisten Speisekarten finden sich „Promociones“, also Spezialangebote für zwei Personen. Meistens sind das aus kulinarischer Sicht eher einfache Essen, aber lecker und in Hülle und Fülle.

Hat man sich an den Farben satt gesehen, geht es zurück zur Fähre und die Sicherheitsvorkehrungen gehen von vorne los. Also wieder rechtzeitig da sein. Dafür kann man dann an einem Tag vier Passstempel sammeln (Ausreise Argentinien – Einreise Uruguay – Ausreise Uruguay – Einreise Argentinien). Das nächste Mal den Reisepass mit mehr Seiten bestellen 😉

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Barbara / Reisepsycho

Das sieht ja wirklich hübsch aus dort! Uruguay reizt mich auch schon lange. Das Städtchen kannte ich gar nicht, wird aber in die Reisezielliste mit aufgenommen 🙂 Lg Barbara