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Nachdem wir gestern Abend noch eine Tour in die Anden über das Hotel organisieren konnten, freuten wir uns heute auf den Tagesausflug in den Cajon del Maipo, eine Andenschlucht, circa zwei Stunden außerhalb von Santiago. Wir freuten uns auf Berge und Seen und hofften auf ein wenig Schnee. Gestern hatten wir am Telefon gefragt, ob wir auch ein paar kurze Wanderungen in die Tour einbauen können, doch die Sprachbarriere war zu groß um sicher zu wissen, was uns jetzt erwartet.

Cajon del Maipo

in den Anden, letzter Ort vor dem Embalse el Yeso

Viele Fragen wurden bereits beantwortet, als wir unseren Guide in der Lobby trafen. Er trug Anzug und Krawatte…also das mit den Wanderungen wird dann ja spannend. Unser Guide Sebastian zeigte uns stolz seinen Geländewagen, den es laut ihm für diese Tour braucht. Wir fuhren durch viele Viertel und Vororte von Santiago, erst jetzt merken wir, was für eine riesige Stadt es eigentlich ist. Nur langsam werden die Abstände zwischen den Häusern größer und die Hügel höher. Doch von einem Moment auf den anderen wurde es hochalpin. Am Straßenrand gab es viele gelbe und orange Bergblumen, die Bergwände wurden höher und höher.

Wir bogen auf die finale Straße Richtung Embalse el Yeso ab. Der Asphalt auf der Straße wurde von Erde und Schotter abgelöst, in einigen Serpentinen läuft ein Bach quer über die Straße. Jetzt wissen wir, warum wir den Geländewagen brauchen! Wir sehen am Ende des Tales den ersten Schnee, vielleicht haben wir ja Glück!?

Der Embalse el Yeso ist ein großer Bergsee mit türkisblauem Wasser. Er startet am Ende der Straße und schwenkt einmal um die Kurve, wo man die Mündung eines kleinen Flusses findet. Das beeindruckende an diesem See ist allerdings zweifelsohne das Bergpanorama um den See herum. Steile hohe Wände an allen Seiten des Sees, und in unserem Fall – schneebedeckt!

Cajon del Maipo

am Embalse el Yeso

Sebastian gab uns ein kleines Tablett mit Käse, Kräckern und einer kleinen Flasche Rotwein. Wir suchten uns eine ruhige Ecke und genossen die Aussicht beim Mittagessen. Ganz schön kalt war es hier oben, vor allem der Wind war unangenehm, aber wir waren schließlich auch in den Anden!

Nachdem uns ausreichend kalt geworden ist, machten wir uns auf den Rückweg. Uns wurde langsam klar, dass das mit den Wanderungen nichts mehr wird. Aber bei der langen Fahrt zurück in die Stadt war das vielleicht auch nicht schlimm. Sebastian zeigte uns noch ein paar Sachen auf dem Rückweg, unter anderem einen Tunnel, der früher als Vorratstunnel für Arbeiter im Gebirge genutzt wird.

Cajon del Maipo

bunte Bergwelt

Zurück in Santiago füllten sich die Straßen langsam. Es war Halloween und der 1. November ist auch in Chile ein Feiertag. Die ganze Stadt war für Halloween geschmückt. Nach den vielen schweren Abendessen in den letzten Tagen waren wir froh, mit Vapiano eine Alternative gefunden zu haben. Witzigerweise waren auch im Vapiano viele Mitarbeiter für Halloween verkleidet. Wir bestellten unsere Nudeln daher bei einem Koch, der als Köchin verkleidet war, inklusive pinkem Lippenstift.

Für den morgigen Tag hatten wir zwei Pläne: Falls wir früh rauskommen, würden wir versuchen, nach Valparaíso zu kommen, falls nicht machen wir einen Rundgang durch die Stadt. Mal sehen, was es wird.

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