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Tag 22 – Tongariro Nationalpark

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Tongariro Nationalpark

Auch die Spinnen werden den Nebel nicht mögen

Bei tollem Wetter wurde es dunkel im Tongariro Nationalpark, als es wieder hell wurde, war das schöne Wetter verschwunden. Nieselregen und Nebel begrüßten uns am Morgen und das Thermometer zeigte ganze vier Grad an. Unsere gestrige Entscheidung, den Tongariro Crossing nicht zu machen, bereuten wir heute daher nicht. Die Wanderung ist ein absolutes Highlight, allerdings auch fordernd und lang. Und wenn man nun auf dem Berg wegen des Nebels und Schneefalls (der auf dem Gipfel angesagt war), nichts sieht, sind die Anstrengungen es nicht wert.

Tongariro Nationalpark

Sichtweite im Nationalpark…

Wir entschieden uns daher, am Morgen eine kleinere Wanderung zu den Taranaki Falls zu machen. Der Rundkurs benötigt ungefähr drei Stunden und kann optional um nochmal drei Stunden zu weiteren Kraterseen verlängert werden. Um bei einem Wetterumschwung nicht allzu weit vom Ende der Wanderung entfernt zu sein, entschieden wir uns daher, diese Rundtour zu machen.

Dick eingepackt und so wasserdicht wie möglich gekleidet fuhren wir zum Chateau, ein großes Restaurant und Hotel mitten im Nationalpark. Direkt hinter diesem Chateau begann unsere Wanderung. Der Nieselregen war kaum wahrzunehmen, aber der Nebel beschränkte unsere Sicht auf ein paar hundert Meter. Die tollen Gipfel der Vulkane waren heute nicht einmal umrissartig zu erkennen. Dennoch war die Wanderung wunderschön. Über die großen Ebenen von kalter Lava und Bimssteinen, die sich die Natur über hunderte von Jahren zurückzuerobern versucht, führte der Weg, links und rechts die für die Nordinsel Neuseelands typischen gelben Büsche.

Wir erreichten die obere Kante des Wasserfalles. Außer eines Rauschens war von hier allerdings nicht vom Wasserfall zu sehen (und daran war nicht der Nebel Schuld). Hier war auch eine Entscheidung gefragt – weiter zu den Kraterseen oder dem Rundweg direkt weiter folgen zurück zum Auto. Einige Schritte gingen wir in Richtung Seen, doch als wir merkten, dass der Weg quer durch die tiefliegenden Wolken gehen würde, machten wir kehrt. Die versprochene Aussicht auf die Vulkane – das Highlight der Kraterseen – würden wir heute sowieso nicht bekommen.

Tongariro Nationalpark Taranaki Falls

Taranaki Falls

Nach ein paar weiteren Schritten gelangten wir zum Fuße des Wasserfalls. Die Aussicht auf den Wasserfall und die Felslandschaft war trotz schlechten Wetters wirklich toll. Der Rückweg führte uns nun weiter unten am Hang durch den Regenwald. Ironischerweise bekamen wir durch die Dichte des Waldes hier weniger von dem Regen mit als außerhalb des Regenwaldes.

Nach nicht einmal drei Stunden waren wir zurück am Auto. Da heute nicht mehr mit einer Wetterverbesserung zu rechnen war, nahmen wir uns vor, langsam zurück in den Ort Turangi zu fahren und dort in Ruhe Mittag zu essen. Auf dem Rückweg hielten wir noch an einem kleinen Wanderweg zu weiteren Wasserfällen, den Tawhai Falls. Sie sind ein Drehort der „Herr der Ringe“ Filme und sehen in echt doch so anders aus. Viele Asiaten wollten hier den besten Fotospot ergattern und kletterten um die Wette. Die beste Aussicht hatte man jedoch – aus unserer Sicht – direkt vom Ende des Wanderweges.

Tongariro Crossing Tawhai Falls

Tawhai Falls

Zurück in Turangi gingen wir in den lokalen Pub – nicht um den Frust über das Wetter zu betrinken, sondern für ein Mittagessen. In Neuseeland kann man sehr gut und gemütlich in Pubs essen und bekommt gleichzeitig noch viel davon mit, was die „Kiwis“ heute bewegt. Das Thema des Tages war das verlorene Rugby-Spiel der All Blacks, die in der vergangenen Nacht in Irland unterlagen. Es war die zweite Niederlage des Jahres und viele Neuseeländer waren daher sehr besorgt darüber, ob Neuseeland seine Vormachtstellung im Rugby einbüßt – nach zwei Niederlagen. Vielleicht sollte mal ein HSV-Fan mit den Neuseeländern reden…

Wir besorgten uns Proviant und machten uns einen gemütlichen Nachmittag vor der Heizung in der warmen Unterkunft. Zum Abend kochten wir uns ein paar Lammhack-Sandwiches, typisch neuseeländisch eben 🙂

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