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Nachdem wir uns am ersten Tag ein wenig an die neue Zeitzone gewöhnen konnten (was nicht so schwer fiel, da zwischen Buenos Aires und Deutschland nur drei Stunden lagen), wartete auf uns das erste Abenteuer: ein Tagesausflug nach Colonia in Uruguay. Von Buenos Aires aus kann man einige Ziele auf der anderen Seite des Rio de la Plata erreichen. Die beliebtesten sind Uruguays Hauptstadt Montevideo und das UNESCO Welterbe Colonia del Sacramento. Da die Fährfahrt nach Colonia um einiges kürzer ist und es auch mehrere Fähren zurück gibt, hatten wir uns im Vorfeld für Colonia entschieden.

Wir winkten also ein Taxi heran (was in Buenos Aires sehr einfach ist, gefühlt ist die Hälfte der Autos auf der Straße ein Taxi) und fuhren zum Fährterminal. Knapp zwei Euro für eine Viertelstunde Fahrt, das sind doch mal Taxipreise! 🙂 Das Fährterminal ist fast wie ein Flughafen. Koffer müssen aufgegeben werden und auch wir, mussten noch zum Check-In unsere “Boarding Pässe” besorgen. Direkt danach geht es durch eine Sicherheitskontrolle und dann zur Passkontrolle. Sowohl die Ausreise aus Argentinien als auch die Einreise nach Uruguay wird direkt hier gemacht. Ein Paradies für Stempelsammler 🙂

Colonia Leuchtturm

am historischen Leuchtturm von Colonia

Da es Wochenende war, war es dementsprechend voll auf der Fähre. Viele ausländische Touristen, aber auch viele Argentinier wollten den Tagesausflug anscheinend machen. Außerdem kann man die Fähre nach Colonia auch buchen, wenn man nach Montevideo möchte, ein Bustransfer zwischen Colonia und Montevideo steht dann bereit.

In Colonia angekommen spazierten wir in das historische Viertel. Viele kleine historische Gebäude in kleinen Kopfsteinpflastergassen machten den Charme der Altstadt aus. Wir waren recht früh hier – und fast alleine. Das Altstadtviertel ist nicht allzu groß, daher waren wir auch recht schnell einmal durch. Wir nutzen die Gelegenheit, um uns in einen zentralen Park zu setzen und beobachteten die Händler dabei, wie sie ihre Marktstände für den Tag vorbereiteten.

Colonia Altstadt

bunte Blumen und bunte Häuser in Colonia

Wir suchten uns ein schönes Plätzchen für das Mittagessen. Wie auch schon in Buenos Aires bieten viele Restaurants “Promociones”, also Spezialangebote an, die auf zwei Gäste ausgerichtet sind, meist ein großes Gericht zum Teilen und zwei Getränke. Wir nutzten eine solche Promoción für probierten “Chivito”, ein uruguayanisches Gericht aus einem Steak, Bacon, Tomate und Spiegelei. Dazu noch Pommes Frites und ein Alibi-Salat – fertig war die Cholesterin-Bombe. Selbst für uns beide viel zu viel.

Colonia Markt

Auch Käse gab es auf dem Stadtmarkt reichlich

Da die Fähre erst etwas später ging, spazierten wir noch ein wenig in das heutige Colonia. Ein Markt zog sich durch eine Straße, viel Obst und Gemüse wurde hier angeboten – eine willkommene Abwechslung zu den Touristenmärkten in der Altstadt.

Colonia Markt

musikalische Untermalung auf dem Stadtmarkt

Zurück an der Fähre mussten wir ein wenig länger warten. Wieder wurden Aus- und Einreise schon hier erledigt (wer hätte gedacht, dass wir für drei Tage Buenos Aires vier argentinische Stempel in unseren Pass bekommen 🙂 ). Die Abfahrt der Fähre verzögerte sich etwas. Da das Fährterminal aktuell umgebaut wird, mussten auch die Fußgänger die Autorampe nehmen und erst dann per Treppe in den Passagierraum gehen. Viele, viele Kinder waren an Bord, was den in Südamerika ohnehin hohen Lautstärkepegel noch etwas anhob.

Puerto Madero auf dem Rückweg von Colonia

die berühmte Fußgängerbrücke “Puente de la Mujer” in Puerto Madero

Zurück in Buenos Aires entschieden wir uns, zu Fuß zurück zum Hotel zu laufen. Unser Zwischenziel war das Viertel Puerto Madero, ein modernes Hafenviertel mit vielen Bars und Restaurants. In der Tat war dieses Viertel ein absoluter Gegensatz zum “Paris Südamerikas”, welches wir im Stadtzentrum gestern gesehen hatten.

Auf der Avenida de Mayo, der Hauptallee der Stadt, auf der auch unser Hotel lag, war heute Stadtfest. Was genau gefeiert wurde, wissen wir leider nicht, doch es schien, dass insbesondere die italienische Community in den Mittelpunkt gestellt wurde. Sehr viele italienische Einwanderer kamen im 19. und 20. Jahrhundert nach Argentinien und insbesondere nach Buenos Aires. Wir stärkten uns noch mit ein paar Empanadas im Shop gegenüber des Hotels und ließen diesen Tag nochmal Revue passieren…wir waren tatsächlich in Uruguay – für einen Tag.

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