RTW Tagebuch

Tag 10 – das Zentrum der Osterinsel

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Heute ging es schon weiter zum nächsten Ziel, doch der Flug war erst um Mitternacht, also hatten wir noch einen ganzen Tag auf der Osterinsel. Stefan ging in die Lobby, um mit Maureen abzusprechen, ob wir das Zimmer noch bis abends haben können. Doch heute war ausgerechnet Maureens freier Tag, nur der Inhaber war da. Auf die Frage, ob er englisch sprach, kam ein kurzes „No“. Die nächsten zehn Minuten lassen sich so beschreiben, dass Stefan mit seinen kleinen Brocken Spanisch versucht herauszufinden, ob wir einen Late Check-Out haben können, um wie viel Uhr wir zum Flughafen gebracht werden und ob wir Maureens Auto noch den Tag lang haben können. Für Außenstehende wäre es wahrscheinlich belustigend und beschämend zugleich gewesen, aber am Ende hat man tatsächlich alles klären können.

Osterinsel Lavatunnel

Die Lavatunnel im Zentrum der Insel

Heute war Montag, d.h. wir fuhren zum Postamt, um ein paar Briefmarken für unsere Postkarten zu kaufen. Das Postamt ist eine kleine Hütte im Ort, nicht viel größer als ein Kiosk. Als wir ankamen der große Schock: Die Schlange an Wartenden ging bis auf die Straße. Teilweise hielten Einheimische, die vorbeifuhren an, um ein Foto von der Schlange zu machen mit dem Kommentar „so eine lange Schlange habe ich ja noch nie gesehen!“. Und natürlich in dieser offensichtlich längsten Warteschlange seit Entdeckung der Insel waren wir nun.

Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, dass wir sowohl bei der Einreise in Santiago als auch beim Check-In für den Flug auf die Osterinsel viel Geduld brauchten. Hier ein weiteres Beispiel, warum man viel Geduld in Chile braucht: Das Postamt ist gleichzeitig anscheinend der einzige Bankschalter und Einwohnermeldeamt zugleich. Unsere Hoffnung, dass das Briefmarken kaufen schnell gehen könnte, war schnell zerschlagen. Jede Person benötigte zehn Minuten, bis sie fertig war. Und dass es nur einen Schalter gab, versteht sich wahrscheinlich von selbst 🙂

Osterinsel Abendessen

mit „Osterinsel-Lager“ und Lime Soda den letzten Abend auf der Osterinsel genießen

Das Postamt ist auch eine Touristenattraktion, denn hier gibt es einen Stempel im Osterinsel-Design, dem man sich in den Pass stempeln kann. Viele Touristen quetschten sich daher an der Schlange vorbei und holten sich einen solchen Stempel ab. In rekordverdächtigen 30 Sekunden am Schalter hatten wir dann nach ca. 90 Minuten in der Schlange unsere Briefmarken und gönnten uns den Osterinsel-Stempel für diese Wartezeit.

Daraufhin fuhren wir in die Inselmitte. Auf dem Maunga Tangaroa sahen wir, wie die Hüte für die Moais geschnitzt wurden, denn genau von hier stammt der Stein, der für die Steinhüte genutzt wurde. Wir fuhren weiter zu Lavahöhlen, durch die man durchwandern konnte, bevor wir am Ahu Akivi wiederum zu einer Moai-Formation kamen.

Zum Mittagessen fuhren wir in eine Pizzeria in einer Holzhütte. Zu unserer Überraschung wurde hier der Teig frisch auf Bestellung gemacht. Der Pizzaofen stand eigentlich hinter der Hütte, doch durch ein in die Wand geschnittenes Loch konnte man den Ofen von innen öffnen.

Osterinsel Ahu Tahai

Abschied von der Osterinsel

Den Nachmittag verbrachten wir ruhig in der Unterkunft, bevor wir zum Abendessen zum Hafen fuhren. Für heute Abend hatten wir uns vorgenommen, den richtigen Spot für den Sonnenuntergang zu finden, was wir auch schafften. Am Ahu Tahai sahen wir den einzigen Moai mit Augen und weitere Moaiformationen. Da es heute wolkenlos war, war der Sonnenuntergang ein absoluter Traum. Aber es kam auch Abschiedsstimmung auf, schließlich mussten wir eine Stunde später zum Flughafen.

Der Flughafen der Osterinsel ist – nicht ganz überraschend – sehr klein. Unser Highlight war hier definitv die Airport-Bar, die durch eine Plexiglaswand in der Mitte unterteilt war. Die eine Hälfte befand sich vor der Sicherheitskontrolle, die andere Hälfte dahinter. Das Personal bewegte sich hinter der Theke jedoch frei auf beiden Seiten…

Osterinsel Ahu Tahai

Sonnenuntergang am Ahu Tahai

Wieder einmal fünfeinhalb Stunden lagen vor uns. Die Osterinsel gefiel uns richtig gut, doch nach diesen drei Tagen hatten wir das Gefühl, dass wir wirklich alles gesehen hatten. Die Mehrheit der Besucher bleibt tatsächlich noch eine Nacht weniger als wir, was bei der langen Anreise schon beachtlich ist. Nur wenige, wenn auch unfreiwillig, verbringen wirklich lange Zeit hier.

zum nächsten Tag

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