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Sydney zu Fuß entdecken

Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

Australien strahlt seit jeher auf uns eine ganz besondere Faszination aus. Das Land am anderen Ende der Erde begeistert durch seine einzigartige Landschaft und Tierwelt, aber auch durch die Offenheit und Lässigkeit seiner Menschen. Die meisten Besucher starten ihren Australien-Besuch in Sydney, der bekanntesten Stadt Australiens neben Melbourne, Brisbane und Perth. In diesem Artikel wollen wir euch zeigen, wie man am ersten Tag in Sydney die Highlights der Stadt zu Fuß erkunden kann.

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Unsere Tour startet am Parliament House auf der Maquarie Street. Das Parliament House ist das Parlamentsgebäude des Bundesstaates New South Wales. Von hier aus werden, ähnlich wie in einem deutschen Landtag, Entscheidungen über die Belange des Bundesstaates gefällt. Das Parliament House ist für seinen Zweck und seine Bedeutung recht klein. Die meisten Entscheidungen werden ohnehin in Canberra für das ganze Land getroffen. Von hier aus laufen wir die Macquarie Street entlang zu den Royal Botanic Gardens.

Royal Botanic Gardens

Sydney Flughunde

Flughunde in den Royal Botanic Gardens

Nehmt euch viel Zeit für die Gardens, denn hier kann man das erste Mal die australische Pflanzenwelt bestaunen. In den Botanic Gardens sehen wir auch viele Kakadus herumfliegen – oder besser gesagt, man hört sie, denn sie machen lautstark auf sich aufmerksam. Die weißen Papageien mit ihrer gelben Kopffeder sind nicht sehr scheu und kommen auch recht nah an Menschen heran. Ein weiterer besonderer Vogel, den ihr in australischen Städten immer wieder finden werdet, ist der Ibis. Mit seinem langen Schnabel sieht er im ersten Moment recht unbehaglich aus, ist aber absolut ungefährlich.

Achtet in den Gardens auch unbedingt auf die Baumkronen. Hier verschlafen unzählige Flughunde ihren Tag und wachen zur Dämmerung auf. Wer also ein bisschen Vampirstimmung haben möchte, der kommt zur Dämmerung zurück in den Park und kann zusehen, wie sich der Himmel schwarz färbt vor lauter Flughunde. Wir laufen durch die Gardens bis zum berühmten Mrs Macquarie’s Point. An dieser Landzunge – im Mrs Macquarie’s Chair, einer Felsbank, saß Mrs Macquarie, die Ehefrau des Gouverneurs von New South Wales Anfang des 19. Jh.s, der Legende nach stundenlang und sah den Schiffen bei der Einfahrt in den Hafen von Sydney zu.

Sydney Macquarie's Point

Traumhafte Aussicht vom Mrs Macquarie’s Point

Heutzutage können wir von hier die Mündung der Bucht, den sogenannten North Head und South Head sehen. Die meisten Besucher interessiert am Mrs Macquarie’s Point allerdings logischerweise eine andere Aussicht. Denn von hier hat man einen fabelhaften Ausblick auf Sydneys Wahrzeichen das Opera House und die Harbour Bridge. Am Silvestertag muss man sich hier bereits am frühen Morgen einen Platz sichern, um eine tolle Aussicht auf das Feuerwerk zu haben.

Am Wasser entlang gehen wir nun in Richtung Opera House. Kurz vor dem Opera House innerhalb der Royal Botanic Gardens finden wir noch das Government House. Dieses Haus war Wohnsitz des Gouverneurs von New South Wales und für eine kurze Zeit auch des Regierungschefs von ganz Australien. Sydney und Melbourne stritten sich lange darum, wer die Hauptstadt von Australien sein sollte, sodass letztendlich Anfang des 20. Jh.s Canberra als Kompromiss gegründet und als Hauptstadt deklariert wurde. Wir laufen nun weiter am Wasser entlang zum Opera House, dem vielleicht bekanntesten Gebäude Sydneys.

Sydney Opera House und Circular Quay

Sydney Botanic Gardens

Auf dem Weg zum Sydney Opera House

Die Oper von Sydney ist eines der jüngsten global bekannten Wahrzeichen. Es wurde erst in den 70er Jahren gebaut. Auch ohne Operntickets kann man in das Foyer der Oper gehen, hier gibt es auch einen Kartenverkauf für Kurzentschlossene. So bezaubernd das Gebäude von außen aussieht, so bedrückend 70er Jahre Stil ist es im inneren. Viel Beton und Holzfarben wurden verbaut, viel Licht kommt nicht hinein. Dennoch strahlt die Oper ihre Faszination aus und wir sind uns sicher, dass ihr am Ende des Tages mindestens 20 Fotos von der Oper gemacht habt.

Wir laufen weiter am Wasser entlang zum Circular Quay, dem zentralen Verkehrsknoten Sydneys. Hier kommen die Züge und U-Bahnen der Stadt zusammen und alle städtischen Fähren legen von hier aus ab. Auf dem Weg dorthin werdet ihr viele Restaurants finden und noch öfter im Bild stehen, denn hier gibt es so viele Fotomöglichkeiten von der Harbour Bridge und der Oper, dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu fotografieren.

Am Circular Quay selbst gibt es oft Aboriginies, die den einen oder anderen Dollar von Touristen verdienen möchten, indem sie Didgeridoo spielen. Ansonsten ist der Platz vor allem eines: geschäftig. Wir laufen daher weiter auf die entgegen gelegene Seite des Anlegers. In den Gassen und Sträßchen hinter dem großen Kreuzfahrtanleger liegt The Rocks, ein einladenes Ausgehviertel direkt zwischen Harbour Bridge und Opera House. Hier findet jeder etwas zu essen oder sogar einen Pub zur Abkühlung. Wir kommen immer wieder gerne hierher, auch wenn die Gegend natürlich in den letzten Jahren touristischer geworden ist. Auch Handwerksläden kann man hier finden.

Harbour Bridge

Sydney Harbour Bridge

Blick von der Sydney Harbour Bridge auf den Circular Quay

Von The Rocks aus laufen wir auf die Harbour Bridge. Bekannt ist die Möglichkeit, die Harbour Bridge zu erklimmen. Auf dem Weg zur Brücke kommen wir auch am Büro der Agentur vorbei. Die Tour ist sehr teuer und aus unserer Sicht nicht lohnenswert, da es auf der Harbour Bridge selbst noch eine Alternative gibt. Stellt euch nicht allzu viel von der Harbour Bridge vor. Sie ist von weitem aus gesehen schöner als wenn man auf ihr steht. Hinter euch wird der sechsspurige Verkehr an euch vorbeidonnern und der Ausblick auf den Hafen ist durch dichten Maschendrahtzaun teils verdeckt. Wenn man sich dies jedoch wegdenkt, kann man dennoch das Opera House und die Royal Botanic Gardens von oben bestaunen.

Im Pylon der Brücke, der am nächsten zum Opera House steht, gibt es eine Ausstellung über die Brücke. Der recht günstige Eintritt lohnt sich, denn die Ausstellung beschreibt sehr gut, welche Mühen man sich machte, um diese gigantische Brücke in den 30er Jahren zu bauen. Im Eintritt inbegriffen ist außerdem der Zugang zum Dach des Pylon, von dem man eine tolle Aussicht auf den Hafen hat.

Milsons Point

Sydney Milsons Point

Die Skyline von Sydney vom Milsons Point

Wir laufen die Harbour Bridge entlang bis zum anderen Ufer nach North Sydney. North Sydney ist inzwischen das alternative Stadtzentrum geworden, viele Büros siedeln sich hier an, da die Innenstadt zu voll und zu teuer geworden ist. Bei der ersten Gelegenheit laufen wir von der Brücke hinab zum Park am Fuße der Brückenpylone, zum Milsons Point. Der Luna Park hier ist ein kleiner Vergnügungspark für Kinder. Vom Milsons Point können wir nochmal einen tollen Blick auf die Skyline von Sydney werfen. Am Milsons Point nehmen wir die Fähre in Richtung Darling Harbour. Keine Sorge, das Ticket kann man auch bei der Ankunft am Darling Harbour kaufen. Das Ziel der Fährfahrt ist das Viertel Darling Harbour.

Darling Harbour

Sydney Darling Harbour

am Darling Harbour

Darling Harbour ist zweifelsohne eine der moderneren Ausgehviertel in Sydney. Der Bereich rund um das kleine Hafenbecken ist heutzutage voll mit Bars, Restaurants und anderen Touristenattraktionen. Direkt am Fähranleger finden sich Attraktionen wie Madame Tussauds oder Sea Life und Wild Life, zwei Tierparks, die einen ersten Eindruck an australischer Tierwelt vermitteln. Lasst den Tag am Darling Harbour ausklingen und erholt eure Füße ein wenig mit einem Eis am Wasser oder einem Känguru-Steak am Harbourside Shopping Centre.

Sydney ist eine faszinierende Stadt und hat noch viel mehr zu bieten, was wir euch in einem separaten Artikel vorstellen werden. Die Anreise von Deutschland ist natürlich sehr weit, doch als Start in das Abenteuer Australien ist Sydney ideal. Nehmt euch mindestens drei Tage Zeit für Sydney und seine Vororte, dann habt ihr auch den Jetlag überwunden.

Anreise

Sydney ist über Asien oder Arabien durch viele Fluggesellschaften erreichbar.

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Unterkunft

In Sydney gibt es viele Hotels. Egal, ob im CBD oder im Darling Harbour gelegen, man hat immer eine recht gute Lage. Unser Pick in Sydney ist das Oaks Hyde Park Plaza, ein Appartment Hotel, in dem man sich auch sein eigenes Frühstück oder Abendessen kochen kann.

Reisezeit

Sydney hat im Gegensatz zu seinen nördlichen Nachbarn wie Brisbane noch ausgeprägte Jahreszeiten. Im Sommer (Januar / Februar) können die Temperaturen sehr heiß werden. Der Herbst ist normalerweise die beste Zeit für Sydney, im März und April kann es auch noch 30 Grad warm werden, aber die heißesten Tage sind vorbei. Im Winter wird es etwas regnerischer und windiger, die Temperaturen fallen jedoch auch nicht unter 10 Grad.

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