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Sri Lanka – die Oase Vorderasiens

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Zugegeben, als uns das erste Mal Sri Lanka als Reiseziel in den Sinn kam, waren wir sehr skeptisch. Zu sehr sind noch die Nachrichten über den Bürgerkrieg im Kopf und zu oft haben wir bereits von Bekannten gehört, die in Indien waren und nichts Gutes zu berichten hatten.

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Doch ein richtiges Bild von einem Land kann man sich eben nur selbst machen. So entschieden wir uns, das Land zu erkunden. Aufgrund der kulturellen Unterschiede war für uns allerdings von vornherein klar, dass wir Sri Lanka nicht auf eigene Faust erkunden würden. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich später herausstellte (seht auch unsere Meinung zu Reisen individuell und organisiert).

In diesem Zusammenhang ist es vielleicht gut zu erwähnen, dass Sri Lanka ein absolut sicheres Land ist und man es durchaus auf eigene Faust bereisen kann, wie wir auch viele gesehen haben, die genau dies gemacht haben. Doch aus unserer Sicht erholsamer ist die Variante mit eigenem Guide und Fahrer. Während in einigen Ländern das Reisen mit persönlichem Guide und Fahrer ein Luxus ist (siehe zum Beispiel Japan), ist es in Sri Lanka absolut erschwinglich. Wir hatten uns entschlossen, die Rundreise über Marco Polo Reisen zu buchen und einige individuelle Änderungen vorzunehmen. Aber genug der Vorrede, ab ins Land der Elefanten!

Evaneos - Sri Lanka

Der internationale Flughafen von Colombo liegt etwas außerhalb der Hauptstadt. Nach unserer Ankunft fuhren wir direkt weiter nach Negombo, einem Küstenort nördlich von Colombo. Hier stand zuerst einmal akklimatisieren und ankommen auf dem Programm. Dilan, unser Guide und Fahrer für die Tour, zeigte uns am nächsten Tag die Fischmärkte von Negombo. In Sri Lanka ist dies noch sehr traditionell. Der Fisch wird noch am Strand getrocknet, Kinder und Großeltern passen dabei auf, dass die Vögel sich nicht über die Ware hermachen.

Sri Lanka AffeDas kulturelle Dreieck

Von Negombo aus ging es am nächsten Tag ins Landesinnere, zum sogenannten kulturellen Dreieck. Unterwegs stoppen wir in Dambulla, wo ein Kloster in eine Höhle gebaut worden ist. Sri Lanka wurde über Jahrhunderte von Herrschern beherrscht, die zuvor ihre Macht in Südindien verloren hatten. Aus Angst, auch in Sri Lanka vertrieben zu werden, entschieden sie sich, ihre Hauptstädte ins Landesinnere zu bauen, um Angriffen besser standhalten zu können. Die erste Hauptstadt Sri Lankas war Anuradhapura. Heute ist Anuradhapura ein Pilgerort, da hier auch die ältesten Tempel des Landes stehen. Die Anlage von Anuradhapura ist nicht nur wegen ihrer Jahrtausende alten Bauwerke faszinierend, hier mischt man sich auch unter die Einheimischen Pilger. Ein wichtiger Ort des buddhistischen Glaubens ist der Baum der Erleuchtung. Ein jahrtausende alter Baum, der aus dem Samen des Baums gepflanzt wurde, unter dem Buddha seine Erleuchtung fand.

 

Sri Lanka Elefanten

Am nächsten Tag ging es für uns nach Polonnaruwa, das nach der Ablösung Anuradhapuras Hauptstadt Sri Lankas wurde. Polonnaruwa begeistert ebenfalls durch Bauwerke, die von einer Zeit zeugten, in der Elefanten noch die wichtigsten Transportmittel waren. Polonnaruwa zeugt mehr von der Herrscherzeit als von religiösen Einrichtungen. Die Ruinen des Königspalast lassen erahnen, welch große Bauwerke bereits vor 1000 Jahren zu Ehren der Herrscher gebaut wurden. Im Anschluss an die Besichtigung Polonnaruwas wechselten wir das Gefährt. Nun ging es in einen Jeep. Es stand eine Elefantensafari auf dem Programm. Im Nationalpark Minneriya, der im Gegensatz zum Yala Nationalpark im Süden des Landes bei Touristen nicht ganz so bekannt ist, hieß es Ausschau halten nach Elefanten und, mit sehr viel Glück auch Leoparden. Beeindruckend ist, wie nah man den grauen Riesen kommen kann auf dieser Safari.

Sri Lanka Sirigiya

Vor dem Aufstieg zum Sirigiya

Aktiv wurde es am letzten Tag im kulturellen Dreieck. Der Löwenfels Sigiriya ist vielleicht das bekannteste Wahrzeichen des Landes. Der fast 200m hohe Fels sticht aus der sonst eher flachen Landschaft heraus. Im 7. Jahrhundert war er tatsächlich der Standort einer königlichen Festung. Wie genau die Arbeiter alle Utensilien zum Bau eines Palastes den Fels hinauf bekamen, ist bis heute unvorstellbar. Der ca. einstündige Aufstieg in der Kühle des Morgens ist für uns schon ohne Gepäck eine Herausforderung. Auf der Spitze des Felsens kann man erahnen, wie die Festung ausgesehen haben mag. Der eigentliche Star oben aber ist die einzigartige Aussicht über die Regenwälder der Landesmitte. Überall stechen weiße Tempel aus der Natur hervor.

Kandy

Wir verlassen die Landesmitte und siedeln nach Kandy über. Kandy war nach der Kolonialisierung durch Portugiesen und Niederländer die Hauptstadt Sri Lankas. In Kandy erwartet uns der Zahntempel, die wichtigste Pilgerstätte des Landes und eine der wichtigsten Tempel des Buddhismus weltweit.

Sri Lanka Kandy

Der Zahntempel in Kandy

Das Relikt eines Zahns Buddhas lockt viele Gläubige und Touristen hierher. Man muss sich hier auf viele Menschen einstellen, doch unser Guide gab uns wertvolle Tipps, wie man innerhalb des Tempels die Menschenmassen einigermaßen vermeiden konnte.
Kandy ist auch die erste richtige Stadt, die wir seit Negombo besuchen. Daher heißt es hier auch – wenn dies gewünscht ist – die Lust auf Shopping befriedigen, denn hier gibt es alles was das Herz begehrt: Seidentücher, Holzskulpturen und natürlich Buddhas in allen Farben und Formen.

Nuwara Eliya

Weiter Richtung Süden ging es dann per Zug. Die faszinierende Landschaft der hügeligen Teeplantagen kann man am besten per Zug erkunden. Der Zug brachte uns in die höher gelegenen Ebenen des Landes, wo das Klima ideal für den Anbau von Tee ist. Sri Lanka ist eines der größten Produzenten und Exporteure von Tee, aber es waren erst die Engländer, die den Tee überhaupt nach Sri Lanka brachten. Unsere Stopp für die Nacht war Nuwara Eliya. Wenn wir es nicht besser wüssten, hätten wir gedacht, wir hätten Sri Lanka verlassen und wären jetzt in England. Nuwara Eliya diente als Wohnort für die englischen Teeanbauer, daher erinnert die Architektur und die Atmosphäre der Stadt eher an England als an Vorderasien. Eine weitere Umstellung hier ist auch das Klima. Nach vielen Tagen in der Hitze fanden wir hier auf einmal einen Heizlüfter auf dem Zimmer; den wir tatsächlich auch benötigten.

Sri Lanka Reisfelder

Reisfelder am Yala Nationalpark

Yala Nationalpark

Von den Teeplantagen in der höchsten Region des Landes ging es dann wieder den Berg hinunter an die Südküste der Insel. Der Yala Nationalpark ist der größte und bekannteste Nationalpark des Landes. Neben Elefanten gibt es hier auch viele exotische Vogelarte und Büffel zu sehen. Unser Guide schlug uns eine kurzfristige Änderung des Plans vor und so machten wir eine Nachmittagssafari, da die meisten Touristen die Safari morgens oder mittags unternehmen. Auch die Landschaft des Yala Nationalparks ist sehr abwechslungsreich. Von den Sumpfgebieten am Eingang des Nationalparks (wo auch viel Reis angebaut wird), geht es später in bergigere Regionen. Auch die Strände des Nationalparks sind sehr sehenswert, erinnern aber auch stets an die Schäden, die der große Tsunami an Weihnachten 2004 angerichtet hatte.

Insbesondere die Südküste Sri Lankas lädt dazu ein, einige Tage noch in einem Strandresort zu verweilen. Hier kann man surfen lernen oder einfach nur die Seele baumeln lassen. Die weißen Strände, Palmen und das warme Wasser erinnern an die Karibik. Wir hatten uns entschieden, unseren Badeurlaub auf den Malediven zu verbringen und sind daher nicht zum Baden in Sri Lanka geblieben.

Sri Lanka Galle

Boutique Hotel in Galle

Galle

Unsere letzte Station in Ceylon, wie das Land vor der Unabhängigkeit hieß, war das ehemals portugiesische Fort Galle. Das Fort ist umringt von Strand und Meer und begeistert durch seine einzigartige Architektur. Viele Gebäude sind noch sehr gut erhalten und so fühlt man sich um einige hundert Jahre zurückversetzt als Galle noch ein Handelshafen für Portugiesen und Niederländer war. Die vielen kleinen Läden innerhalb des Forts laden zum Bummeln ein und kleine Restaurants locken mit portugiesischen Spezialitäten oder für uns mit der letzten Chance auf Sri Lanka’s Spezialität, das Devilled Chicken, einem Hühnchencurry in scharfer süß-saurer Sauce.

Wir werden in weiteren Artikeln die einzelnen Stationen Sri Lankas noch genauer vorstellen. Sri Lanka ist ein aktuell noch sehr unbekanntes Reiseziel, hat jedoch viel mehr Beachtung verdient. Natürlich steht und fällt eine solche Reise auch immer damit, wie man mit seinem Guide klarkommt und dies hat hier einfach wunderbar funktioniert. Dilan schaffte es die richtige Mischung aus Kultur erklären und das Land genießen zu schaffen, war stets mit uns unterwegs und gab uns trotzdem die für einen Urlaub nötige Zeit für uns.

Falls ihr euch nun überlegt, auch mal Sri Lanka zu erleben, haben wir euch hier nochmal alles wichtige zusammengefasst:

Anreise

Mit dem Flugzeug gibt es Direktverbindungen nach Colombo mit Lufthansa und Sri Lankan. Günstiger ist es häufig mit Emirates oder Etihad mit einem Umstieg in Dubai oder Abu Dhabi. Dies bietet sich insbesondere an, wenn ihr vorhabt, noch auf die Malediven zu fliegen, denn mit Etihad und Emirates gibt es gute Angebote für Gabelflüge

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Reisezeit

Wir waren im April in Sri Lanka und halten dies für eine super Reisezeit. Die Regenzeit hat noch nicht begonnen und es ist nicht so heiß. Grundsätzlich ist Sri Lanka gerade in der Zeit von Dezember bis April/Mai empfehlenswert

Rundreise

Auf eigene Faust kann man Sri Lanka recht gut bereisen. Das Land ist sicher und englisch wird fast überall gesprochen. Es bietet sich jedoch an, eine geführte Rundreise zu machen. Die Preise für einen privaten Guide sind nicht sehr hoch und mal bekommt viel mehr vom Land erklärt. Außerdem kennt der Guide sich mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Verkehr aus. Wir haben unsere Rundreise geführt gemacht und würden dies wahrscheinlich wieder so machen. Ein Reiseanbieter für eine private Rundreise ist beispielsweise Evaneos

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