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Souvenirs und Kuriositäten – Londons Märkte

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

London war schon immer ein Paradies für alle Shopping-Liebhaber. Besondere Shopping-Erlebnisse, die selbst auch als Sehenswürdigkeiten durchgehen können, sind die verschiedenen Märkte, die es quer über London verstreut gibt. Wie wahrscheinlich in jeder großen Touristenstadt gibt es auch hier auf allen Märkten viele Stände mit billiger Mode und Schmuck aus Ostasien, aber zum Glück hat sich jeder Markt, den wir hier vorstellen, viel von seinem eigentlichen Charme behalten. Hier haben wir euch also eine kleine Übersicht über unsere liebsten Märkte zusammengestellt, für wen sie besonders interessant sein könnten und wie man dort hin kommt. Ihr wart noch nie in London? Schaut euch unsere Tipps für den ersten Besuch in London an!

Für antike Kuriositäten: Portobello Road Market

London Portobello MarketWahrscheinlich einer der bekannteren Märkte in London ist der Portobello Road Market. Viele kennen ihn vielleicht aus dem Film „Notting Hill“, wo Hugh Grant in der Nähe wohnt und über den Markt schlendert – die berühmte blaue Tür von seinem Haus gibt es übrigens leider nicht in echt.

Was: Der Portobello Road Market verändert sich jeden Tag. Entlang der namensgebenden Portobello Road gibt es sehr viele (touristische) Antiquitäten- und Plattenläden, je nach Wochentag kommen auch Marktstände auf der Straße dazu. Freitags wird hier vor allem Essen verkauft – Obst, Gemüse, Gebäck und der ein oder andere Foodtruck. Samstags dann kommen auch Marktstände mit Antiquitäten, Büchern und (Vintage-) Mode dazu.

Für wen: Hier kann jeder Schnäppchenjäger auf seine Kosten kommen, da es eine so große Auswahl an Waren gibt. Sei es, für den Lebensmittel-Wochenendeinkauf oder weil man noch den perfekten Hut für die goldene Hochzeit der Großtante braucht. Bei alledem muss man sich allerdings im Klaren darüber sein, dass man gerade am Samstag, wenn die ganzen Stände offen haben, beim besten Willen nicht allein auf dem Markt sein wird. Das muss man mögen, andererseits sollte man sich das Viertel Notting Hill nicht entgehen lassen. Allein die hübschen Häuschen und die Atmosphäre sind einen Besuch wert.

Nächste Tube-Station: Ladbroke Grove und Notting Hill sind beide ca. 5 Minuten zu Fuß entfernt, jeweils von den beiden Enden des Straßenmarktes.

Camden Market

London Camden MarketLondon ist die Heimat des Grunge und hier in der Gegend kann man das spüren. Das ganze Stadtviertel hat je nach Straßenzug etwas Patina, die aber dann umgewandelt wird, in etwas total verrücktes, buntes, rockiges. Leider hat im Sommer 2017 ein großes Feuer im Camden Lock Market gewütet.

Was: Wie das Viertel an sich, sind auch viele Marktstände etwas alternativer. Hier findet man tatsächlich viel Kunsthandwerk, von begabten Goldschmieden, jungen Modedesignern oder modernen kreativen Köpfen, die sich auf Lasercut-Laptophüllen spezialisiert haben. Bei alledem sollte man sich auch genügend Zeit nehmen um im Innenhof vom Camden Lock Market zwischen all den Essensständen hindurch zu flanieren. Man kann hier Spezialitäten aus aller Herren Länder probieren: einen saftigen Känguru-Burger aus Australien, eine spanische Paella oder einen indischen Roti-Wrap. Das meiste wird auch frisch vor euren Augen zubereitet. Da viele Leute wissen, wie gut das Essen hier ist, kann es gerade um die Mittagszeit in diesem Hof extrem voll werden. Sitzplätze sind rar gesät.

Für wen: man kann sich den Camden Market in seinen Ursprüngen als eine Vorform von Plattformen wie Dawanda oder Etsy vorstellen. Seit den 1970er-Jahren bietet er kreativen, begabten Künstlern und Bastlern eine Möglichkeit ihre Waren an den Mann/die Frau zu bringen. Deswegen ist Camden für jeden etwas, der das gewisse Extra sucht. Es gibt hier alles, außer das Gewöhnliche.

Nächste Tube-Station: Die Tube-Station Camden Town ist nur einen Steinwurf von den ersten Geschäften entfernt. Allein der Weg zum Markt ist mit seinen „geschmückten“ Häusern eine echte Sehenswürdigkeit.

Für auf dem Weg: Old Spitalfields Market

Früher war Old Spitalfields ein Bauernmarkt und auch heute noch ist Essen hier ein großes Thema.

Was: Der Markt befindet sich in einer offenen Industriehalle, an den Rändern überall Restaurants und auch im Markt wird ein großer Teil der Fläche von Essensständen eingenommen. Auch auf diesem Markt wird Kunsthandwerk verkauft, nur nicht so abgefahrene und moderne Sachen wie z.B. in Camden. Leider muss man auf der anderen Seite ehrlicherweise sagen, dass Old Spitalfields der Markt ist, der verhältnismäßig die meisten Stände mit den immer gleichen billig T-Shirts aus Ostasien hat.

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Für wen: Für uns ist Old Spitalfields eher eine „Durchgangsstation“ auf dem Weg zum Brick Lane Market, dem eigentlichen Highlight dieser Gegend (siehe unten). Der Markt ist nett zum Durchlaufen, es ist nicht zu voll und man findet auch hin und wieder einen echten Schatz, aber leider kann die Qualität und die Ausgefallenheit der angebotenen Ware oft nicht mit der auf anderen Märkten mithalten.

Nächste Tube-Station: Das große Drehkreuz Liverpool Street Station ist nur 3 Minuten entfernt.

Für Vintage-Fans: Brick Lane Market

Brick Lane ist unser absoluter Lieblingsmarkt und lässt sich wunderbar mit Old Spitalfields verbinden. Erst nach Old Spitalfields und dann einfach ein paar Straßen weiter und man ist im Vintage-Himmel

Was: Jeden Sonntag gehen hier die Türen und Tore zu den verschiedensten Vintage-Klamottenläden auf. Wo unter der Woche nichts los und alles abgeriegelt ist, tummeln sich dann sonntags in den Hinterhöfen und Kellerläden die Vintage-Liebhaber. Hier gibt es nicht nur alte, abgefahrene Klamotten, sondern auch LPs früherer Kultbands zu erstehen. Vielleicht landet man ja hier einen Glücksgriff. Natürlich gibt es auch hier Straßenstände, aber es lohnt sich eben in die Höfe oder die Keller zu schauen, dort findet sich der „echte“ Markt.

Nächste Tube-Station: Wenn man Brick Lane mit Old Spitalfields verbindet, dann ist die Station Liverpool Street am geschicktesten. Für einen Besuch nur des Brick Lane Marktes ist die Station Shoreditch High Street etwas näher dran.

Für alles Essbare: Borough Market

London Markt Borough MarketWenn man sich nach einem ausgiebigen Shopping-Tag auch um sein leibliches Wohl kümmern möchte, der kommt auf Londons ältesten Markt. Er wurde bereits im 11. Jahrhunderterwähnt.

Was: Praktisch alles, was man sich an Lebensmitteln vorstellen kann. Entweder Zutaten zum selber kochen oder direkt um dort seinen Hunger zu stillen. Im Frühjahr und Sommer bekommt man frisches regionales Obst und Gemüse, im Winter kann man sich im festlich geschmückten Markt bei Glühwein und Lebkuchen in weihnachtliche Stimmung versetzen lassen.

Für wen: Für jeden, der Hunger hat oder sich und andere mit etwas selbst gekochtem verwöhnen möchte, ganz egal wie exotisch. Am besten morgens vorbeischauen um den Menschenmengen zu entgehen, aber auch zum Mittagessen einen Besuch wert.

Nächste Tube-Station: London Bridge ist etwa 5 Minuten zu Fuß entfernt

Anreise

London hat insgesamt vier Flughäfen, von denen man in die Hauptstadt gelangt. Bei der Flugsuche gibt man am besten das Kürzel LON ein, dann bekommt man Flugangebote zu allen Londonern Flughäfen. Ab Gatwick, Stansted und Heathrow fahren Express-Züge, Heathrow ist ebenfalls an das U-Bahn-Netz angeschlossen. Bucht man die Express Züge vor (es gilt keine Zugbindung am An- und Abreisetag), bekommt man auch einen Frühbucherrabatt. Von Gatwick, Luton und Stansted fahren ebenfalls Busse der Firma National Express, die insgesamt länger brauchen, aber mehrere Stopps innerhalb von London machen.

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Unterkunft

Grundsätzlich ist London kein günstiges Reiseziel, was man vor allem an den Hotelpreisen merken wird. Wir empfehlen ein Hotel mit gutem Anschluss an eine U-Bahn Station. Ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bietet das Crestfield Hotel in der Nähe des St. Pancras Bahnhofs. Ein modernes Hotel mit gutem Preis in der Nähe des Bahnhofs Liverpool Station (von dem der Express Zug nach Stansted fährt) ist das Point A Hotel Shoreditch.

Reisezeit

Wenn man uns fragt, geht London einfach immer. Das berühmte englische Wetter ist eigentlich gar nicht so schlimm. London hat tatsächlich sogar eine niedrigere Niederschlagsmenge als Rom (590mm vs. 760mm) und ist in der Hinsicht vergleichbar mit Lissabon. Zugegeben, in Rom und Lissabon regnet es seltener und dafür heftiger. In London nieselt es eher, dafür eben häufiger. Unnützes Wissen nebenbei 😊 Frühling und Sommer sind oft sonnig und warm bis heiß, im Herbst und Winter kann es dagegen lange ziemlich grau und düster sein. Aber auch zum Weihnachtsshopping kann man mit dem Wetter Glück haben. Es ist hier auf der Insel nur schwer vorhersagbar.

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