Skandinavien

Reiselexikon: Färöer Inseln

Bei der Vorbereitung für unseren Kurztrip auf die Färöer Inseln ist uns aufgefallen, dass es nicht wirklich viele Anlaufstellen für Informationen gibt. Deswegen wollen wir hier das Wichtigste von A bis Z in Kürze zusammenfassen. Detaillierte Berichte über die einzelnen Inseln der Färöer findet ihr beispielsweise über Mykines.

Wir sind ja schon zu dem ein oder anderen Ziel geflogen, aber der Anflug hier war einer der schönsten, die wir mitgemacht haben. Der Pilot hat zwar vor Turbulenzen gewarnt, weil der Anflug durch ein Fjord geht und man da einfach mit Seitenwinden rechnen muss; wir hatten aber Glück und alles war ruhig. Dafür hatten wir beste Aussicht auf die hohen Steilwände zu beiden Seiten und schon den ein oder anderen Wasserfall.

für Hobby- oder auch richtige Ornithologen sind die Färöer Inseln ein kleines Paradies. Unter visitfaroeislands.com kann man sich einen eigenen Birdwatching Guide runterladen. Aber selbst für uns Laien war der Ausflug zu den Papageientauchern ein echtes Highlight. Die bekommt man ja tatsächlich nicht oft zu Gesicht und sie sind einfach zu knuffig. Bei uns waren sie grad schwer damit beschäftigt, Gras für ihre Nester zu sammeln.

wer der Natur noch näher sein möchte, als man es hier die meiste Zeit sowieso schon ist, greift auf Camping zurück. Da praktisch alles auf den Inseln Privatgrund ist, ist Wildcampen nicht erlaubt. Es gibt tatsächlich 20 offizielle Campingplätze über die Inseln verteilt, wo man mit dem Van oder dem Zelt sein Lager aufschlagen kann.

bekanntermaßen sind die ja überall, im Zweifelsfall sind es wir 😊

für unsere Woche sind wir mit jeweils einem Handgepäckskoffer geflogen. Das war auch ok, das einzige, was Platz weggenommen hat, waren die Wanderschuhe (die kann man auch zum Flug anziehen, ist schon klar, aber es ging ja auch so 😊). Der wichtigste Packtipp für Färöer: nehmt alles mit, was Thermo im Namen hat. Es ist auch im Sommer kühl, windig und feucht.

ob die Färöer Inseln zu Dänemark gehören oder nicht, das ändert sich, je nachdem, wen man fragt. Ihre „Unabhängigkeit“ machen sie unter anderem durch eine eigene Währung deutlich. Zumindest, was die Gelscheine angeht. Man zahlt hier mit Dänischen Kronen, nur dass es eigene Scheine gibt. Die Münzen sind dieselben. Man sollte nur darauf achten, dass man alle Scheine vor Abflug wieder ausgibt, die werden nämlich selbst in Dänemark nicht angenommen.

Zur Navigation auf den Inseln braucht es eigentlich kein GPS. Hier war auch die erste Mietwagenstation, die uns keins aufschwatzen wollte. Man bekommt am Flughafen eine kostenlose Landkarte und da sind tatsächlich auch alle Straßen drauf, es gibt ja nicht so viele. Also dieser Roadtrip ganz oldschool mit dem Beifahrer als Navigator 😊

um auf die Färöer Inseln zu kommen, hat man zwei Möglichkeiten: per Wasser oder durch die Luft. Fliegen kann man über Kopenhagen mit SAS, über Edinburgh, über Bergen oder von Island aus (alle drei mit Atlantic Airways). Eine Schiffsverbindung gibt es mit einer Autofähre zwischen Dänemark und Island mit der Smyril Line.

bietet sich hier ja geradezu an. Die meisten Inseln sind mit kurzen Brücken oder Unterseetunneln miteinander verbunden, wodurch man auch mal drei Inseln an einem Tag besuchen kann. Die Entfernungen sind auch nicht weit, wir waren zwischen unseren Stopps nie länger als eine halbe Stunde unterwegs. Da kann man die eigenen Charaktere der verschiedenen Inseln gut erkunden.

wir haben Leute sagen hören, die Färöers seien so wie Island es noch vor zehn Jahren war, bevor die Touristen dort eingefallen sind. Direkt zu diesem Vergleich können wir nichts sagen, aber im Moment sind die Färöers tatsächlich noch sehr ursprünglich und man läuft kaum anderen Touristen über den Weg, selbst an den Sehenswürdigkeiten hält sich die Zahl absolut in Grenzen. Wer also einsame Natur genießen möchte, ist hier (noch) absolut richtig.

keine Angst vor Höhen sollte man haben, wenn man hier wandern gehen möchte. Viele Wanderwege sind kleine Trampelpfade mehr oder weniger direkt an einer Steilklippe entlang. Auf der anderen Seite, vielleicht beinhaltet ein Urlaub hier auch eine kostenlose Therapie?

die wenigsten klassischen Reiseführer beschäftigen sich mit den Färöer Inseln. Wir sind in mehreren Buchläden vor dem Regal gestanden und sind nicht fündig geworden. Weder gibt es einen eigenen Färöer Guide, noch werden sie in den meisten Dänemark Guides erwähnt. Wahrscheinlich ist die Nachfrage einfach zu gering. Im dicken Skandinavien Lonely Planet gibt es ein Kapitel, die Frage ist hier, ob man den mit sich rumschleppen möchte. Als Vorbereitung kann man sich ansonsten Infobroschüren über die offizielle Touristenbehörde der Färöer runterladen oder bestellen oder man hält sich an Reiseblogs.

es gibt hier eine Unmenge an wunderschöner Natur zu bestaunen. Steile Fjorde, kleine Inseln und vernebelte Wasserfälle. Dafür braucht es schon einen eigenen Artikel 😊 Nur ganz kurz: unser Highlight war die Insel Mykines, wo man auf einer steilen Wanderung an einer der größten Papageientaucher-Kolonien vorbeikommt. Sehr putzige Kerlchen vor einer atemberaubenden Aussicht

Oh, das Wetter... Wie unter Einpacken schon beschrieben, sollte man sich auf nass-kalt einstellen. Es wird sehr oft dichten Neben oder tief hängende Wolken geben. Deswegen ist es ratsam, sich in seinem Zeitplan etwas Puffer einzubauen, für Ausflüge oder Wanderungen, die einigermaßen gutes Wetter benötigen. Sonst ist die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass man sich ärgert, weil man den höchten Berg bestiegen hat (880m) und man sieht die Hand nicht vor den Augen.

die Öffnungszeiten der Supermärkte und Banken sind ähnlich wie in Deutschland. Sonntags und Feiertags bleibt alles zu. Wir hatten das Pech an einem Feiertag anzukommen und sind so erstmal überall vor verschlossener Tür gestanden. Zum Glück haben wir einen Ort weiter einen Pizzaladen gefunden, der geöffnet hatte, sonst wäre uns nur noch die Tankstelle geblieben.

man liest zwar in manchen Blogs von Färöers einzigem Sterne-Restaurant, aber für den Alltag tut’s ja auch etwas weniger. Womit wir nicht gerechnet hätten ist, dass sich die Auswahl an Restaurants, außer in der Hauptstadt Thorshavn, auf Pizzaläden beschränkt. Manchmal findet man noch Cafes, aber da gibt es selten mehr als ein belegtes Brot und (sehr leckeren) Kuchen.  Wer nicht die Möglichkeit hat, selbst zu kochen, kann also sein eigenes Ranking der besten Pizza auf Färöer führen 😊

für uns war die Reise hier auch eine Gelegenheit um abzuschalten und dem Trubel etwas zu entkommen. Auf einigen Reisen hat man ja doch eine Liste, was gesehen und erlebt werden muss und genau das wollten wir vermeiden. Natürlich haben wir uns vorher schlau gemacht, was es zu sehen gibt, aber wir haben uns ganz bewusst keinen Stress gemacht, das alles “abzuarbeiten”. Wenn das Wetter nicht mitgespielt hat, dann gab es einen gemütlichen Nachmittag mit einem guten Buch und Pizza 😊 in unserer Unterkunft.

zwischen den Orten und den verschiedenen Inseln sind die Strecken wirklich überschaubar. Am flexibelsten ist man natürlich mit dem eigenen Mietwagen. Navigation sollte, wie oben beschrieben, auch kein Problem sein. Für Individualreisende bietet sich außerdem ein gut ausgebautes Bus-Netzwerk an. Für Abenteuerlustige gibt es auch Verbindungen mit dem Helikopter. Bei der Methode sollte man aber auch wetterbedingt einen Puffer einplanen. Es stürmt doch hin und wieder und dann fällt der Flug mal eben aus.

wie ihre eigene Währung haben die Färinger auch ihre eigene Sprache bewahrt. Färingisch wurzelt in alten nordischen Sprachen. Es werden aber auch häufig die skandinavischen Sprachen verstanden und viele, vor allem unter den jüngeren Bewohnern, sprechen auch Englisch.

Tunnel sind hier eine ganz besondere Erfahrung. Einerseits gibt es die modernen Unterseetunnel, die manche Inseln miteinander verbinden und die zwischendurch mal kunterbunt beleuchtet sind. Dann gibt es aber noch die einfacheren, die abgelegene Dörfer mit der restlichen Welt verbinden. Hier kommt es nicht selten vor, dass sie einspurig sind, obwohl man in beide Richtungen durchfahren kann. Um Unfälle zu vermeiden, hat eine Fahrtrichtung alle 100m eine Ausweichbucht, um den Gegenverkehr abzuwarten (Profis schalten beim Warten das Licht aus, um die entgegenkommenden Fahrer nicht zu blenden). Was das Ganze noch spannender macht, ist die praktisch nicht vorhandene Beleuchtung. Beim ersten Mal auf jeden Fall ein Erlebnis.

Bettenburgen wir man hier – zum Glück - nicht finden. Unterkünfte sind relativ teuer. Es gibt einfach nicht so viele, da regelt die Nachfrage den Preis. Es gibt einige Hotels, vor allem aber Zimmer oder Wohnungen von privat. Manchmal sogar den Wohnwagen im Garten vom Vermieter 😊 Wir hatten drei verschiedene AirBnBs und waren bei allen drei sehr zufrieden. Günstiger sind auf jeden Fall die Campingplätze, nur muss man dann eben sehr wetterfest sein.

Die Färöer Inseln sind offiziell nicht Teil der EU. Die Angaben über die Einreiseformalitäten sind teils nicht ganz klar. So ist für EU-Bürger der EU-Personalausweis für die Einreise nicht ausreichend, für Deutsche und Italiener wird hier jedoch eine Ausnahme gemacht. Wir haben den Reisepass zur Sicherheit mitgenommen.Tatsächlich gab es bei unserer Einreise aus Kopenhagen kommend auf den Färöern überhaupt keine Passkontrolle und wir konnten wie bei einem Inlandsflug direkt aus dem Terminal gehen.

Wandern ist wahrscheinlich die Haupt-Aktivität für Touristen hier. Auch hierzu gibt es einen Guide mit den beliebtesten Wanderungen unter visitfaroeislands.com. Im April diesen Jahres erst waren die Inseln für Touristen “geschlossen”, weil die Einheimischen die Wanderwege wieder herrichten und erneuern wollten. Trotzdem ist es häufig noch so, dass die Wege sich nur schlecht von den Trampelpfaden der unzähligen Schafe unterscheiden lassen. Viele Wege werden deswegen jetzt mit farbigen Pfählen markiert. Gerade an den Steilklippen sollte man sich bei dem häufig böigen Wind an diese Markierungen halten. Allgemein sollte man mit eher steilen Wegen rechnen, aber es ist für jeden Fitnesslevel was dabei.

V, W, X und Y bieten einen guten Überblick, was man auf den Färöern alles unternehmen kann und wie vielseitig dieses kleine Land doch ist. Es werden also auch die Actionfans unter uns bedient. Es gibt mehrere Anbieter zum Cliff-Jumping, Kajaken auf dem Meer oder auch zum Tauchen und Schnorcheln.

Für die Gemütlicheren auf der Suche nach einer echten Auszeit werden inzwischen auch eigene Yoga-Reisen angeboten. Bei der Umgebung kann das mit der Entspannung ja gar nicht mehr schiefgehen.

Wo ist denn die Zeit geblieben? So schnell geht die Reise hier vorbei... Wir waren fünf ganze Tage hier und würden auch ca. eine Woche als Aufenthalt empfehlen. So kann man sich einen gründlichen Überblick verschaffen und hat noch einen oder sogar zwei Tage “Nebel-Puffer”. Als beste Reisezeit, weil wettertechnisch relativ stabil, gelten Mai und September. Mitte Mai war auch alles voller kleiner süßer Lämmer <3

Das war das ABC der Färöer. Was fehlt noch an wichtigen Infos? Impfungen braucht ihr keine speziellen und die Steckdosen entsprechen den deutschen, also kein Adapter nötig. Habt ihr sonst noch Fragen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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