NaturNeuseelandRundreise

Neuseelands Nordinsel – Auckland und Far North

Neuseeland ist für viele ein Traumziel. Denn die beiden Hauptinseln von „Aotearoa“, wie die Insel in der Sprache der Maori heißt, haben viel zu bieten. Doch die Nordinsel und die Südinsel sind grundverschieden. Man muss beide gesehen haben, um wirklich einen ganzheitlichen Eindruck von Neuseeland zu bekommen. Für Stefan war Neuseeland während der Schulzeit für eine Weile das Zuhause. Dementsprechend viel bekommen wir heute noch von dem Land am anderen Ende der Welt mit und sind hin und weg von Neuseeland. Auch auf unserer Round-the-World-Hochzeitsreise durfte Neuseeland nicht auf dem Reiseplan fehlen. Neben der beeindruckenden Landschaft ist es die Offenheit der Neuseeländer, bei der man sich stets willkommen fühlt, auch wenn man eigentlich der tausendste Tourist ist, der durch Neuseeland tourt.

Auckland Harbour Bridge

Blick auf die „City of Sails“ von der Auckland Harbour Bridge

Wir wollen euch heute die perfekte Route über die Nordinsel vorstellen. In diesem ersten Teil der Runde geht es in die nördlichsten Ecken: von Auckland nach Far North. In weiteren Beiträgen zeigen wir euch, wie eure Route über die Nordinsel weitergehen kann: auf die Coromandel Halbinsel, in das vulkanische Zentrum, und nach Wellington.

Werbung

Für viele beginnt das Abenteuer Neuseeland in Auckland, der größten Stadt Neuseelands. Tatsächlich sind Auckland und Christchurch auf der Südinsel die einzigen beiden internationalen Flughäfen, die Neuseeland mit dem Ausland verbinden. Nur von Australien aus kann man noch andere Orte wie Wellington, Queenstown oder Hamilton anfliegen. Es bietet sich an, eine Neuseeland-Tour so zu planen, dass man entweder in Auckland startet und von Christchurch die Heimreise antritt, oder umgekehrt. Die Reiserichtung solltet ihr auch von der Jahreszeit abhängig machen. Grundsätzlich ist es auf der Nordinsel schon früher warm und im neuseeländischen Herbst (März-Mai) bleibt es im Norden auch noch länger mild. Weitere Informationen zur besten Reisezeit in Neuseeland haben wir euch am Ende dieses Artikels zusammen gefasst.

Auckland

Wir starten also nun in Auckland, der einzigen Stadt Neuseelands mit über einer Million Einwohner. Doch das Stadtzentrum Aucklands ist vergleichsweise klein. In den Straßen des Zentrums, zwischen Hobson Street und Queen Street, gibt es allerlei zum Shoppen und Ausgehen. Neuseeland ist übrigens, etwas überraschend, ein Land für Kaffeegenießer. Wir trinken zwar selbst keinen Kaffee, aber jeder, der aus Neuseeland kam, schwämte vom „Flat White“ oder dem „Short Black“. Nirgendwo kann man dies besser ausprobieren als in der Innenstadt von Auckland. Unser Hoteltipp ist hier das zentral gelegene Auckland City Hotel, welches uns auch in Sachen Preis/Leistung überzeugt hat.

Auckland Hafen

der Hafen von Auckland

Das Highlight der Stadt ist zweifelsohne der Hafen, von dem Kreuzfahrtschiffe auf hohe See gehen, aber auch Fähren Auckland mit den umliegenden Inseln verbinden. Die Bucht von Auckland war bereits zwei Mal Austragungsort des berühmtesten Segelwettbewerbs, des America’s Cup. Und im Jahr 2021 wird hier zum dritten Mal diesen Wettbewerb austragen, worauf die Neuseeländer sehr stolz sind. Denn nur der Titelverteidiger darf diesen Wettbewerb austragen.

Am Yachthafen sieht man außerdem, warum Auckland die „City of Sails“ genannt wird. Die Neuseeländer sind ein Sportverrücktes Volk und im Norden der Nordinsel gibt es außer Rugby nur einen Sport: Segeln. Einige Restaurants liegen pittoresk an den Anlegern, von dekadent bis zum Burgerladen ist hier alles dabei. Gerade beim Sonnenuntergang kann man hier einen ereignisreichen Tag ausklingen lassen.

A propos Rugby: Falls ihr die Gelegenheit habt, ein Rugbyspiel im Eden Park anzuschauen, solltet ihr euch das nicht entgehen lassen. Rugby ist in Neuseeland eine Religion und dementsprechend ist jedes Spiel hier auch ein Fest.

Auckland Sky Tower

der Sky Tower und das Einkaufszentrum Sky City an der Hobson Street

Mit dem Linienbus (u.a. der Linie 27W) geht es aus der Innenstadt hinauf zum Mount Eden. Von hier habt ihr eine großartige Aussicht auf die Innenstadt und die Bucht mit ihren zahlreichen Inseln und – egal zu welcher Tageszeit – den unzähligen Segelbooten. Wer zwar eine schöne Aussicht möchte, aber nicht auf den Mount Eden hinauf fahren, für den ist vielleicht der Sky Tower etwas. Der Turm ist das Wahrzeichen der Stadt und das höchste freistehende Gebäude der gesamten Südhalbkugel. Von der Aussichtsplattform habt ihr einen 360 Grad Rundumblick auf die Innenstadt und den Hafen, seht die Harbour Bridge (die bei weitem nicht mit der in Sydney mithalten kann) oder in die Vororte. Auch hier kommt das Adrenalin nicht zu kurz. Es gibt einen Aufzug mit Glasboden und – man möchte fast sagen natürlich – es wird eine Art Bungeesprung vom Observation Deck zurück Richtung Einkaufsstraße angeboten.

Wenn ihr noch einen Tag Zeit habt, lohnt sich ein Ausflug nach Rangitoto, einer Vulkaninsel in der Bucht von Auckland, um euch ein wenig auf die raue Natur Neuseelands einzustimmen. Egal, ob man noch mehr von der Stadt sehen möchte oder nicht, einen Tag in Auckland sollte man sich mindestens einplanen, allein um den Jetlag ein wenig loszuwerden.

Far North

Die ersten Tage in Neuseeland verbringt man am besten in der Region Far North, der Landzunge nördlich von Auckland. Far North ist neben der Ostküste der Nordinsel die wärmste Region Neuseelands. Hier werden viele Südfrüchte und auch die für Neuseeland berühmten Kiwis angebaut. Sein Lager kann man am besten in der Region um den Ort Paihia aufschlagen.

Cape Reinga und Ninety Mile Beach

Far North Cape Reinga

Cape Reinga

Ein bekannter und schöner Tagesausflug ist die Fahrt zu Neuseelands nördlichstem Punkt, dem Cape Reinga. Hier treffen die Tasmanische See und und der Südliche Ozean aufeinander, und man kann es tatsächlich mit dem bloßen Auge sehen. Bucht man eine Tagestour zum Cape Reinga, so kommt man auch in den Genuss, über Neuseelands sandigsten Highway zu fahren: den Ninety Mile Beach.

Mietwagen dürfen laut Vertragsbedingungen nicht über den Strand fahren. Eigentlich ist der Ninety Mile Beach nur 55 Meilen lang. Um den Strand zu vermessen wurde gestoppt, wie lange eine Pferdekutsche für diesen Abschnitt benötigt. Die Zeit, die die Kutsche benötigte war äquivalent zu neunzig Meilen auf einer Straße. Dass die Pferde im Sand länger für die gleiche Distanz benötigen würden, hatte man wohl nicht bedacht. Der Strand ist ein offizieller Highway, früher sogar eine Landebahn.

Far North Ninety Mile Beach

Mitten auf dem Highway am Ninety Mile Beach

Direkt am Strand sieht man auch die großen Sanddünen, zwischen denen immer mal wieder eine wilde Horde Pferde läuft. Touren halten hier gerne zum Sandboarden, bei dem man sich auf einem Stück Pappe kopfüber die Düne hinunter stürzen kann. Neuseeland ist eben auch das Land der Adrenalin-Junkies. Und Sandboarden ist noch das harmloseste, das werdet ihr am Ende eurer Neuseeland-Reise festgestellt haben.

Die Bay of Islands

Ebenfalls in der Region Far North, direkt vor Paihia, liegt die Bay of Islands, eine Bucht mit hunderten kleinen unbewohnten Inseln. Wenn ihr auf Bootstouren steht, ist eine Segeltour durch die Bay of Islands unumgänglich – eine der schönsten Segeltouren weltweit! Auf der Landseite gibt es direkt neben Paihia einen der wichtigsten Orte in der neuseeländischen Geschichte: Waitangi.

Far North Bay of Islands

Blick von Paihia auf die Bay of Islands

Der Abschluss des „Treaty of Waitangi“ ist bis heute das einschneidenste Erlebnis der Geschichte Neuseelands. Das Abkommen regelte die Landverteilung zwischen den Maoris und den „Pakeha“, den weißen – meist britischen – Einwanderern. Wegen deren kriegerischer Kultur hatten die Briten großen Respekt vor den Maoris und handelten daher dieses Abkommen aus, anstatt wie zum Beispiel in Australien die Ureinwohner zu unterdrücken. Dennoch trickste man bei den Übersetzungen und so unterschrieben die Maoris eine englische Version, die den Briten viel mehr Land und Macht zusprach, als die Maoris ahnten.

Far North Waitangi

Begrüßungszeremonie der Maori

Heutzutage ist Waitangi eines der größten Zentren für Maori-Kultur. Die Kultur der Maori ist weiterhin fest im neuseeländischen Alltag verankert. In Waitangi bieten abendliche Touren einen schönen Einblick in die Bräuche der ersten Einwanderer Neuseelands. Hier kann man auch ein Hangi, ein im Erdreich gegartes Abendessens genießen und den tradtionellen Haka, den Begrüßungstanz, bestaunen.

Kauri Wälder

Ein weiteres Naturhighlight ist fast überall in Far North zu finden: die Kauri Bäume. Kauri Bäume sind riesengroße, uralte Bäume, die ursprünglich fast die gesamte Nordinsel bedeckt hatten. Doch durch ihr langsames Wachstum ist das Holz sehr dicht und daher widerstandsfähig. Ideal zum Bauen von Booten und Häusern. Und so nutzten bereits die Maori das Holz der hölzernen Riesen. Nach der Ankunft der Europäer wurde die Abholzung jedoch auf ein ganz neues Niveau gehoben und kaum ein Kauri Baum wurde stehen gelassen. Heute gibt es die Kauri Bäume hauptsächlich noch in einigen Wäldern in Far North und auf der Coromandel Halbinsel zu bestaunen.

Far North Tane Mahuta

Tane Mahuta, der Gott des Waldes

Der Star der Kauri Bäume steht in einem Kauri Wald an der Westküste von Far North: der Tane Mahuta. Er ist einer der größten Bäume seiner Gattung und leicht durch einen Wanderweg zugänglich. Die unvorstellbare Größe wird euch klar, wenn ihr vor dem Stamm des sogenannten „Gott des Waldes“ steht. Bei einem Umfang von über 15 Metern braucht es schon ein paar Leute, um in einmal zu umschließen. Sein Alter wird auf über 2000 Jahre geschätzt. Heutzutage sind Kauri Bäume von einer Baumkrankheit, dem „Kauri Dieback“ bedroht. Die Krankheit kann durch Wanderer von einem zum anderen Wald verschleppt werden. Daher sind an jedem Wanderweg Reinigungsstationen aufgestellt. Um die Zukunft dieser Riesen sichern zu können, wird geraten, sein Schuhwerk nach jeder Wanderung zu säubern.

Zwei volle Tage sollte man sich für Far North auf jeden Fall Zeit nehmen. Ohne An- und Abfahrt, denn die Fahrt von Auckland benötigt gute fünf Stunden. Von hier aus macht ihr euch auf den Weg zurück in Richtung Auckland, durchquert die Metropole und fahrt in Richtung Osten, zur Coromandel Halbinsel.

Anreise

Der einzige internationale Flughafen auf der Nordinsel ist Auckland. Falls ihr vorhabt, von Australien aus nach Neuseeland zu reisen, so könnt ihr auch nach Wellington oder Hamilton fliegen.

Werbung

Reisezeit

Die Jahreszeiten in Neuseeland sind genau umgekehrt zu den Jahreszeiten in Europa. Daher ist Januar/Februar hier Hochsommer. Gerade im Norden der Nordinsel kann es hier auch sehr heiß werden. Die hohe Intensität der Sonne sollte nicht unterschätzt werden. Die idealste Reisezeit ist wahrscheinlich der Herbst (März/April), der Frühling (November/Dezember) kann sehr verregnet sein. Bei einer Rundreise über beide Inseln solltet ihr beachten, dass die kalte Jahreszeit ein paar Wochen länger andauert als auf der Nordinsel. Daher empfiehlt sich im Herbst, auf der Südinsel zu starten. Im Frühjahr sollte man hingegen eher im Norden starten.

Hinterlasse einen Kommentar

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei