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Melbourne – die Kulturhauptstadt Australiens

Für viele, die an Australien denken, ist Sydney die Stadt Australiens schlechthin. Und natürlich, Sydney ist eine absolute Traumstadt, wie wir in einem anderen Artikel noch beschreiben werden. Doch Melbourne braucht sich hinter dem Rivalen aus New South Wales nicht verstecken. Tatsächlich ist Melbourne die Hauptstadt Australiens, wenn es um Kultur und Sport geht.

Melbourne Eureka

Der Eureka Tower streitet sich mit dem Q1 Tower an der Gold Coast um den Titel „höchstes Gebäude Australiens“

Jedes Jahr im Januar ist Melbourne das Zentrum der Tenniswelt, wenn die Australian Open ausgetragen werden. Das Tennisgelände liegt – eher untypisch für große Sportanlagen – direkt in der Innenstadt. Für viele ist die Sportanlage und die daran angrenzenden Queen Victoria Gardens ein willkommener Ort sich zu treffen, eine Runde laufen zu gehen oder beim Spazierengehen die Ruderer anzufeuern, die auf dem Yarra River trainieren.

Die Mischung aus Großstadt-Feeling und Parklandschaften macht Melbourne zu einer Großstadt, der man die fast fünf Millionen Einwohner gar nicht anmerkt. Im Stadtzentrum laden die Fußgängerzone und Chinatown zum Bummeln ein, doch nur ein paar Minuten weiter ist man schon in den bereits erwähnten Queen Victoria Gardens. In diesem großen Parkgelände findet man auch Zeugen der Geschichte Australiens: das Government House war der Regierungssitz Australiens, bevor Canberra zur Hauptstadt erklärt wurde. Heute ist es weiterhin Regierungssitz des Bundesstaates Victoria, von dem Melbourne die Hauptstadt ist.

Melbourne Shrine

Blick vom Shrine of Remembrance auf das Stadtzentrum

Ebenfalls in den Queen Victoria Gardens findet man den Shrine of Remembrance. Aus unserer Sicht ist ein (kostenloser) Besuch dieses Denkmals für jeden Europäer Pflichtprogramm. Das Denkmal erinnert an die Beteiligung der australischen und neuseeländischen Truppen am ersten Weltkrieg und die großen Verluste, die diese dabei erlitten. Die wichtigste Schlacht, die australische und neuseeländische Soldaten gefochten haben, war die Schlacht in Gallipoli in der heutigen Türkei. Gallipoli ist bis heute in Down Under ein Inbegriff der Schrecken des Krieges, obwohl die meisten Kriege tausende von Kilometern entfernt stattfanden. Der ANZAC Day, ein nationaler Feiertag in Australien und Neuseeland, erinnert an die hohen Verluste in der Schlacht bei Gallipoli.

Melbourne Albert Park

Wenn keine Formel 1 stattfindet, kreuzen auch gerne Schwäne die Rennstrecke im Albert Park

Vom Shrine of Remembrance geht es die geschäftige St Kilda Road gen Süden. Viele Unternehmen zieht es heutzutage aus der Innenstadt auf die St Kilda Road. Rechts von der St Kilda Road befindet sich der Albert Park, ein Park mit großem See in der Mitte. Der Albert Park wird einmal im Jahr weltweit berühmt, wenn die Formel 1 Saison auf den Service Straßen des Parks im März mit dem Großen Preis von Australien eröffnet wird.

Weiter Richtung Süden – nun allerdings mit der Straßenbahnlinie 3 oder 16, um Zeit zu sparen – erreichen wir dann den Stadtteil St Kilda. St Kilda hat zwei sehr unterschiedliche Jahreszeiten: den Winter, wo der Stadtteil fast ausgestorben wirkt, und den Sommer, wo hier auf einmal mehr Ausflügler und Touristen als in der Innenstadt sind. Zurecht, denn der St Kilda Beach lädt zum Schwimmen, Surfen, Sonnenbaden und Beach Volleyball spielen ein. Viele, ja fast alle Freizeitaktivitäten Melbournes findet man im Sommer in der Nähe des St Kilda Beaches. Auch der Luna Park, ein kleiner Freizeitpark, ist direkt am Strand zu finden. Die Unterkünfte und Restaurants wissen um die Anziehungskraft St Kildas im Sommer und so sind hier viele eher auf der oberen Preisskala anzusiedeln.

Melbourne Exhibition

Royal Exhibition Hall

Frisch gebräunt und vom Meer erfrischt können wir uns dann der Innenstadt Melbournes wieder zuwenden. Ikonisch im Stadtzentrum ist die Flinders Station, dem Hauptbahnhof Melbournes, in dem man morgens und abends tausende von Pendlern findet – auch in Melbourne werden Immobilien immer teurer. Blickt man von hier Richtung Tenniskomplex sieht man auch den Melbourne Cricket Ground, den Melbournians eigentlich nur als MCG kennen. Der MCG war das Olympiastadion der Olympischen Spiele von 1956 und fasst heute noch (natürlich nach ein paar Renovierungen) mehr als 100.00 Zuschauer, die hier vor allem Cricket und Australian Rules Football anschauen.

Von der Flinders Street Station gehen wir die Fußgängerzone hoch. Viele Restaurants und Pubs findet man links und rechts der Straße. Ein Tipp: traut euch auch in die Seitengassen, hier findet man oft Geheimtipps zum Essen und Trinken. Vor allem asiatische Restaurants sind in der Innenstadt sehr zu empfehlen; durch große Einwanderungsströme aus Asien in den letzten Jahren ist die Auswahl hier nicht nur vielfältiger, sondern auch authentischer als wir sie in Europa kennen.

Im Norden der quadratisch angeordneten Innenstadt finden wir einen weiteren Park, die Carlton Gardens. In den Carlton Gardens entdecken wir das Royal Exhibition Building, ein Ausstellungsgebäude, dessen Größe und Baustil uns in das viktorianische England zurückversetzen lässt.

Melbourne Docklands

Docklands

Im Westen der Innenstadt schließen sich die Docklands an. Das ehemalige Hafengelände wurde in den letzten fünfzehn Jahren neu erschlossen und ist nun das neue, moderne Zentrum Melbournes. Shopping Malls und Food Courts findet man hier, stets in direkter Nähe zum Wasser. Für ein schönes Abendessen im Sonnenuntergang oder einen Streifzug durch die Kunstgalerien von lokalen Malern und Fotografen sind die Docklands der Anlaufpunkt schlechthin in Melbourne.

Melbourne eignet sich ideal als Ausgangspunkt einer Australienreise, doch es hat mehr zu bieten als nur den internationalen Flughafen. Die Stadt selbst bietet mit ihren verschiedenen Stadtteilen und ihrem Flair genug für einen mehrtägigen Aufenthalt. Darüber hinaus kann man von Melbourne aus beeindruckende Tagesausflüge machen. Der beliebteste Tagesausflug ist der nach Phillip Island. Die Sandinsel ca. eine Fahrstunde südlich der Stadt lockt mit einer ganz besonderen Attraktion: der abendlichen Wanderung der Pinguine. Nur eine Stunde von der Millionenstadt entfernt erreichen hunderte Pinguine in der Abenddämmerung den Strand, um wieder zu ihren Jungen zu gelangen und sie zu füttern. Ein tolles Erlebnis. Leider wird dieses inzwischen durch zu viel Tourismus etwas getrübt, denn die Pinguin-Wanderung erlebt man inzwischen von großen Betontribünen aus.

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Wer mehr Zeit für authentischere Naturerlebnisse hat, der sollte ohnehin von Melbourne aus per Mietwagen Richtung Westen aufbrechen. Ja, Richtung Westen! Viele Touristen fahren mit dem Mietwagen von Melbourne Richtung Osten nach Sydney. Aus unserer Sicht ist es jedoch viel empfehlenswerter, die Reise Richtung Adelaide, über die Great Ocean Road und die Grampians zu machen und neben Adelaide auch Kangaroo Island zu besuchen. Wir stellen euch diesen Trip noch in einem weiteren Artikel vor.

Anreise

Melbourne liegt am anderen Ende der Welt. Die Anreise dauert daher mindestens 24 Stunden. Obwohl es mit Emirates und Etihad komfortable Airlines gibt, die über den Orient fliegen, empfehlen wir die Route über Südostasien mit Thai Airways oder Singapore Airlines, da hier beide Flüge in etwa gleich lang sind und kein Flug von über 14 Stunden dabei ist. Wir finden das angenehmer. Außerdem kann man mit Singapore Airlines auch einen Stopover mit dazubuchen.

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Unterkunft

In Australien setzen sich in den Städten immer mehr neben den klassischen Hotels auch sogenannte Serviced Appartments auch für kurze Aufenthalte durch. Im Gegensatz zu Hotelzimmern habt ihr hier eine kleine Wohnung mit Küche und Waschmaschine. Wir bevorzugen so eine Unterkunft immer, da man hier auch mal die Chance auf ein eigenes Frühstück oder Abendessen hat. Ein sehr zentrales Serviced Appartment Haus ist das Oaks on Market.

Reisezeit

Melbourne ist berüchtigt für seine sehr heißen Sommer, in denen es nicht selten über 40 Grad heiß wird. Kombiniert mit der dünnen Ozonschicht sind die Sommermonate Januar / Februar (in Australien sind die Jahreszeiten umgekehrt zu denen in Deutschland) nicht die ideale Reisezeit. Der Frühling (November / Dezember) oder Herbst (März / April) ist jedoch wunderschön. Auch der Winter wird nicht allzu kalt, allerdings sollte man sich im Juni / Juli vermehrt auf windige Regentage einstellen

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