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Schnorcheln mit Manta Rochen auf Big Island

schnorcheln

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Es gab ein Highlight für unseren Besuch auf Big Island, auf das wir uns im Wechsel gefreut und davor Schiss hatten: nachts mit Mantarochen zu schnorcheln.

Rochen

Einerseits musste es total cool sein, diese Riesen (sie haben immerhin eine Flossenspannweite von bis zu 7m) so nah in der Natur zu sehen. Andererseits sind die Viecher echt verdammt groß (7m Spannweite!!!), wir sind mitten auf dem Meer und das mitten in der stockdusteren Nacht (!!).  Ein paar kleine Schisser sind wir ja manchmal schon, im Endeffekt hat die Neugier überwogen und wir haben eine Tour gebucht. RochenSpoiler: es war einfach nur genialst!

Nach längerer Recherche haben wir uns für eine Tour mit Sea Quest entschieden. Aus dem einfachen Grund, dass es anscheinend nur zwei Stellen an der Küste gibt, wo man relativ zuverlässig auf Mantas stößt (Manta Village und Manta Heaven) und der Sitz von Sea Quest liegt genau vor einer davon an der Küste. Man muss also nicht erst noch viel in der Gegend rumfahren. Man spart sich also Zeit und Geld– da die Boote so weniger Sprit verbrauchen, was sich auf den Tourpreis auswirkt. Praktisch war auch, dass unsere Unterkunft nur 500m davon entfernt war – auch keine Fahrerei.

Man trifft sich also abends, wenn es dunkel ist und wird mit Neoprenanzügen, Taucherbrille und Schnorchel ausgerüstet. Es wird genau erklärt, wie alles ablaufen wird und schon geht es aufs Boot. Nach ca. 10 Minuten ist das Ziel erreicht.

Rochen

Die Guides lassen ein “Surfbrett” ins Wasser, an dessen Unterseite große Lampen befestigt sind. Das Licht soll Plankton anlocken und das wiederum die Mantas. Man hüpft also ins Wasser, hält sich am Surfbrett fest und klemmt sich eine Poolnudel unter die Füße, dass man wirklich flach im Wasser liegt. Dann heißt es warten.

Da das Manta-Schnorcheln eine sehr beliebte Attraktion ist, kommen hier die Boote und Surfbretter mehrerer Anbieter zusammen. Das stört aber – anders als manchmal beim Whalewachting – überhaupt nicht. Im Gegenteil, es wird eine lange Surfbrett-Kette gebildet und alle halten sich gegenseitig auf dem Laufenden, in welcher Richtung Mantas gesichtet worden sind und wohin man die Bretter bewegen sollte.

Rochen

Wie immer, wenn man Tiere in ihrer natürlichen Umgebung sehen will, kann man Glück oder Pech bei der Beobachtung haben. Bei uns hat ein nur ein paar Minuten gedauert, bis der erste Rochen aus der Dunkelheit heraus geschwebt ist. Zuerst wirklich ein bisschen spooky, weil man ja nur ein paar Meter weit sehen kann. Aber die Angst legt sich schnell, wenn man den großen Tieren dabei zusehen kann, wie sie im Zentimeter-Abstand an einem vorbeischwimmen und wie schwerelos ihre Saltos drehen um möglichst viel Plankton zu erwischen.

Ein Guide bleibt während der Zeit im Boot, während ein anderer mit uns im Wasser ist und die Surfbrett-Kette zusammenhält. Außerdem gibt es Informationen zu den Mantas, von denen noch gar nicht so viel bekannt ist. Es heißt ja, das Weltall sei besser erforscht, als die Ozeane und zumindest was die Mantas angeht, scheint das auch zu stimmen.

Übrigens muss man sich um die kleinen Fische auf den Bildern keine Sorgen machen. Die sind auch wegen des Planktons da, stehen aber nicht auf dem Speiseplan der Mantas. Deren Speiseröhre ist zu klein und sie müssten die Fische wieder ausspucken, sollten sie aus Versehen tatsächlich mal einen verschlucken.

Rochen

Hallo, ich heiße Big Bertha. Man erkennt mich am Muster auf meinem Bauch. Ich bin angeblich der größte Manta hier in der Gegend mit gut 5m Spannweite. Den Titel verteidige ich seit 1992.

Wir haben an dem Abend sieben verschiedene Mantas gesehen. Angeblich kann man sie an dem Muster auf der Unterseite ihrer Flossen unterscheiden 🙂  Es gibt auch eine Datenbank über die Mantas, die regelmäßig vor Big Island beobachtet werden. Da kann man dann seine Bilder vergleichen, wer sich an dem Abend die Ehre gegeben hat. Und hat man einen Unbekannten fotografiert, darf man dem Rochen einen Namen geben und er wird mit in die Datei aufgenommen.

Die eine Stunde, die man hier verbringen kann, vergeht wie im Flug, es wird zu keiner Sekunde langweilig. Immer wieder tauchen große Flossen aus der Dunkelheit auf und drehen ihre Runden. Zurück auf dem Boot gibt es dann heiße Schokolade und Kekse und man schaukelt einfach nur geflasht zurück an Land.

Anreise

Big Island hat zwei Flughäfen, Kona an der Westküste und Hilo an der Ostküste. Wenn ihr Inselhopping betreiben möchtet, dann bietet es sich an, an einem Flughafen zu landen und vom anderen wieder abzufliegen.

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Unterkunft

Da Big Island - wie der Name schon verrät - recht groß ist, bietet es sich an, die Unterkunft nach einigen Tagen zu wechseln. An der Westküste haben wir gute Erfahrungen im Holua Resort at Mauna Loa Village gemacht, da man von hier sehr schnell zu vielen Highlights der Westküste kommt. Wenn man den Volcanoes National Park besichtigen möchte, bietet es sich an, eine Unterkunft in Volcano zu buchen. Auch Hilo ist ein guter Ort, um die grüne Ostküste zu besichtigen. Grundsätzlich ist die Insel auch von einer Unterkunft aus zu besichtigen. Von einer zur anderen Küstenseite benötigt man in etwas 2-3 Stunden.

Reisezeit

Hawaii und Big Island sind das ganze Jahr lang ein Traumziel. Auch für die US-Amerikaner selbst. Daher sollte man bei der Reiseplanung die Schulferien in den USA im Auge behalten, da die Insel dann voller und damit auch teurer wird.

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