AustralienNaturRundreise

Krokodile und Kakadus – Australiens Norden

Kakadu Wanderung Wenn jemand den Bundesstaat Northern Territory in Australien besucht, dann meistens für den Uluru. Auf einer Fläche von knapp 1,5 Mio km2 gibt es aber noch mehr zu sehen (immerhin fast die fünffache Fläche Deutschlands!). Die meisten Touristen wird es wahrscheinlich in das Red Centre ziehen, die große rötliche Einöde, aus der recht verloren der große Uluru hervorsticht. Eine gute Tagesreise mit dem Auto nördlich davon (schlappe 1950km) trifft man an der Pazifikküste auf eine ganz andere Welt. Für Menschen mit nicht so viel Geduld oder Sitzfleisch gehen auch Flüge aus Australien oder Asien 😊

Kakadu Yellow Water

Krokodile im Yellow Water

Wir sind mit einigen Schwierigkeiten von Brisbane aus nach Darwin geflogen, in die Hauptstadt des Bundesstaates. Nach noch mehr Schwierigkeiten mit dem Mietwagen ging es dann doch los in den Kakadu Nationalpark. In den zwei Stunden Fahrt dorthin kommt man an Metropolen wie Humpty Doo vorbei (kein Witz) und man kann seinen Mut beim Schwimmen mit Krokodilen (nicht ausprobieren!) unter Beweis stellen. Krokodile sind hier in der Region ein sehr großes Thema, im wörtlichen und bildlichen Sinne.

Kakadu

Auch Seeadler können hier bei der Jagd beobachtet werden

Der Kakadu Nationalpark ist nicht nur wegen seiner Natur einen Besuch wert, sondern auch wegen der uralten Felsmalereien der indigenen Bevölkerung. Deswegen zählt er nicht nur zum UNESCO Weltnaturerbe, sondern auch zum Weltkulturerbe. So werden auch in der Verwaltung des Parks die Aborigines als Eigentümer des Landes miteinbezogen und es wird versucht, den Besuchern einen respektvollen Umgang mit der Natur und der Kultur der Aborigines zu ermöglichen.

Unterkommen kann man innerhalb des Parks in einem der zahlreichen Campingplätze oder Hotels. Lässt man sich in der Gegend im Jabiru nieder, ist man mitten im Geschehen.

Einige Billabongs (kleine Teiche oder Seen) kann man nur mit einem Allradwagen erreichen. Wir hatten leider keinen, es gab aber trotzdem genug zu unternehmen.  Die Highlights wollen wir euch im Folgenden vorstellen.

Wandern

Wandern ist bei den Temperaturen hier eher relativ, aber es gibt für jedes Fitnesslevel die eine oder andere Wanderung und man kann die verschiedenen Landschaftstypen erkunden, die sich hier im Park aneinanderreihen.

Kakadu Wanderung

Ausblick über die große Weite des Kakadu NPs

Tolle Aussichten hat man fast überall. Die Wege bei Ubirr, Nourlangie, Nawurlandja und Mirrai gehen zwar schnell stark nach oben, man hat dafür nach kurzer Zeit aber schon einen unendlich weiten Ausblick über die umliegende Prärie, während um einen herum die namensgebenden Kakadus und Kookaburrahs singen und lachen.

Auf der anderen Seite hat man Dschungel, den man beim Gungarre Walk oder dem Manngarre Walk erkunden kann. Uns hat es sehr beeindruckt, welche Vielfalt an Landschaften es in einem so relativ kleinen Landstrich sehen kann.

Besonders interessant für Hobby-Ornithologen sind die Wanderungen an den Billabongs und Wetlands entlang. Bei Mamukala gibt es eine große Aussichtsplattform über die Wetlands hinweg, wo man theoretisch ein Drittel der australischen Vogelarten beobachten kann. Viele dieser Arten sind endemisch. Das Anbangbang Billabong kann man ganz gemütlich umwandern und anschließend weiter zum Nawurlandja-Lookout hinaufklettern. Schattige Picknickplätzchen findet man auch überall.

In der Regensaison gibt es im Park auch einige Wasserfälle. Man kommt allerdings nur mit dem Geländewagen zu den Anfangspunkten der Wanderung.

Wandmalereien

Kakadu Wandmalereien

Wandmalereien im Nationalpark

Im Kakadu Nationalpark findet man die weltweit größte Ansammlung von Felsmalereien. Einige davon werden auf bis zu 20,000 Jahre alt geschätzt. Die Malereien in Ubirr und Nourlangie zeigen mit Bildern von Tieren, Menschen und europäischen Schiffen die Geschichte der ansässigen Aborigines über tausende Jahre hinweg.

Die Felsmalerei hatte für die Aborigines einen sehr hohen kulturellen Stellenwert, z.B. durften auch nur bestimmte Personen bestimmte Motive malen. Nur jemand mit Wissen über Zauberkunst, durfte auch Bilder darüber malen.

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Die Farben bestehen aus den Pigmenten zermahlener Steine, die mit Wasser angerührt wurden und mit Pinseln aus Haar, Federn, Gräsern oder kleinen Stöckchen auf den Fels übertragen. Heutzutage sieht man am häufigsten Bilder in roter Farbe. Das liegt daran, dass das verwendete rote Eisenoxid am stabilsten ist, auch nachdem es Jahrtausende Wind und Wetter ausgesetzt ist.

Es ist fast unmöglich, dass einen die Zeichnungen kalt lassen, wenn man davorsteht. Sich vorzustellen, wie die Menschen gelebt haben, dass sie genau an dieser Stelle vor tausend Jahren gestanden und gemalt haben, sorgt schon etwas für Gänsehaut.

Krokodile

Kakadu Krokodil

„Du auch hier!?“

Es wird geschätzt, dass es im Kakadu Nationalpark ungefähr 10,000 Krokodile gibt. Für Adrenalinjunkies also ein echtes Traumziel. Man wird an Wanderwegen immer wieder Hinweisschilder finden, die vor Krokos in den Billabongs (den Seen) oder den Flüssen warnen. Wenn man solche Schilder sieht, sollte man ein gesundes Misstrauen vor dem Wasser an den Tag legen. Auch wenn sie sehr gemütlich aussehen, können die Krokodile im Wasser sehr schnell sein. Leider kommt es leider doch immer wieder zu tödlichen Unfällen. Wir haben an einem Fluss ein Paar getroffen, das uns erzählte, sie wollten sich gerade die Hände im Fluss waschen, da haben sie auf einer Sandbank ein riesiges Krokodil gesehen und es dann doch gelassen. Wir fragen uns heute noch, wie man auf die Idee kommt, sich dort die Hände waschen zu wollen….

Kakadu Yellow Water

Ein Sunset Cruise in den Yellow Waters ist eine grandiose Erfahrung

Es gibt aber auch sichere Wege, sich die bis zu 7m langen Salzwasserkrokodile näher anzusehen. Im Park gibt es entweder mehrere Aussichtsplattformen oder man nähert sich ihnen vom Wasser aus gemütlich in einem Boot. Ein absolutes Highlight ist ein Sunset Cruise durch die Yellow Water Wetlands. In kleinen Booten wird man durch die Wetlands geschippert und sieht viele Tierarten, von Vögeln, über wilde Büffel, Pferde und Schweine bis hin zu eben Krokodilen, im Wasser und beim Sonnenbaden. Einfach unglaublich, welche Ausmaße sie erreichen können. Dann bleibt man bei der nächsten Wanderung erst recht einen Meter extra vom Flussufer entfernt 🙂

Berry Springs Nature Park

Für uns war der Kakadu National Park nochmal eine ganz andere Seite von Australien, wie wir es bisher gekannt haben. Für uns hat sich der Aufenthalt hier auf jeden Fall gelohnt und wir können ihn jedem empfehlen, der gerne auch zum dritten Mal nach Australien fliegt aber Angst hat, alles schon zu kennen.

Wie erwähnt, haben wir uns in einem normalen Mietwagen auf den Weg gemacht und haben super schöne Ecken gesehen. Solltet ihr euch doch für einen Allradwagen entscheiden, stehen euch auch die Wege zu einigen zauberhaften Wasserfällen offen. Auch wenn ihr bei 30° nach einer längeren Wanderung an ein Bad zur Abkühlung denkt, denkt vorher nochmal an die Krokodile. Sicher baden in wunderschönen Naturpools könnt ihr im Berry Springs Nature Park, ca. 30min südlich von Darwin 🙂

Anreise

Drehkreuz des Nordens Australien ist die Stadt Darwin. Sie ist überraschend nah an Singapur gelegen und verfügt über Direktverbindungen nach Singapur und Bali

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Unterkunft

Im Kakadu Nationalpark selbst gibt es nur wenige Motels als Unterkünfte. Eine Vorreservierung ist daher essenziell.
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Reisezeit

Beste Reisezeit für Darwin ist der australische Winter und Frühling (Juni bis September). Dann ist einerseits Trockenzeit, d.h. es sind nicht viele Teile des Parks überschwemmt und die Temperaturen sind erträglich (obwohl auch bei 25 Grad die Sonne sehr intensiv sein kann).

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