RundreiseTipps & Tricks

Individuell unterwegs oder organisierte Reise?

Was Rundreisen angeht, gibt es auf den ersten Blick zwei Möglichkeiten so eine Tour angeht: entweder man klemmt sich selber vor den Rechner und den Reiseführer und plant mehr oder weniger ausführlich und spontan, welche Orte und Sehenswürdigkeiten man sich in welcher Reihenfolge anschauen möchte, wo man unterkommt und wie man den Weg von Stadt A nach Stadt B bestreitet. Oder man bucht sich eine vor-organisierte (Gruppen-)Reise, dabei dürften Anbieter wie Studiosus, Evaneos, Meier’s Weltreisen oder
berge&meer die bekanntesten sein. 

Eine vororganisierte Reise war für uns lange unvorstellbar. Viel zu wenig individuell, zu viele deutsche Touristen auf einem Fleck, denen man nicht ausweichen kann, und ein meistens vergleichsweise hoher Preis. Trotzdem haben wir bis jetzt insgesamt drei Mal eine solche Reise gebucht und waren bisher positiv überrascht. Wir möchten euch also unsere Erfahrungen mit solchen Reisen näher bringen und Fragen beantworten, wann sich so eine Herangehensweise lohnt und wann eher nicht.  

Was spricht für eine organisierte Reise? 

Die Länder, in denen wir “organisiert” unterwegs waren, waren Sri Lanka, Jordanien und das südliche Afrika (Namibia, Botswana, Sambia, Zimbabwe). Warum haben wir uns hier dazu entschieden, nicht auf eigene Faust zu fahren?  Das hatte – je nach Land – unterschiedliche Gründe. Beim Reisen ist es ja auch etwas Schönes zu entdecken, dass vieles in fremden Ländern anders funktioniert als zu Hause. Das kann man ganz abenteuerlustig auf sich zukommen lassen, aber entspannter ist die Reise dann auf jeden Fall, wenn ein Local dabei ist, der einem Sachen erklärt, z.B. wie der Dresscode in Tempeln ist, was man am besten gegen einen flauen Magen trinken sollte oder schlicht und ergreifend, welche Gegend ok ist und welche nicht. Wie gesagt, man kann sich auch eigenständig ins Abenteuer stürzen (was wir ja auch bevorzugen), aber es kann schnell in Stress und nicht in Abenteuer ausarten, wenn der Tourismus in dem Land nicht gut ausgebaut ist und wenig Englisch gesprochen wird.  

Was kostet eine organisierte Reise? 

Hier kommt es am stärksten auf zwei Dinge an: welchen Reisestandard erwarte ich (Übernachtungen in Safari-Lodges sind nun mal um ein Vielfaches teurer, als selbst das Zelt zum Camping aufzubauen) und in welches Land möchte ich reisen. Wir bekommen häufig Prospekte von den großen Anbietern zugeschickt und nutzen diese auch gern als Inspirationsquelle. Dabei fallen dann zum Teil aber wirklich horrende Preise auf, z.B. dass eine 10-tägigie Japan-Reise pro Person mehrere Tausend Euro kosten soll. Japan an sich ist ein teures Land und hier kommt auch noch der entsprechend hohe Stundenlohn des Guides dazu.  

Auch ein Faktor ist die Größe der Reisegruppe. Der Guide bekommt eben einen bestimmten Lohn, aber es macht einen Unterschied, ob zwei Personen diesen Lohn zahlen oder ob er unter zwölf Personen aufgeteilt wird. Wenn man sich eine Reise überlegt, ist das natürlich eine Frage, die man mit sich selbst klären muss. Kann ich mir eine Privattour leisten/ ist sie mir das Geld wert? Oder ist es für mich auch ok, wenn ich mit anderen Touristen unterwegs bin. 

Wer fährt auf solche Reisen? 

Die verschiedenen Anbieter haben unterschiedliche Zielgruppen und eine unterschiedliche Länderauswahl. Wir waren z.B. mit Marco Polo Young Line Travel in Afrika, die bieten Reisen an, speziell für Leute zwischen 20 und 35. Dementsprechend sind die Reisen etwas aktiver und sie haben nicht den vielleicht manchmal etwas “eingestaubten” Charakter, den man von einer Gruppenreise erwarten würde. Hier sind also junge Leute unterwegs, die offen sind für Neues.  

Es hat eben, wie gesagt jeder Anbieter seine Nische, vergleicht einfach mal, welches Programm euch am besten zusagt. Oft ist auch allein der Schreibstil der Reisebeschreibung ein Indiz dafür, welches Publikum hier gewonnen werden soll.  

Besonders bieten sich solche Reisen an, wenn ihr niemanden kennt, der eure ausgefallenen Reisepläne mit euch teilt. Wenn es euer Traum ist, durch China zu fahren, ihr eure Freunde aber davon nicht überzeugt bekommt und ihr auch nicht allein reisen wollt, dann ist das so eine wunderbare Möglichkeit um Gleichgesinnte kennen zu lernen. 

Kann man es zumindest ein bisschen individuell gestalten? 

Wenn ihr einen Guide für euch allein habt, ganz klar, ja, kann man. Vor unseren Reisen nach Sri Lanka und Jordanien haben wir mit den jeweiligen Organisationen viel hin- und hergemailt, was wir gern an der vorgeschlagenen Route ändern würden (Badetage streichen, einen zusätzlichen Stopp einlegen, etc.). Das war alles überhaupt kein Problem, schlägt sich je nach Wunsch dann nur im Preis nieder.  

Wenn ihr eine Gruppenreise geplant habt, ist das mit der Individualität natürlich so eine Sache. Die Route ist geplant, daran lässt sich auch nicht schrauben. Die meisten Veranstalter bieten aber zumindest an manchen Tagen Zeit zur freien Verfügung oder eine Auswahl an Aktivitäten, die man mitmachen kann, aber nicht muss. So kann man sich ein bisschen erholen und seinen eigenen Interessen nachgehen. 

Fazit 

Für uns sind organisierte Reisen bis jetzt nur in beschränktem Rahmen infrage gekommen und wir würden die meisten Länder auch auf eigene Faust bereisen. Es kommt hier ganz individuell darauf an, wieviel “Abenteuer” ihr möchtet und euch zutraut. Natürlich hätte man Sri Lanka individuell bereisen können, wir habe auch viele getroffen, die das gemacht haben. Für uns hat in dem Fall allerdings der “Gemütlichkeitsfaktor“ überwogen, dass man sich nicht selbst darum kümmern muss, wenn sich in einem eher unzuverlässigen öffentlichen Verkehrssystem die Abfahrt des Zuges um einen halben Tag verspätet, man aber dann schon wieder auf dem Weg zur nächsten Station sein wollte.  

Eine organisierte Reise mit Guide kann einem viel erleichtern. Es lohnt sich also darüber nachzudenken, wieviel Stress mir ein Abenteuer wert ist.  

Allerdings müssen wir uns ja positiv über organisierte Reisen äußern, schließlich würden wir uns ohne eine solche Reise gar nicht kennen. Wir haben uns auf einer Camping-Tour durch drei afrikanische Länder kennen gelernt. Und wenn man jemanden trifft, der genauso bekloppt ist sich das anzutun und nicht meckert, wenn man drei Wochen lang morgens noch im Dunkeln sein Zelt abbauen oder mal wieder kalt duschen muss, dann muss man denjenigen behalten. So einen Reisekumpanen findet man selten und er ist viel Wert. Und, wie oben erwähnt: man findet Gleichgesinnte 🙂 

 

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