StädtereiseSüdamerika

Im Zentrum von Buenos Aires

Buenos Aires Colegio

Buenos Aires wird oft als das Paris Südamerikas bezeichnet. Bevor wir das erste Mal in die Hauptstadt Argentiniens reisten, konnten wir uns nicht viel darunter vorstellen. Man denkt ja doch eher an typische südamerikanische Stadtbilder, wie man sie schon von Rio de Janeiro beispielsweise gesehen hat.

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Unser erster Tag in der Stadt jedoch lehrte uns eines besseren. Mit einem privaten Guide von Buenos Tours ausgestattet ging es in das Stadtzentrum von Buenos Aires. Die riesige Stadt hat drei sehenswerte Zentren. Neben der Stadtmitte, die wir euch heute vorstellen, sind auch die Viertel Recoleta und La Boca mehr als sehenswert.

Im historischen Viertel

Wir beginnen unseren Stadtrundgang im historischen Viertel der Stadt, genauer gesagt am Convento Santo Domingo, eine der ältesten Kirchen der Stadt. Neben den Spaniern kamen auch sehr viele Einwanderer aus Italien nach Buenos Aires und brachten den konservativen katholischen Glauben mit. Daher gibt es vor allem im historischen Viertel unzählige alte Kirchen.

Buenos Aires Farmacia

in der alten Apotheke

Unser Weg führt uns durch die Gasse Defensa mitten in das historische Viertel. Links und rechts ragen Gebäude im Stil des 18. Jahrhunderts, wie man sie nur aus einigen Städten Europas kennt. Nur zwei Blocks weiter kommen wir zur Basilica de San Francisco, einem weiteren Beweis für den großen Einfluss der katholischen Kirche auf die Stadt. Direkt gegenüber befindet sich eine Apotheke, in der anscheinend die Zeit stehen geblieben ist. In der Farmacía de la Estrella Homeopática gibt es natürlich alles, was es heutzutage in Apotheken gibt, doch das Ambiente versetzt euch zurück in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.

An der Apotheke biegen wir links ab in die Calle Adolfo Alsina. Nur ein paar Minuten weiter kommen wir zu einem weißen Gebäude, der Iglesia de San Ignacio. Diese Jesuitenkirche ist die älteste noch erhaltene Kirche in der Stadt. Die Jesuiten wurden von der Kolonialregierung beauftragt, sich um die Schulbildung der Stadt zu kümmern. Dementsprechend entstand direkt neben der Kirche im 17. Jahrhundert eine Schule.

Buenos Aires Colegio

an der Iglesia de San Ignacio

Diese Schule ist heute das Colegio Nacional. Sie ist die renommierteste Schule Argentiniens, mehrere argentinische Präsidenten und andere Berühmtheiten des Landes haben hier ihren Schulabschluss gemacht. Und was findet man in direkter Umgebung einer Schule? Genau: Buchläden. Der älteste Buchladen der Stadt ist daher auch direkt an der Iglesia de San Ignacio zu finden. Die Libreria de Àvila, auch Libreria del Colegio genannt, gibt es bereits seit dem 18. Jahrhundert, eröffnete also nicht lange nach dem Colegio.

Wir folgen der Calle Adolfo Alsina bis zur Iglesia de San Juan Bautista, welche ein wenig wie die südamerikanische, kleine Version der Notre Dame de Paris aussieht. Hier biegen wir rechts ab und folgen der Straße zwei Blocks bis zu unserem nächsten Ziel, der Avenida de Mayo.

Avenida de Mayo

Buenos Aires Avenida de MayoMan könnte meinen, man sei in Barcelona, Paris oder Rom. Tatsächlich ist man aber 14 Flugstunden von diesen Städten entfernt. Fast die gesamte Innenstadt wurde im 19. und 20. Jahrhundert in einem ähnlichen Stil gebaut wie in Europa. Der Vorteil von Buenos Aires: kein Krieg hat die Innenstadt seither zerstört. Und ist Buenos Aires vielleicht sogar die Stadt, in der man die meisten Gebäude im Jugendstil und Klassizismus sehen kann.

Ein gutes Beispiel für die Architektur von Buenos Aires ist die Prachtstraße und Flaniermeile „Avenida de Mayo“. Ursprünglich nach französischem Vorbild gebaut, wuchs der spanische Einfluss immer mehr und so ähnelt die Straße heute sehr der Gran Via in Madrid.

Buenos Aires Cafe Tortoni

im Café Tortoni

Ein Highlight auf der Avenida de Mayo ist das Café Tortoni. Mitte des 19. Jahrhunderts von einem Franzosen eröffnet ist ein Besuch dort fast wie eine Reise zurück in das frühe 20. Jahrhundert. Das Ambiente zeugt von einer Zeit, in der die Kaffeekultur noch nicht „To Go“ war. Selbst heute treffen sich viele Argentinier noch im Café Tortoni oder gönnen sich auch alleine einen Kaffee und lesen Zeitung.

Man kann sehr viel Zeit auf der Avenida de Mayo verbringen, denn jedes Haus ist ein Kunstwerk für sich. Wir laufen gen Westen und biegen rechts in die größte Straße der Stadt ein, die Avenida 9 de Julio. Ein paar hundert Meter weiter erreichen wir eines der bekanntesten Bauwerke von Buenos Aires.

Der Obelisk

Buenos Aires ObeliskWenn man über Wahrzeichen der Stadt redet, dann kann man den Obelisken nicht außen vor lassen. Er liegt auf der Kreuzung der beiden großen Straßen Corrientes und 9 de Julio und wurde in denr 30er Jahren anlässlich der 400-Jahr-Feier der Stadt erbaut. Zwei Jahre nach Fertigstellung wäre er beinahe schon wieder abgerissen worden, doch dies wurde gerade noch verhindert. Heute ist der Obelisk nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt, sondern dient auch repräsentativen Zwecken und ist auf vielen offiziellen Fotos der Stadt zu sehen. Um den Obelisken findet man auch viele Geschäfte und Restaurants für einen Shopping-Tag.

Von hier geht es in eine Straße, die uns diagonal zurück in das Stadtzentrum führt.

Plaza de Mayo

Plaza de MayoAuf dem Plaza de Mayo empfängt uns eine riesige argentinische Flagge. Der Platz ist der Inbegriff der argentinischen Geschichte. Hinter der argentinischen Flagge befindet sich nämlich das Casa Rosado, der Sitz des Präsidenten des Landes. Viele Ereignisse in der Geschichte des Landes fanden hier statt. Am bekanntesten sind Madres de Plaza de Mayo (Mütter des Plaza de Mayo). Während der Militärdiktatur kamen diese Mütter wöchentlich auf dem Platz zusammen, um für die Aufklärung des Verschwindens ihrer Kinder zu protestieren. Noch heute protestieren Menschen jede Woche hier für die Aufklärung der Verbrechen während der Militärdiktatur.

Buenos Aires CatedralEbenfalls am Plaza de Mayo befindet sich die Kathedrale, die Catedral Metropolitana de Buenos Aires. Sie ist die Hauptkirche der Katholiken Argentiniens. Papst Franziskus hat hier seine Messen gehalten. Anders als europäische Kathedralen ist sie recht niedrig gehalten. Die wahre Pracht des Gebäudes kommt vor allem im Inneren zum Vorschein. Die auslandenden Gänge werden gesäumt von massivem Marmor. In den Seitenräumen findet man verschiedene Themen wie zum Beispiel ein Museum über Papst Franziskus oder das Grab von San Martin, der Argentinien und viele weitere südamerikanische Staaten von der spanischen Kolonialisierung unabhängig machte.

Bemerkenswert ist ein Seitenraum, in dem explizit über die Judenverfolgung gesprochen wird. Hier wird den Opfern des Holocausts, aber auch anderer Anschläge auf jüdische Einrichtungen, wie zum Beispiel auch den Anschlag auf das AMIA Gebäude in Buenos Aires, gedacht. Dies findet man nicht in jeder Kirche.

Puerto Madero

Puerto MaderoDas Casa Rosado wurde auf einer ehemaligen Festungsanlage erbaut. Dementsprechend erhöht steht es über dem Hafen von Buenos Aires. Vom Casa Rosado aus geht es hinunter zum alten Hafen der Stadt, der heute nur noch repräsentativen Charakter hat. Nach all den historischen Monumenten lernen wir jetzt das moderne, junge Buenos Aires kennen.

Der Puerto Madero war Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts der Haupthafen der Stadt, wurde aber schnell zu klein und zu flach für die immer größer werdenden Schiffe. Daher wurde in den 20er Jahren der Puerto Nuevo eingeweiht, der bis heute in Betrieb ist.

Heute ist Puerto Madero hauptsächlich ein Ausgehviertel. Die alten Speicher- und Lagerhäuser erinnern ein wenig an die Speicherstadt in Hamburg, doch auf der anderen Seite des Hafens reihen sich moderne Gebäude, in denen es unzählige Restaurants und Bars gibt. Dahinter werden weiterhin viele neue Hochhäuser gebaut, um der großen Nachfrage an Wohnraum Herr zu werden. Daher besitzt Puerto Madero nun auch eine moderne Skyline, die man sonst in Buenos Aires vergeblich sucht.

Puente de la Mujer

die Puente de la Mujer

Eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt ist die Puente de la Mujer, die Frauenbrücke, die 2001 eröffnet wurde. Alle Brücken über das Hafenbecken sind nach Frauen benannt, diese neue Brücke ist daher so etwas wie eine Zusammenfassung dieser Brücken.

Buenos Aires fasziniert durch seine alteuropäische Architektur. Tatsächlich ist es heute vielleicht sogar das schönere Paris (wenn man es so sagen darf). Neben der lebhaften Innenstadt gibt es jedoch auch sehr einzigartige Stadtviertel in den Außenbezirken, die wir euch in einem weitern Artikel vorstellen werden. Auch Tagesausflüge nach Uruguay sind von hier möglich und auf jeden Fall auch einen Besuch wert.

Anreise


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Unterkunft

Sehr zentral gelegen und mit einem ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnis waren wir begeistert vom Tango de Mayo Hotel.
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Reisezeit

Die Jahreszeiten in Argentinien sind genau gegensätzlich denen in Europa. Der Sommer kann sehr heiß werden. Wir haben Buenos Aires im frühen Oktober erlebt und es war sehr angenehm.

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