KulturRundreiseSpanien

Eine Woche durch Andalusien – Teil 1

Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten

Wenn es in Deutschland noch frisch ist, dann blüht Andalusien bereits wieder auf. Die frühen warmen Temperaturen ziehen viele Besucher, gerade im März und April, an. Wir wollen euch zeigen, wie man eine tolle Woche in Andalusien verbringen kann. Andalusien ist eine Region in Südspanien. Man findet dort einige mittelgroße Städte, die das typische spanische Flair vermitteln. Die wechselhafte Geschichte der Region ist der Grundstein, warum sie heutzutage so abwechslungsreich und aufregend ist. Wir wollen euch zeigen, wie man eine Woche in Andalusien verbringen kann.

Tag 1: Ankunft in Málaga

Andalusien Malaga

Bunte Farben in Málaga

Der größte Flughafen der Region ist Málaga. Hier kommen täglich mehrere Direktflüge aus Deutschland an (siehe unsere Infobox am Ende des Artikels). Direkt am Flughafen lohnt es sich, einen Mietwagen aufzunehmen. Der Mietwagen ist aus unserer Sicht das beste Verkehrsmittel, um die Region zu erkunden. Die Distanzen zwischen den Städten sind nicht allzu lang und man hat die Möglichkeit, immer wieder unterwegs zu halten. Sobald wir im Mietwagen sitzen, geht es in die Stadt von Málaga, wo wir heute übernachten werden. Málaga selbst ist verglichen mit anderen Städten in Andalusien ein guter Start, aber nicht das Highlight der Region.



Alcazaba

Falls wir am Anreisetag noch Zeit haben, erkunden wir die Stadt heute noch zu Fuß. Die Fußgängerzone in der Innenstadt stimmt uns auf die kommende Woche ein. Die Häuserzeilen sind schon sehr typisch spanisch und kleine Vinotheken und Restaurants versprühen bereits den typisch spanischen Glanz. Immer wieder tauchen in den Gassen große Kirchen auf. Durch die Innenstadt bahnen wir uns den Weg in Richtung Alcazaba, eine alte Festung der Mauren. Die Festungsanlage ist verbunden mit dem Castillo de Gibralfaro, einer Burganlage, die ursprünglich von den Arabern erbaut wurde und später von den Kastilliern erobert wurde. Beide Anlagen reichen von der Fußgängerzone hinauf auf einen Hügel. Die Festungsanlagen können besichtigt werden. Wir haben uns jedoch das Eintrittsgeld gespart, denn außerhalb der Burgmauern führt ebenfalls ein Weg den Hügel hinauf.

Andalusien Malaga

Blick auf die Stierkampfarena

Von diesem Hügel hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt selbst. Auch die Stierkampfarena, eine der größten Spaniens, kann man von hier oben sehr gut ausmachen. Unser Weg führt uns wieder den Hügel hinunter Richtung Hafen. Eine Promenade am Yachthafen entlang lädt ein zum Verweilen, von wo man die Yachten beobachten kann, wie sie in den Hafen ein- und auslaufen.

Wir beschließen den Abend in Málaga mit ein paar Tapas. Ein Tipp: Anders als in den in Deutschland bekannten Tapas-Restaurants gibt es hier häufig keine Tapas-Speisekarte. Stattdessen bekommt man häufig eine Kleinigkeit zu essen zu einem Getränk hinzu. Aussuchen kann man sich diese Kleinigkeit dann aber nicht. Es gibt in den größten Städten Andalusiens jedoch auch inzwischen touristischere Tapas-Restaurants, falls man doch selbst wählen möchte.

Tag 2: Über Nerja nach Granada

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Falls unser Flug erst spät in Málaga angekommen ist, sollten wir den Morgen nutzen, um uns einen kleinen Eindruck von Málaga zu verschaffen. Dann geht es auch schon los auf unsere Tour durch Andalusien. Wir fahren an der Küste entlang in Richtung Osten. Nach einer knappen Stunde erreichen wir das malerische Örtchen Nerja. Wunderschön auf einer Anhöhe an der Küste gelegen ist dieser Ort fast zu schön für uns. Ein kleiner Platz im Ortszentrum, der Plaza de España ist der Ausgangspunkt für einen kleinen Spaziergang. Nerja ist auch ein idealer Ort für die Mittagspause am heutigen Tag. Besonders schön sitzt man in einem der Restaurants mit Terrasse, von der man aus auf die Klippen der Küste schauen kann.

Nerja

Andalusien Nerja

Malerische Restaurants in Nerja

Ebenfalls in Nerja findet man die Höhlen von Nerja. Erst in den 50er Jahren entdeckt sind diese Tropfsteinhöhlen eine der schönsten auf der iberischen Halbinsel. Wir standen hier vor der geschlossenen Türe, da der Einlass nur jede halbe Stunde erfolgt.

Von Nerja aus geht es nun in die Berge der Sierra Nevada, in Richtung Granada. Wenn man sich für die Autobahn entscheidet, ist man nach einer guten Stunde bereits am Ziel. Die landschaftlich schönere Route führt durch den Ort Otivar die Berge hinauf und benötigt ca. eine Stunde länger. Unzählige Olivenbäume säumen den Straßenrand. Im Gegensatz zu der belebten Küstenregion ist man hier recht schnell das einzige Auto weit und breit.

Die Albaicín in Granada

Unser heutiges Ziel Granada wird euch mit Sicherheit genauso begeistern wie uns. Die Stadt ist grundsätzlich in drei Teile aufgeteilt.

Andalusien Granada

Sonnenuntergang in der Albaicín

Die Altstadt Albaicín ist ein enger, verwinkelter Stadtteil. Er stammt ursprünglich aus der Zeit der Mauren und wurde inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Wir empfehlen, euch in diesem Stadtteil eine Unterkunft zu besorgen, so habt ihr das schönste Granada-Feeling. Wir hatten das Glück, ein AirBnB zu bekommen, mit direktem Blick auf die Alhambra. Den Nachmittag verbringen wir im Stadtteil Albaicín. Hier gilt es, sich in den Gassen zu verlieren und selbst den Charme dieses Viertels zu entdecken. Mit Sicherheit findet ihr auch eine schöne Location für das Abendessen.

Ebenfalls im Albaicín gelegen ist ein bekannter Aussichtspunkt auf die Alhambra, der Mirador de Santa Isabel la Real. Gerade zum Sonnenuntergang kommen hier viele Besucher hin, ausgestattet mit einem Getränk ihrer Wahl und genießen das farbenfrohe Schauspiel.

Tag 3: Granada entdecken

Das Auto bleibt heute einmal stehen. Der heutige Tag steht ganz im Zeichen von Granada. Die Stadt selbst kann man in drei Teile unterteilen. Den Stadtteil Albaicín haben wir uns bereits angeschaut. Er liegt an einem Hügel. Läuft man die Gassen den Hügel hinunter gelangt man zum kleinen Fluss Darro. Entlang des Flusses gibt es viele kleine schöne Bars und Restaurants. Direkt am anderen Ufer geht es wieder den Berg hinauf auf die Alhambra, die wir uns später noch anschauen werden. Folgt man dem Fluss jedoch in Richtung Westen kommt man in das Stadtzentrum.

Das Stadtzentrum von Granada

Andalusien Granada

Große Plätze und enge Gassen wechseln sich in Granada ab

Ähnlich wie im Zentrum von Málaga gibt es auch in hier viele Fußgängerzonen, Bars, Restaurants und schmucke Geschäfte. Das Highlight des Stadtzentrums ist zweifelsohne die Kathedrale von Granada. Die Größe der Kathedrale ist von außen nicht wirklich auszumachen, da sie inzwischen von vielen anderen Gebäuden umzingelt worden ist. Von innen sieht man jedoch die beeindruckende Größe. Außerdem ist die Kathedrale reich verziert, wurde sie doch posthum für die vielleicht bekannteste Königin Spaniens, Isabella I. erbaut. Ihr Grab findet man in der Capilla Real, einem Anbau der Kathedrale.

Alhambra

Am Nachmittag widmen wir uns dann dem zweifelsohne bekanntesten Bauwerk Andalusiens: der Alhambra. Der Begriff „Alhambra“ ist eigentlich ein Sammelbegriff für mehrere Bauten auf dem südlichen Hügel von Granada. Am bekanntesten ist der Nasriden-Palast mit seinen reich verzierten Räumen und malerischen Innenhöfen, sowie die Alcazaba (ja, gleicher Name wie die Festung in Málaga) mit ihren großen Türmen und massiven Festungsmauern.

Wir empfehlen, Tickets für die Besichtigung der Alhambra bereits im Vorfeld zu kaufen, da der Andrang gerade in der Hauptreisezeit sehr groß ist. Ein normales Ticket umfasst die Besichtigung der bekanntesten Gebäude der Alhambra, nämlich der Nasridenpaläste, der Alcazaba und Generalife, der Gartenanlage der Paläste.

Alhambra bei Nacht

Andalusien Granada

Im Nasridenpalast bei Nacht

Ein besonders empfehlenswertes Highlight ist der Besuch der Alhambra bei Nacht. Mit einem speziellen Ticket kann man in einer kleineren Gruppe als tagsüber entweder die Nasridenpaläste oder die Gärten des Generalife bei Dunkelheit besuchen, wenn die Festung und die Gärten schön beleuchtet werden. Bei Nacht sind die Eintritte zu Generalife und Nasridenpalast nur mit zwei separaten Tickets möglich. Wir würden empfehlen, euch für eines der beiden Dinge zu entscheiden, um sich wirklich Zeit lassen zu können.

Wir haben die Alhambra ausschließlich bei Nacht besichtigt, würden im Nachhinein allerdings empfehlen, die Paläste und die Gärten zunächst bei Tag und dann nochmals bei Nacht zu besichtigen.

Tag 4: von Granada nach Cordoba

Eigentlich könnte man noch einen weiteren Tag in Granada verbringen, wenn man möchte, denn allein die Gebäude der Alhambra könnten einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Doch wir haben nur eine Woche Zeit und daher geht es heute auch schon weiter nach Cordoba. Für alle Fußballfans: Das berühmte Spiel gegen Österreich fand im argentinischen Cordoba statt, nicht hier 😉

Nach ca. zweieinhalb Stunden erreicht man Cordoba. Die Stadt durchlebte viele verschiedene Zeiten, war bereits zu Zeiten der Römer ein wichtiges Handelszentrum und stieg in der Zeit der Mauren sogar zu einer der größten Städte der Welt auf. Heute ist die Innenstadt von Cordoba so vielseitig wie kaum eine andere Stadt Europas. Man findet römische Ruinen, mittelalterliche Kirchen, ehemalige Moscheen auf engstem Raum vereint.

Mezquita

Andalusien Cordoba

Blick auf die Mezquita von der Puente Romano

Unser Ausgangspunkt in Cordoba ist die Meqzuita-Kathedrale, unbestritten das Highlight der Stadt. Diese riesige Kathedrale wurde ursprünglich als Moschee gebaut und wäre heute noch die drittgrößte Moschee der Welt. Nach der Eroberung Andalusiens durch die Kastillier wurde die Mezquita in eine katholische Kirche umgeweiht. Hierdurch entstand die einzigartige Kombination aus einer Kirche im arabisch-muslimischen Stil. Besonders beeindruckend sind die unzähligen Bögen, die sich durch das Innere der Kathedrale ziehen.

Der Besuch der Mezquita ist ein absolutes Muss auf unserer Andalusien-Reise. Doch auch außerhalb dieser riesigen Kathedrale gibt es viel zu entdecken. Direkt auf dem Vorplatz der Kathedrale liegt die römische Brücke, die Puente Romano, die – wie viele Orte in Andalusien – auch Drehort der Serie „Game of Thrones“ war. Von der anderen Seite der Brücke hat man einen tollen Blick auf die Silhouette der Stadt. Sonst ist auf dieser Seite allerdings nicht wirklich etwas zu sehen.

Die Altstadt von Cordoba

Andalusien Cordoba

In Cordobas Altstadt findet ihr überall bunte Häuserfronten

Daher geht es für uns nun auch wieder in Richtung Altstadt. Die Altstadt selbst wurde genau wie die Mezquita zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Es würde hier wirklich den Rahmen sprengen, jede Sehenswürdigkeit von Cordoba zu beschreiben. Wir empfehlen daher, die Gassen der Altstadt selbst zu erkunden. An jeder Ecke werdet ihr tolle Bauwerke finden und selbst auf römische Säulen werdet ihr stoßen.

Ein weiteres Highlight Cordobas heben wir uns für den frühen Morgen am nächsten Tag auf, bevor wir dann weiter in Richtung Sevilla fahren.

Im zweiten Teil unserer Reise durch Andalusien geht es dann durch das westliche Andalusien und dann zurück zum Meer.

Anreise

Der größte Flughafen von Andalusien ist Málaga. Auch Sevilla hat einen Flughafen, der jedoch nicht so häufig angeflogen wird.

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Reisezeit

Gerade die Küstenregion Andalusiens kann im Sommer sehr heiß werden. Die Region ist ideal für eine Reise im Frühjahr oder Herbst. In der Woche vor Ostern ist hier die Semana Santa, eine religiöse Festwoche, bei der jedoch besonders viele Menschen hier sind.

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