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Ein Tag in Hiroshima

Hiroshima, der Name hat sich in unseren Kopf eingebrannt als der Inbegriff der Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Fast 75 Jahre sind seit dem Abwurf der Atombombe vergangen und heute ist Hiroshima eine aufstrebende Stadt, die vor allem für ihr Essen und ihre Freizeitmöglichkeiten bekannt ist. Wir zeigen euch, was man an einem Tag in Hiroshima erkunden kann. Dies ist kein Bericht über Dark Tourism. Im Gegenteil, wir wollen euch vor allem Ecken zum Verweilen vorstellen, wo das Leben pulsiert und welchen Ausflug man nicht verpassen sollte.

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Der Hauptbahnhof von Hiroshima (Hiroshima Station) liegt recht zentral. Daher lässt sich Hiroshima auch gut per Zug besuchen. Wir haben die Stadt beispielsweise im Rahmen einer Japan Rundfahrt per Zug besucht. Direkt an Hiroshima Station findet ihr mehrere Flussläufe, die das Stadtbild entzerren. Ebenfalls in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt auch unser Hoteltipp, das Hotel Flex, ein kleines modernes Hotel in unmittelbarer Nähe zu einem der schönsten Parks der Stadt, wenn nicht sogar des Landes.

Shukkei-en Garden

Auf halben Weg zwischen Hiroshima Station und der Innenstadt liegt, etwas versteckt in den Häuserschluchten, der Shukkei-en Garden. Zugegeben, auf dem Weg zu den Gärten überwiegen hauptsächlich Betonbauten. Wohnraum musste nach dem Krieg schnell wieder aufgebaut werden und daher konzentrierte man sich nicht wirklich auf die Ästhetik der Bauten, sondern eher darauf, möglichst viele Leute hier unterzubringen.

Der Shukkei-en Garden ist da so etwas wie eine Oase mitten in den Betonbauten. Kaum im Park wird es ruhiger. Im großen See in der Mitte des Parks kann man viele Kois beobachten. Einige fühlten sich eher wie Free Willi und sprangen über kleine Inseln. Die vielen Wege schlängeln sich durch bunte Blumenbeete oder über kleine Brücken am See. Mehrere Pagoden bieten Sitzmöglichkeiten im Schatten.

Friedenspark

Mit der Straßenbahnlinie 9 geht es nun zum Friedenspark. Der Friedenspark ist das Haupt-Mahnmal der Stadt. Hier war das Epizentrum der Bombenexplosion vom 6. August 1945. Die Ruine einer Ausstellungshalle steht an diesem Ort. Heute heißt sie Friedensdenkmal. Der Friedenspark selbst ist über eine Brücke zu erreichen. Er ist die Spitze einer Insel, die sich weit in den Süden erstreckt. Eigentlich ist es etwas bizarr, denn der Park liegt heute ruhig und friedlich zwischen zwei Flüssen. Wenn man nicht wüsste, aus welchem Anlass er angelegt wurde, würde man fast sagen, er is ein Erholungsgebiet.

Wir möchten hier jedem selbst überlassen, wie weit man sich mit der Geschichte des Atombomben-Abwurfs beschäftigt. Im Park selbst gibt es viele Monumente und ein Museum, die an den Abwurf erinnern. Für uns vor allem interessant war es, die Geschichte aus japanischer Sicht zu sehen. Meist hört man nur die amerikanische Version.

Hondori Street

OkonomiyakiÜberquert man die Fußgängerbrücke zurück zum Friedensdenkmal kommt man in das Shopping Viertel von Hiroshima. Man folgt einfach dem Weg, der den Fluss überquerte und man kommt in die Hondori Street, eine lange überdachte Fußgängerzone. Anders als in Kyoto oder Osaka findet man hier zwar nicht unbedingt einen Food Market, doch man bekommt einen guten Eindruck, was es in Japan – außerhalb von Tokio – so alles zu kaufen gibt. Schrill und bunt muss es natürlich sein. In der Hondori Street gibt es auch einige Restaurants – auch internationale, die mit Lunch Specials um Geschäftsleute werben. Hier könnte auch für uns ein guter Mittagsstopp sein.

Bekannt ist die Stadt für ihr Okonomiyaki. Okonomiyaki ist eine Art Pfannkuchen, gemischt mit Gemüse, Fisch oder Fleisch. Die hier bekannte Variante, Hiroshima-yaki genannt, hat noch extra Buchweizennudeln hineingemischt.

Miyajima Island

Von der Straßenbahn-Haltestelle am Friedensdenkmal geht es nun mit der Linie 2 in Richtung Miyajima. Die Fahrt dauert ca. 45 Minuten. Alle Straßenbahnen in Hiroshima lassen sich übrigens auch mit der Pasmo oder Suica Card bezahlen. An der Endhaltestelle angekommen geht es zu Fuß hinüber zum Fähranleger. Die Fähre nach Miyajima Island ist im Japan Rail Pass ebenfalls inkludiert.

Die Insel ist ein Erholungsgebiet, welches auch von den Einheimischen selbst gerne genutzt wird. Vom Fähranleger aus geht es in eine Art Touristenzentrum. Hier gibt es unzählige Souvenir- und Essensläden. Probiert doch einfach mal eines der vielen japanischen Snacks aus. Am Ende der Einkaufsstraße gibt es ebenfalls eine Miyajima Brauerei. Ihr könnt euch entweder mit einer Dose der Miyajima Brewery an den Strand setzen oder die Aussicht von der Dachterrasse genießen.

Am Strand sind unzählige Muschelsammler unterwegs. Bei Ebbe sammeln sie die auf dem Trockenen liegenden Muscheln ein und nehmen sie später per Fähre mit auf das Festland. Sie werden aber nicht unbedingt verkauft, sondern dienen auch häufig direkt als Abendessen für die Familie. Das Muschelsammeln ist stark reglementiert. Schon auf der Fähre seht ihr viele Hinweisschilder, wie viele Muscheln maximal am Tag gesammelt werden dürfen.

Geht man etwas weiter an der Küste entlang werden euch, ähnlich wie in Nara, die vielen Rehe auffallen, die sich sprichwörtlich unter das Volk mischen. Sie sind natürlich immer auf einen kleinen Snack aus. Lasst eure Rucksäcke daher nicht offen neben euch stehen. Menschenscheu ist diesen Rehen ein Fremdwort.

In der nächsten Bucht findet ihr den Itsukushima Schrein. Der große, weiß-orange Schrein ist für sich schon eine Attraktion. Viel bekannter ist jedoch der Tori Torbogen dieses Schreins. Er ist in die Bucht gebaut. Bei Ebbe kann man über das Watt zu diesem Tori laufen. Bei Flut ist er komplett von Wasser umgeben. Wenn ihr also zum berühmten Tori laufen möchtet, checkt vorher den Tidenkalender von Miyajima, um keine nassen Füße zu bekommen.

Vom Itsukushima Schrein könnt ihr auf dem Rückweg zur Fähre einen Ausflug in die Hügel hinter der Touristenmeile machen. Hier findet ihr noch weitere Schreine und habt einen tollen Ausblick auf die Meerenge und die Hügel rund um Hiroshima.

Nachdem ihr mit der Fähre wieder zurück auf dem Festland seid, könnt ihr diesmal den Zug zurück in die Stadt nehmen. Der Zug ist ebenfalls mit dem Japan Rail Pass nutzbar und bringt euch in ca. 35 Minuten zurück zu Hiroshima Station. Wenn ihr nur einen Tagesausflug von Kyoto oder Osaka aus geplant hattet, so könnt ihr von hier wieder zurück in die Kansai Region fahren. Die Hotels rund um den Bahnhof sind von hier aber auch nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt.

Wir haben uns lange überlegt, ob wir den Trip nach Hiroshima mit in unsere Japan Rundreise für Einsteiger einbauen wollen. Am Ende sind wir mehr als froh, diesen Abstecher gemacht zu haben. Denn Hiroshima ist heute eine spannende Stadt mit eben sehr bewegter Geschichte. Man kann allein einen ganzen Tag auf Miyajima verbringen. Vielleicht wollt ihr ja nicht nur einen, sondern sogar mehrere Tage in Hiroshima verbringen!? 😉

Anreise

Hiroshima selbst ist am besten per Zug zu erreichen. Japan erreicht man über die Flughäfen Tokio oder Osaka.

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Unterkunft

Unser Hoteltipp ist das Hotel Flex in der Nähe des Bahnhofs. Wenn ihr jedoch näher in der Innenstadt unterkommen wollt, dann könnt ihr hier nach einer passenden Unterkunft suchen:
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