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Ein Tag bei den Römern – Pompeji

Pompeji MosaikBei einem Städtetrip nach Neapel darf dieser Programmpunkt eigentlich nicht fehlen: ein Besuch in Pompeji. Die Römerstadt wurde vor fast 2000 Jahren durch den Ausbruch des Vesuvs komplett unter Lava begraben. Erst im 18. Jahrhundert wurden die Ruinen wieder entdeckt. Dabei wusste man eigentlich immer, dass es die Städte Pompeji und Herculaneum in dieser Region gegeben hat. Die Ausgrabungen sind faszinierend und beeindruckend zugleich, denn wenn man durch die Häuser Pompejis geht fällt es schwer zu glauben, dass diese Häuser vor 2000 Jahren gebaut wurden.

Auf nach Pompeji

Pompeji Zug

Fast alle Besucher reisen aus Neapel an. Die Fahrt vom Hauptbahnhof, Piazza Garibaldi genannt, dauert ungefähr 45 Minuten. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, nach Pompeji zu kommen. Der Circumvesuviana ist ein Regionalzug, der direkt vor dem Haupteingang der Ausgrabungsstätten hält. Den Bahnsteig findet ihr, wenn ihr den Schildern zu Gleis 1-2 und den Metrolinien folgt. Diese befinden sich in einem anderen, unterirdischen Teil des Bahnhofs, nicht bei den Gleisen der Intercity-Züge. Die Tickets bekommt ihr direkt am Schalter vor dem Gleis, nicht an den Automaten, die im Bahnhof stehen!

Die zweite Möglichkeit nach Pompeji zu kommen ist offenbar etwas weniger bekannt. Wir haben sie eher zufällig genutzt, denn wir haben unsere Zugtickets am Fahrscheinautomaten gekauft. Mit diesen Tickets nimmt man die Metrolinie 2, die eher eine S-Bahn ist. Diese Bahnlinie führt direkt an der Küste entlang und hält am Hauptbahnhof von Pompeji. Von hier sind es ca. 10 Minuten zu Fuß bis zum Nebeneingang am Amphitheater. Aus unserer Sicht war dies die bessere Variante, da der Zug leer war und wir am Nebeneingang der Ausgrabungsstätten starteten und so immer etwas anders unterwegs waren als die Besuchermassen, die am Haupteingang starteten.

Der archäologische Park

Pompeji HausDer Park ist in verschiedene Regionen unterteilt. Jeder Touristenführer und Infopoint wird euch etwas unterschiedliches erzählen, welche Teile des Parks die interessantesten sind. Das müsst ihr wahrscheinlich für euch selbst herausfinden. Da im Park selbst nicht viele Erklärungen vorhanden sind und ein Guide schnell recht teuer wird, bietet es sich an, einen Audioguide für die Tour mitzunehmen. So lernt man ein wenig, vor welchen Gebäuden man eigentlich steht.

Für die 15 € Eintritt bekommt ihr einen Stadtplan – denn es gibt hier sogar Straßennamen, an denen man dich orientieren kann. Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt hier sogar frei, allerdings bedeutet dies auch noch mehr Besucher und einige Ticketkontrolleure wollen hiervon nichts wissen. Daher, wenn ihr die Chance habt, Pompeji unter der Woche zu besuchen, dann spart euch das viel Stress – auch wenn es dann keinen freien Eintritt gibt.

Pompeji Amphitheater

Wie schon erwähnt starteten wir unseren Rundgang am Nebeneingang im Südosten des Parks. Direkt hinter dem Eingang erwartet uns das Amphitheater, welches ein zentraler Punkt für die Unterhaltung der Einwohner war. Zwar ist es bei weitem nicht so imposant wie bspw. das Kolosseum in Rom, doch es lässt sich erkennen, dass hier bis zu 20.000 Leute den Spielen folgen konnten. Ein komisches Gefühl, wenn man jetzt selbst unten in der Manege steht. Das Amphitheater war auch Schauplatz von berühmten Pop-Konzerten, wie zum Beispiel Pink Floyd oder David Gilmoure.

Durch antike Straßen

Pompeji StraßenzeileVon hier aus geht es in die Stadt. Hier gibt es unzählige Straßenzeilen, an denen links und rechts Wohnhäuser angrenzen. Von den meisten Häusern existieren nur noch die Außenwände, sodass das Straßenbild zeigt, wie viele Häuser es hier einmal gegeben hat. Immer wieder findet man jedoch ein Haus, in dem auch das Innenleben noch erhalten ist. So kann man manchmal eine Küche erkennen oder einen Innenhof mit Mosaiken.

In der ganzen Stadt verteilt findet man auch einige Villen, die den reichen Einwohnern gehörten. Diese Villen zeichneten sich durch große Gärten, Säulengängen und mehrere Stockwerke aus. Viele dieser Villen sind auch von innen zu besichtigen. Oft öffnet und schließt der Park diese Gebäude im Wechsel, um die Ausgrabungen zu schonen, sodass man nicht immer in alle Gebäude hineinkommt.

Pompeji VillaZumeist an den großen Kreuzungen findet man Tavernen, an denen teilweise noch Werbungen, Wandbemalungen oder Namensschilder zu finden sind. Obwohl schon 2000 Jahre alt, kann man hier immer noch erahnen, wie das Leben in Pompeji wohl gewesen sein musste. Obwohl man hier in den Straßen so viele Häuser sieht, ist fast die Hälfte Pompejis noch nicht einmal ausgegraben. Vor allem der nordöstliche Teil ist noch nicht zugänglich und hauptsächlich wild bewachsen. Es gibt hier also auch in Zukunft noch viel zu entdecken.

Im Stadtzentrum

Pompeji TempelDer interessanteste Teil Pompejis liegt im Südwesten der Stadt, wo sich auch der Haupteingang befindet. Hier findet man die großen repräsentativen Gebäude der Stadt. Zentraler Treffpunkt war das Forum, welches auch ein Marktplatz gewesen war. An das Forum grenzen die großen Tempel: der Jupitertempel, der Apollotempel und der Venustempel. Hier kann man durch Rekonstruktionen erahnen, wie hoch schon in der Antike gebaut werden konnte.

In der Nähe des Jupitertempels findet man ebenfalls ein Lager von antiken Vasen, die während der Ausgrabungen gefunden wurden. Meterhohe Regale zeigen ebenfalls Waagen und andere Gefäße, die wahrscheinlich auf dem Markt genutzt wurden. Auch ausgegossene Umrisse von Menschen und Tieren, die bei dem Vulkanausbruch ums Leben kamen, sind hier zu sehen.

Das Theaterviertel

Pompeji TheaterUnweit des Forums gelangt man zum kulturellen Teil der Stadt. Hier steht das riesige Theater, in dem man auf den Rängen auch mal eine Pause einlegen kann. Die Akustik im Theater ist weiterhin einmalig, man versteht fast jedes Wort der Besucher an der Bühne, wenn man auf den Rängen sitzt.

Direkt neben dem großen Theater findet man das kleine Theater, Odeion genannt. Obwohl optisch dem großen Theater fast gleich (wie soll ein antikes Theater auch anders aussehen) ist es viel kleiner und enger gebaut und strahlt daher seine ganz eigene Atmosphäre aus.

Im heutigen Pompeji

Pompeji BasilikaDer archäologische Park von Pompeji hat so viel zu entdecken, dass man hier ohne Weiteres einen ganzen Tag verbringen kann. Viele Besucher machen sich danach direkt wieder auf den Heimweg nach Neapel. Doch das heutige Pompeji ist es wert, auch erkundet zu werden. Im Gegensatz zum engen und hektischen Neapel gibt es hier viel Platz und eine viel ruhigere Atmosphäre. Highlight ist die päpstliche Basilika im Stadtzentrum, die man vor allem von innen gesehen haben sollte. Hier, ein paar Minuten vom archäologischen Park entfernt, gibt es auch weniger touristische Möglichkeiten, etwas zu essen oder zu trinken.

Pompeji ist auf jeden Fall den Tagestrip von Neapel aus wert und vor allem etwas für Tage, an denen das Wetter nicht mitspielt. Denn obwohl man natürlich die ganze Zeit draußen ist, trübt ein bisschen Regen nicht den Gesamteindruck des Parks. Andere Tagesausflüge von Neapel würden hier eher darunter leiden. Und auch wenn man nicht so viel für Geschichte übrig haben sollte, sind die Ruinen von Pompeji für jedermann interessant, da sie das Leben in der Antike sehr greifbar machen.

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