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Das Highlight der Färöer Inseln – ein Ausflug nach Mykines

Mykines PapageientaucherWer Mykines hört, denkt erstmal an Griechenland. Das ist nur leider ganz die falsche Ecke. Mit Europa ist man noch am nächsten dran, denn es handelt sich hier um die westlichste der insgesamt 18 Inseln, die die Färöer bilden.

Die Wenigsten werden schonmal auf Färöer gewesen sein, deswegen haben wir alle wichtigen Infos für einen Trip hierhin kurz zusammengefasst und werden in mehreren Artikeln über unsere Reise dorthin berichten. Als erstes unser absolutes Highlight: Mykines und die Papageientaucher.

Wenn man auf die Färöer Inseln fliegt, wird auf der Insel Vagar ankommen. Von dort geht auch die Fähre nach Mykines. Dementsprechend empfiehlt es sich auch für die Nacht vor dem Ausflug nach Mykines zu übernachten. Die Entfernungen sind auf den Inseln zwar nicht wirklich groß, aber man muss sich ja nicht in der früh schon hetzen.

Mykines Fähre

Mykines erreicht man per Fähre. Diese fährt zweimal am Tag vom Hafen in Sorvagur aus und braucht ca. 40min. Es wird empfohlen, Tickets vorab zu reservieren, weil nur 75 Passagiere auf das Boot gehen, aber vereinzelte Restkarten gibt es am Tag selbst auch oft. Vor allem die Nachmittagsfähre auf die Insel ist meist leer. Die meisten Touristen entscheiden sich für einen Tagesausflug und fahren um 10:20 hin und um 17:05 zurück. Wer möchte, kann aber auch auf der Insel übernachten.

Die Bootsfahrt geht vom Hafen in Sorvagur aus durch den Fjord am berühmten Wasserfall von Gasaladur vorbei und an den Steilklippen von Mykines entlang zur Westseite der Insel. Angekommen erklimmt man erstmal einige Stufen, um vom Hafen auf die “Dorfstrasse” zu gelangen.

Mykines FähreWir waren erst etwas skeptisch, mit über 70 Leuten gleichzeitig eine Wanderung zu machen, aber es verläuft sich alles sehr gut. Auf manchen Seiten liest man, dass man nur mit einem einheimischen Guide über die Insel wandern darf. Das stimmt so nicht. Es wird empfohlen, ist aber keine Pflicht. Was zu beachten ist, ist eine Gebühr von 100DKK für den beliebten Wanderweg zum Leuchtturm und den Papageientauchern. Bei uns wurden die Tickets dafür noch am Hafen in Sorvagur verkauft, es soll demnächst aber auch online möglich sein.

Mykines WanderungDie Wanderung geht vom Dorf aus in Richtung Südwesten zum Leuchtturm an der äußersten Spitze der Insel. Bevor man vom Hafen ins Dorf kommt, geht der Trampelpfad steil links von der Straße über die Schafweiden ab. Er wird durch farbige Holzpflöcke markiert. Auch wenn es später noch ein paar Mal steil bergauf geht, ist dieser erste Teil des Weges auch der anstrengendste. Also nicht entmutigen lassen, wenn ihr außer Puste oben ankommt. Es wird besser!

Mykines Wanderung

Oben angekommen geht ihr durch eine Steinmauer, wo eure Tickets eingesammelt werden. Hier ist auch ein Mahnmal für Personen, die auf See verloren gegangen sind. Anschließend geht es mehr oder weniger nah an der Steilklippe entlang auf einem Trampelpfad. An den Weg sollte man sich halten, weil es doch immer wieder starke Windböen geben kann und man leicht den Tritt verlieren kann.

Wenn es dann wieder bergab zur Brücke geht, kommt das richtige Highlight. Wir sind erstmal komplett dran vorbeigelatscht. Es ist hier sehr steil und man muss wirklich auf jeden seiner Schritte schauen, damit man nicht den Hang runterpurzelt. Eigentlich ist an genau diesem Hang eine der größten Papageientaucher-Kolonien der Welt. Uns ist sie beim Abstieg absolut nicht aufgefallen. Wir haben mal zwei der Vögel auf einem Felsen sitzen sehen und waren schon happy. Deswegen erst später was dazu.

Mykines LeuchtturmÜber die Brücke, an zahllosen Möwennestern vorbei, geht es weiter in Richtung Leuchtturm. Hier teilt sich der Wanderweg und man kann entweder wieder bergauf und oben an der Steilküste entlang oder man geht unten weiter. Da es hier im Kreis geht, ist es egal, welchen Weg man geht, man sieht sowieso alles. Wir sind zuerst bergauf, weil uns die Kombination weniger anstrengend erschienen ist.

Mykines WanderungHier kommt man dann an einer Kolonie Basstölpel vorbei und darf sich an einigen Schafen vorbeischlängeln. Wir hatten Glück, als wir da waren, gab es ganz viele zuckersüße Lämmchen. Am Leuchtturm angekommen hat man bei gutem Wetter einen unglaublichen Ausblick über Mykines und weiter über Vagar. Ein sehr beliebtes Foto-Motiv, wo man auch gut eine kleine Mittagspause einlegen kann. Bei den meisten Supermärkten gibt es belegte Semmeln zum mitnehmen oder man bestellt sich ein Lunch Paket beim Cafe in Mykines (vor der Wanderung abholen 😉 ).

Mykines PapageientaucherNach einer ausgiebigen Pause dann also über den anderen Weg zurück zur Brücke. Wir waren da schon etwas enttäuscht, dass wir nur so wenige Papageientaucher gesehen hatten… Irgendwie haben wir einfach kein Glück mit Tierbeobachtungen… Dann sind uns aber haufenweise schwarz-weiße Flecken auf der Wiese aufgefallen, wo wir am Vormittag noch leicht ängstlich versucht haben, uns auf den Füßen zu halten. Und, was soll man sagen? Ein Papageientaucher neben dem nächsten.

Mykines PapageientaucherHier reiht sich wirklich ein Bau (die Vögel leben in kleinen selbstgebuddelten Höhlen) an den nächsten! So kurz vor oder während der Brutzeit waren die meisten der kleinen Vögel damit beschäftigt, Gräser zu rupfen um ihr Nest damit gemütlicher zu machen. Es macht einfach Spaß die kleinen Kerlchen zu beobachten und sieht einfach sehr seltsam aus, wenn sie fliegen und versuchen zu landen. Als wären sie eigentlich nicht dafür gemacht. Leider sollte man seine Zeit in der Kolonie auf das nötigste begrenzen. Es sind immerhin wilde Tiere, die nicht in ihrer Natur gestört werden sollten. Aber man wird genügend von ihnen sehen, auch wenn man nicht lange stehen bleibt.

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Zurück im Dorf kann man sich im Cafe aufwärmen und mit Kuchen stärken. Das Boot zurück geht um 17:05, was eigentlich mehr als genug Zeit ist, für die insgesamt 7km lange Wanderung. Man kann sich also wirklich Zeit lassen und braucht sich keinen Stress zu machen.

Dann also mit einer vollen Speicherkarte zurück auf’s Boot und von kleinen roten Platschfüßen träumen.

Anreise

Der einzige Flughafen liegt auf der Insel Vágar und wird von der einheimischen Fluggesellschaft Atlantic Airlines und der dänischen Airline SAS bedient.

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Unterkunft

Unterkünfte sind auf den Färöer Inseln rar gesät. Insbesondere Hotels können sehr teuer sein.
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Reisezeit

Auf den Färöer Inseln ist es immer recht kühl. Daher sollte man als Reisezeit die wärmsten Monate wählen, also Mai bis August. Aber auch im Sommer kann es regnerische und neblige Tage geben. Die Höchsttemperaturen im Sommer liegen bei ca. 15 Grad.

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