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Dubais neues, altes Ausgehviertel – Al Seef

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Dubai Al SeefDubai erfindet sich fast jährlich neu. Stefan ist geschäftlich mindestens einmal im Jahr in der Metropole der arabischen Emirate und jedes Jahr gibt es etwas neues zu bestaunen.

Letztes Jahr war es noch „The Frame“. Von hier aus konnte man wunderbare Bilder der Skyline inklusive Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, machen. Danach ging man in einen Freizeitpark, der so bunt und kitschig ist, dass man denkt, man sei in Japan.

Dubai Al SeefDieses Jahr ist die neueste Attraktion Dubais wieder etwas weniger extravagant. Am südlichen Ufer des Dubai Creek eröffnete im Laufe des Jahres 2018 das Viertel „Al Seef“. Dieses neue Ausgehviertel steht im großen Kontrast zu den vielen Malls, die nur eines im Sinn haben: mit Modernität und Größe zu beeindrucken.

Al Seef ist, wenn man so möchte, das erholsame Gegenteil zu den Superlativen der Stadt. Das Stadtviertel wurde komplett neu gebaut, möchte aber den Stil und die Atmosphäre der Perlentaucherstadt – die Dubai einmal war – wieder aufleben lassen. Alle Häuser dieses Viertels sind daher im einfachen Stil der Beduinen gehalten. Jede einzelne Tür, jedes einzelne Vordach benutzt das Material und den Stil, als ob es den Ölrausch in Arabien nie gegeben hätte.

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Die würfelförmigen Gebäude sehen so aus, als sei der Lehm noch nicht ganz getrocknet. Sogar die öffentlichen Toiletten sind durch große Holztore zu betreten. Natürlich – wie so vieles in Dubai – hat Al Seef ein Ziel: Eine Touristenattraktion zu werden. Denn das Viertel öffnet erst gegen Abend, die meisten Geschäfte und Restaurants kann man erst ab 19:00 Uhr besuchen. Alle Läden in diesem Viertel sind auf Touristengeschäfte ausgelegt, einen Supermarkt o.ä. sucht man hier vergebens. Doch interessanterweise ist genau das auch, was die arabische Tradition ausmacht. Die Araber waren schon immer ein Händlervolk. Und so ist es fast schon wieder authentisch, wenn Händler die Leute auf der Straße ansprechen, und ihre Ware bewerben. Wer schon einmal in Jordanien war, wird wissen, dass das eigentlich ganz normal ist.

Dubai Al SeefUnd auch bei den Geschäften will Al Seef zurück zu seinen Traditionen. Hauptsächlich Textilien und natürlich Perlenmanufakturen findet man hier. Da Al Seef in der Nähe des Stadtviertels Deira liegt, das heute fast ausschließlich von Indern und Pakistanern bewohnt wird, sind natürlich auch in den Geschäften hauptsächlich südasiatische Verkäufer anzutreffen. Und so scherzt ein Araber gerne, dass er gerne Al Seef besucht, um „echte traditionelle ägyptische Filipinos“ zu sehen. Dennoch wird hier im Gegensatz zu den anderen Ausgehvierteln Dubais die Tradition der Emirate versucht zu bewahren.

Dubai Al SeefSchlendert man durch die Gassen von Al Seef westwärts gelangt man nach einer Zeit zu einer neu gebauten, beeindruckend großen Moschee. Gerade zu Gebetszeiten tönt der Gesang des Muezzins hier besonders laut über den Dubai Creek. Hinter der Moschee findet man den neu eröffneten Dubai Old Souq. Man fühlt sich hier eher wie in Indien. Kleine, enge Gassen, in denen allerlei Textilien und Gewürze verkauft werden. Eben wie auf arabischen Märkten vor 50 bis 100 Jahren.

Viele Araber kommen selbst gerne nach Al Seef, um ein wenig das arabische Flair zu genießen. Im Rest von Dubai ist genau das nämlich rar geworden. Ob es auch ausländische Touristen anziehen wird, bleibt abzuwarten. Bei unserem Besuch war das Viertel zumindest nicht allzu viel besucht. Wer richtiges arabisches Feeling haben möchte, dem sei ohnehin geraten, die ca. drei Stunden Fahrt in den Oman auf sich zu nehmen.

Dubai Al SeefTraditionelle arabische Küche mit schönem Blick auf den Dubai Creek kann man hier allerdings allemal genießen. Im Restaurant Al Fanar, ein Geheimtipp unter arabischen Einheimischen, kann man sehr gute, reichhaltige arabische Gerichte genießen.

Als Abschluss eines Abends im Al Seef bietet sich eine kleine Bootsfahrt über den Dubai Creek an. Die kleinen Boote, die von verschiedenen Anlegern abfahren, dienen hauptsächlich dazu, die indischen und pakistanischen Arbeiter vom einen Ufer auf das andere zu befördern.

Dubai Al SeefGleichzeitig hat man von den Booten jedoch auch einen schönen Blick auf die traditionellen Bauten von Al Seef. Zwischen ein und zwei Dirham (umgerechnet 25 bis 50 Cent) kostet eine Fahrt auf einem Boot. So kann man beispielsweise mit einem Boot vom Old Souq den gesamten Rückweg auf dem Wasser verbringen bis man in Baniyas wieder an Land geht. Von hier aus ist die nächste Metro-Station nur noch fünf Minuten entfernt. Ab hier geht es wieder in die Welt der gläsernen Hochhäuser und Leuchtreklamen.

Anreise

Dubais ansässige Airline Emirates verbindet mehrere deutsche Flughäfen mit der Stadt zu sehr guten Preisen.

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Unterkunft

Dubai hat unzählige gute Hotels, meist auch zu günstigen Preisen. Wir sind schon oft im Radisson Blu Media City untergekommen, da es bei recht niedrigen Preisen recht komfortabel ist. Die Metro ist ebenfalls fußläufig zu erreichen, genau wie die Marina, ein tolles Ausgehviertel. Booking.com

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Reisezeit

Dubai liegt auf der arabischen Halbinsel, auf der es im Sommer sehr heiß werden kann. Ideal sind die Temperaturen vor allem zwischen Oktober und März. Prüft vor der Reisebuchung auch unbedingt, wann Ramadan liegt. Während Ramadan sind fast alle Geschäfte und natürlich Restaurants tagsüber geschlossen. Auch sind die Einwohner während dieser Zeit - verständlicherweise - nicht wirklich gut drauf.

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