StädtereiseSüdliches Afrika

Die Highlights von Kapstadt

Kapstadt ist eine der Städte von denen so viele Leute schwärmen und doch leider nur wenige gewesen sind. Oft wird ein Besuch in Kapstadt mit einer Safari durch die Nationalparks von Südafrika verbunden und auch die Garden Route, die Strecke von Südafrika entlang der Küste nach Port Elizabeth, ist eine wunderschöne Reise durch das Land.

Die Stadt selbst ist berühmt für ihren Tafelberg, der direkt neben dem Stadtzentrum thront. Doch es gibt viele weitere Orte, die die Geschichte der Stadt und des Landes repräsentieren. Wir zeigen euch daher die Highlights der Stadt.

Die Stadtteile selbst sind teilweise etwas voneinander entfernt. Der Tafelberg und der ebenso imposante Signal Hill teilen die Stadt in eine nördliche und eine südliche Hälfte. Daher bietet sich in Kapstadt – anders als wir normalerweise empfehlen – tatsächlich der Hop-On-Hop-Off-Bus als bestes Verkehrsmittel an, um alle Sehenswürdigkeiten entdecken zu können.

Victoria & Alfred Waterfront

Kapstadt Victoria Alfred WaterfrontDas Zentrum aller Ausflüge in und um die Stadt ist definitiv das V&A (Victoria & Alfred) Waterfront Centre an Kapstadts Hafen gelegen. Unübersehbar ist dies das touristische Zentrum. Ein Einkaufszentrum bietet hier hauptsächlich Souvenirs und Mitbringsel an. Viele Restaurants haben sich hier ebenfalls angesiedelt. Auch die Tourenanbieter sind hier alle zu finden. Von der Helikoptertour bis zum Fahrradausflug ist hier alles dabei.

Die Gegend um die V&A Waterfront ist der alte Hafen von Kapstadt. Viele alte viktorianische Speicherhäuser sind hier noch zu finden. Sie beherbergen heutzutage Restaurants oder Museen. Auch einige Touristenattraktionen wie das Riesenrad Cape Wheel oder das Two Oceans Aquarium sind hier zu finden. Ebenfalls ist die V&A Waterfront auch der Ausgangspunkt der Fähre nach Robben Island.

Robben Island

Die Geschichte Südafrikas ist unweigerlich mit Nelson Mandela verbunden. Und Kapstadt spielt eine zentrale Rolle im bewegten Leben des Nelson Mandelas. Der Konflikt zwischen den weißen und schwarzen Einwohnern Südafrikas ist und war das dominierende Thema des Landes.

Kapstadt Robben IslandSchon ab dem 17. Jahrhundert diente die Insel hauptsächlich als Gefängnisinsel. Durch die weite Entfernung zum Festland war es Gefangenen fast unmöglich von der Insel zu fliehen. Eine ähnliche Argumentation galt auch für die berühmte Gefängnisinsel Alcatraz vor San Francisco.

Berühmtester Insasse des Gefängnisses war Nelson Mandela, der 18 Jahre seiner Haft auf Robben Island verbrachte. Auch viele weitere hochrangige Vertreter der ANC Partei, die sich auch gewaltsam gegen die Apartheid stellte, waren hier inhaftiert.

Robben Island war keinesfalls nur ein Gefängnis für politische Gefangene, sondern ein generelles Hochsicherheitsgefängnis. Im Jahre 1996 geschlossen wurde die Insel ein Jahr später für Besichtigungen geöffnet. Seit 1999 ist Robben Island auch UNESCO-Weltkulturerbe

Die Insel ist ab der V&A Waterfront per Fähre zu erreichen. Im Fährticket inkludiert ist eine geführte Tour, da die Insel nur so zu besichtigen ist. Die Tour gibt Einblicke in den Alltag der Häftlinge und über die bedrückenden Verhältnisse, die hier bis vor nicht einmal 25 Jahren geherrscht haben.

Am beklemmensten ist die Tatsache, dass man von Robben Island aus den vielleicht schönsten Blick auf Kapstadt hat. Unvorstellbar ist hier das Gefühl, 18 Jahre auf einer Insel inhaftiert zu sein und stets eine so wunderschöne Stadt vor Augen zu haben.

Castle of Good Hope

Kapstadt Castle of Good HopeEine der wenigen Erinnerungen an die niederländische Herrschaft über Südafrika ist das Castle of Good Hope. Die Burg steht nicht – wie der Name vermuten lässt – am Kap der Guten Hoffnung, sondern im Zentrum der Stadt. Ursprünglich stand die Burg direkt an der Küste, doch durch Landgewinnung in den 1930er und 40er Jahren ist sie nun ein paar hundert Meter von der Küste entfernt.

Die Burg wurde im 17. Jahrhundert von den Niederländern erbaut und diente zur Sicherung der Stadt. Die Form der Burg ist außergewöhnlich, da sie ein Pentagon darstellt. Ebenfalls außergewöhnlich ist die prägnante gelbe Farbe der Burg. Das Gestein, das zum Bau genutzt wurde, stammt hauptsächlich aus einem Steinbruch auf Robben Island, wo Häftlinge zur Arbeit im Steinbruch gezwungen wurden.

Nach der Übernahme Südafrikas durch die Briten wurde die Burg nicht mehr viel genutzt, erst die unabhängige südafrikanische Armee nutzte die Burg als Hauptquartier. Heute ist die Burg ein Militärmuseum, in dem man viel über die niederländische Geschichte, sowie über die Geschichte des südafrikanischen Militärs erfahren kann.

District Six

District Six ist einer der Schauplätze der Apartheid, die uns heutzutage ungläubig machen, was dort passiert ist. Dieser Stadtteil war über Jahrhunderte eines der belebtesten Viertel der Stadt. Viele Menschen der Arbeiterschicht, die im Stadtzentrum einen Job gefunden hatten, wohnten und lebten hier über Generationen, davon mehr als 90% Schwarze. Am Ende der 1960er Jahre entschied die weiße Regierung Südafrikas, das Viertel zu einer „Whites-Only“ Zone zu machen und zwang fast alle Einwohner des Viertels zum Umzug in Slums und Townships bis zu 25 km außerhalb der Stadt. Für viele war dies neben dem Verlust der Heimat auch ein wirtschaftlicher Verlust, denn den Arbeitsweg in die Innenstadt konnten sich nun viele nicht mehr leisten.

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Nach der Vertreibung der Einwohner wurde das Viertel in den 70er Jahren dem Erdboden gleich gemacht. Alle Wohnhäuser wurden zerstört – nur Kirchen und Denkmäler durften bleiben. Das Viertel wurde jedoch nicht neu aufgebaut, da sich kaum Interessenten für neue Wohngebäude fanden. So wurde dieser Stadtteil brach liegen gelassen.

Erst nach Ende der Apartheid wurde das Viertel langsam wieder belebt. Viele Wohnhäuser wurden an die Vertriebenen zurück gegeben. Obwohl District Six keine markanten Sehenswürdigkeiten beherbergt, ist ein Besuch dort ein wichtiger Teil des Trips, um die ganze Geschichte Kapstadts zu verstehen.

Greenmarket Square

Das Stadtzentrum von Kapstadt ist das Viertel Greenmarket Square. Wie der Name vermuten lässt, haben sich seit Jahrhunderten die verschiedensten Arten von Märkten angesiedelt. Einst ein Sklavenmarkt, war das Viertel auch bereits ein Gemüsemarkt und Parkplatz und beherbergt heute – wie kann es anders sein – Souvenirstände. Greenmarket Square ist ebenfalls nahe an den Parlamentsgebäuden. Daher war das Viertel während der Apartheid häufig Schauplatz von Protesten gegen die Politik der Weißen.

Kapstadt Iziko South African Museum

Heute ist der Stadtteil gerade wegen seiner alt-britischen, historischen Gebäude sehenswert. Er ist auch ein Ausgehviertel, das etwas zentraler liegt als die V&A Waterfront. Die Company Gardens, die die Parlamentsgebäude beherbergen, sind fußläufig zu erreichen. So kann man auch ein wenig Pause im Grünen machen, ohne auf den Tafelberg zu müssen.

Ebenfalls in den Company Gardens gelegen ist das wunderschöne Gebäude des Iziko South African Museums. Doch nicht nur das Gebäude selbst ist einen Besuch wert, auch das Museum lädt zu einem Besuch ein. Der Fokus des Museums ist hier nicht der politische Konflikt im 20. Jahrhundert, sondern die afrikanische Geschichte des Landes. Viele fossile Tiere, aber auch afrikanische Kunst und die afrikanischen Sprachen werden hier anschaulich erklärt.

Der Tafelberg

Kapstadt TafelbergKönnen wir über Kapstadt reden ohne den Tafelberg zu erwähnen? Natürlich nicht! Der Tafelberg ist allgegenwärtig. Und ein Besuch auf dem Berg selbst ist wahrscheinlich ebenso Pflicht wie der Besuch von Robben Island. Für die Sportlichen gibt es einen Wanderweg, Platteklip Gorge genannt, der in ca. 3 Stunden auf den Gipfel führt. Hierbei sei jedoch zu erwähnen, dass der Aufstieg zu Fuß nicht ohne ist. Gerade in der Mittagshitze kann es sehr anstrengend werden; daher denkt an ausreichend Wasser. Leider sollte man sich auch dessen bewusst sein, dass es auf dieser Wanderung immer wieder zu Überfällen kommt.

Der bequemere Weg ist hier definitiv die Seilbahn, die euch bis auf den Gipfel des oben flachen Berges bringt. Die Talstation ist am einfachsten ebenfalls mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus zu erreichen. Außerdem verbindet ein Linienbus die V&A Waterfront mit der Talstation, allerdings hält dieser nicht direkt an der Station. Ein kostenloser Shuttle bringt euch von der Haltestelle an der Kloof Nek Road zur Talstation.

Auf dem Gipfel des Tafelbergs erwarten euch tolle Ausblicke auf die Stadt und Robben Island. Einige Wanderwege führen über den Tafelberg. Von anderen Ausblickspunkten könnt ihr erahnen, wie viele Siedlungen sich inzwischen im Hinterland angesiedelt haben. Von der anderen Seite seht ihr auch die Außenbezirke Camps Bay und Green Point mit seinem prägnanten Fußballstadion.

Green Point

Kapstadt Green Point

Green Point ist ein relativ neuer Stadtteil nordwestlich der V&A Waterfront. Typisch für diesen Stadtteil ist die Beach Road, eine Esplanade entlang der Atlantikküste. Das Green Point Lighthouse ist ein immer noch im Betrieb befindlicher Leuchtturm, der früher Schiffen den Weg in den alten und nun in den neuen Hafen leiten soll.

Der Leuchtturm war die Hauptattraktion des Stadtteil bis zum Bau des Cape Town Stadiums, dem wahrscheinlich bekanntesten Stadions Südafrikas. Cape Town Stadium wurde für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 errichtet. Oft Green Point Stadium, nach dem Namen des alten Stadions, genannt, war es das meist genutzte Stadion während der WM, obwohl es weder das Eröffnungsspiel noch das Finale beherbergte. Das weiße geschwungene Dach ist selbst vom Tafelberg aus gut sichtbar.

Camps Bay

Kapstadt Camps BayKapstadt liegt direkt am Meer und wir haben noch nicht über Strände gesprochen? Das Beste haben wir uns für den Schluss aufgehoben 😉 Das noble Stadtviertel Camps Bay ist im Winter ein eher ruhiger Stadtteil. Viele Prominente und Wohlhabende haben hier ihre Villen. Und so ist es ähnlich wie in Hollywood schon ein Erlebnis zu sehen, wo die Schönen und die Reichen leben.

Im Sommer jedoch ist Camps Bay ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Einheimische zugleich, denn hier findet man die schönsten Strände der Stadt. Insbesondere die großen Strände Camps Bay Beach und Clifton Beach sind durch ihre Form vor den Strömungen etwas geschützt. Das türkise Wasser lädt hier einfach zum Abkühlen ein.

Kapstadt hat wirklich für jeden etwas zu bieten. Die Sicherheitslage in der Stadt hat sich deutlich verbessert, jedoch sollte man immer noch gesunden Menschenverstand und Vorsicht walten lassen und sich hauptsächlich in Gegenden mit vielen Menschen aufhalten.

Neben den Highlights der Stadt selbst gibt es noch viele Ausflüge um die Stadt herum zu bestreiten. Wie zum Beispiel die Bus- und Fahrradkombination zum Kap der Guten Hoffnung, die für uns immer noch eines der All-Time-Highlights darstellt.

Anreise

Kapstadt ist mit ein paar Direktflügen, ansonsten meist über Johannesburg zu erreichen. Für viele Piloten ist der An- und Abflug auf Kapstadt einer der schönsten der Welt.

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Unterkunft

Unterkünfte gibt es in Kapstadt genügend und zu guten Preisen. Insbesondere die Gegend um Greenmarket Square bietet sich als zentrale Location an. Auch die V&A Waterfront ist natürlich ein lohnenswertes Ziel.
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Reisezeit

Die Jahreszeiten in Kapstadt sind umgekehrt von denen in Deutschland. Doch in Sommer kann es hier auch sehr heiß werden. Ideal ist der Dezember und die Zeit um Weihnachten und Silvester.

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