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Die Highlights der Osterinsel

Was ist das Reiseziel, das am weitesten von Deutschland entfernt ist? Neuseeland? Vielleicht, wenn es rein nach Kilometern gehen würde. Nach Flugstunden betrachtet ist es eher die Osterinsel. Und tatsächlich ist die Osterinsel von allem sehr weit weg. Fünfeinhalb Stunden dauert der Flug aus der chilenischen Hauptstadt Santiago, die wiederum ca. 15 Flugstunden von Deutschland entfernt ist. Tatsächlich ist der Flughafen Mataveri auf der Osterinsel der Flughafen, der weltweit am weitesten vom nächsten Flughafen entfernt ist. Daher müssen die Piloten auf dem Weg zu Osterinsel nach der Hälfte der Strecke auch bereits entscheiden, ob sie auf der Osterinsel landen werden oder nach Santiago zurückkehren.

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Für uns war der Besuch der Osterinsel Teil unserer Round-the-World Hochzeitsreise. Drei Tage haben wir hier verbracht. Mehr als drei Tage benötigt man normalerweise auch nicht, um die Insel vollständig gesehen zu haben. Eine neue Gesetzgebung erlaubt es Touristen nur noch auf die Osterinsel zu fahren, wenn sie dort eine Unterkunft gebucht haben und nach maximal 30 Tagen wieder abreisen. Was erst einmal sehr restriktiv klingt, ist in Wirklichkeit also kein Problem.

Ein paar Tipps zur Osterinsel

Die Osterinsel ist fast ausschließlich über den Flughafen von Santiago zu erreichen (Kreuzfahrten einmal ausgenommen). Nur einmal in der Woche verbindet ein Flug auch Tahiti mit der Insel. Allerdings gibt es die Verbindung mit Santiago in der Regel drei Mal am Tag. Ein recht neuer Dreamliner macht die fünfeinhalb Stunden Flug sehr angenehm. Obwohl politisch gesehen der Flug von Santiago ein Inlandsflug ist, müsst ihr in Santiago jedoch zum internationalen Terminal, um für den Flug einzuchecken.

Osterinsel Moai

Moais findet man auf der Osterinsel an jeder Ecke

Der Nationalpark Rapa Nui

Auf der Osterinsel angekommen sollte der erste Stopp nicht das Kofferband sein, sondern die Verkaufsstelle der Eintrittskarten für den Nationalpark. Statt auf das Gepäck zu warten, kann man die Zeit hier daher nutzen und sich die Tickets besorgen. Die Ticketpreise sind mit 80 US$ recht hoch, aber ohne Ticket kommt man eigentlich an keine der Moais heran. Das Ticket gilt für zehn Tage, sollte euch also ausreichend Zeit geben, die Insel ausgiebig zu erkunden. Wir zeigen euch, welche Ecken der Insel ihr auf jeden Fall gesehen haben solltet.

Eigentlich jede Unterkunft holt euch am Flughafen ab. Einen Mietwagen könnt ihr daher direkt in der Stadt bekommen. Ursprünglich hatten wir uns wegen der geringen Größe der Insel überlegt, uns nur mit Fahrrädern fortzubewegen. Allerdings ist die Insel recht hügelig und die Distanzen doch weiter als gedacht. Dazu kommt die sehr intensive Sonne, die gerade zur Mittagszeit gnadenlos auf die Erde brennt. Ein Auto ist daher doch das beste Verkehrsmittel, um die Insel zu erkunden.

Hanga Roa

Osterinsel Flughafen

Ankunft auf der Osterinsel

Der einzige Ort auf der Osterinsel ist Hanga Roa. Dort liegt auch der Flughafen. Der Ort hat alles, was man braucht, um ein paar Tage auf der Insel zu verbringen: viele Restaurants, ein paar Geldautomaten und kleine Supermärkte. Beim Blick in die Supermärkte fragten wir uns allerdings, wie die Einwohner von Rapa Nui (so der Name der Insel in der einheimischen polynesischen Sprache) eigentlich für sich kochen können, fehlte es doch an den grundsätzlichsten Dingen.

Die Preise im Ort sind relativ hoch, was keine Überraschung ist, wenn man sich vergegenwärtigt, dass wir auch über 3500 km von der nächsten richtigen Zivilisation entfernt sind. Wer es praktisch und einfacher (und dadurch auch deutlich günstiger) mag, der sucht auf der Straße Atamu Tekena nach etwas zu essen. Gerade das etwas versteckte Club Sandwich oder die Pizzeria Po Nui (die ihren Pizzateig noch pro Pizza frisch macht) sind preiswerte aber gute Empfehlungen von uns.

Der Hafen von Hanga Roa

Osterinsel Schildkröte

Meeresschildkröten im Hafen von Hanga Roa

Am Hafen von Hanga Roa werdet ihr auch den ersten Moai sehen. Die Moais sind die Wahrzeichen der Insel. Die einheimischen polynesischen Völker betrieben einen Ahnenkult, bei dem die verstorbenen Ahnen als Steinfigur nachgebaut wurden und zur Verehrung an einem bestimmten Platz aufgestellt wurden. Jeder Clan hatte seinen eigenen Ahu, eine Art Tempel, wo die Moais aufgestellt wurden. Der Moai am Hafen ist allerdings nicht das wirkliche Highlight hier. Grüne Meeresschildkröten nutzen die seichten Gewässer des Hafenbeckens als Rückzugsort. Diese Schildkrötenart gilt als eine der größten Schildkröten weltweit und ist darüber hinaus sehr selten. Im Hafen von Hanga Roa jedoch werdet ihr mit Sicherheit welche im klaren Wasser entdecken können.

Im Abendrot könnt ihr auch den lokalen Fischern zuschauen, wie sie von ihrer Fischertour in den Hafen zurückkommen und ihren Fang auswerten. Die für Südamerika typischen streunenden Hunde findet ihr auch in Hanga Roa. Genau wie in Chile oder Argentinien auch werdet ihr aber feststellen, dass die Hunde doch sehr brav sind und keinesfalls aggressiv werden.

Das Postamt von Hanga Roa ist so etwas wie eine Touristenattraktion. Hier bekommt man typische Briefmarken und nur von hier kann man Postkarten abschicken, die dann auch einen Osterinsel-Stempel bekommen. Geduld ist hier immer gefragt, denn das Postamt ist für die Einheimischen auch der einzige Bankschalter. Wer also am ersten Tag eines Monats hier hinkommt – wie es uns passiert ist – kann hier schonmal auf eine sehr lange Schlange treffen. Als kostenloser Service (eine Spende wird jedoch gern gesehen) bietet das Postamt einen Stempel an, den man sich in seinen Reisepass stempeln kann – natürlich mit den ikonischen Moais. Da die Osterinsel politisch zu Chile gehört ist der Flug von Santiago nach Mataveri ein Inlandsflug. Einen extra Stempel bekommt ihr daher nicht in euren Pass.

Ahu Akahanga

Osterinsel Ahu Akahanga

Ahu Akahanga

Von Hanga Roa aus kann man am besten einen Tag einplanen, um die Ringstraße entlang der Ost- und Nordküste zu erkunden. Schon nach ein paar Minuten werdet ihr zum Park Ahu Akahanga kommen. Dieser Ahu zeigt die Moais in ihrer eigentlichen aktuellen Lage – auf der Nase liegend.

Die Geschichte der Osterinsel ist auch eine Geschichte von menschlichen Fehlern. Einst war die Insel bedeckt mit Bäumen, die als Nahrung dienten, aber auch Schatten spendeten und die Erdstruktur nährstoffreich hielten. Durch den immer stärker werdenden Bootsbau wurden letztendlich alle Bäume abgeholzt. Heute ist die Insel komplett baumfrei und nur noch eine einzige grüne Wiese. Als Folge wuchsen kaum noch Lebensmittel auf der Insel. Die Einwohner machten ihre Ahnen dafür verantwortlich, da diese sie nicht beschützt hatten. Aus Wut schmissen sie einige davon um. Auf Grund der Knappheit von Nahrung brach auch Krieg unter den Clans aus. Siegreiche Clans warfen die Moais der unterlegenen Clans um, als Zeichen der Überlegenheit. Letztendlich wurden alle Moais umgeworfen. Die heute stehenden Moais wurden fast alle wieder aufgestellt.

Rano Raraku

Osterinsel Rano Raraku

Hunderte Moais säumen den Berghang des Rano Raraku

Von der Ringstraße ein paar Meter landeinwärts (die Straße hierhin weist übrigens sehr viele Schlaglöcher auf) geht es zum Gelände der Rano Raraku. Der ehemalige Vulkan Rano Raraku gilt als Herstellungsort fast aller Moais. Der Vulkanstein wurde für die Herstellung der Steinfiguren genutzt. Über 300 Moai Statuen stehen oder liegen heute noch an den Hängen dieses Berges. Teilweise sieht man noch unfertige Statuen, die noch nicht komplett aus dem Berg geschnitzt wurden. Auf dem Gipfel dieses Vulkans sieht man einen eher sumpfigen Kratersee.

Rano Raraku ist eine der wichtigsten Orte der Osterinsel. Dementsprechend viele Besucher kommen auch hier hin. Um den Besucherstrom einigermaßen im Zaum zu halten, kann man mit seinem Nationalpark-Ticket dieses Gelände nur einmal besichtigen. Nehmt euch also Zeit hierfür, ihr könnt hier nicht ein zweites Mal hin!

Ahu Tongariki

Osterinsel Ahu Tongariki

Die 15 berühmten Statuen des Ahu Tongariki

Schon vom Hügel des Rano Raraku kann man dieses Ahu erkennen. Das Ahu Tongariki ist die wohl am meisten fotografierte Zeremonialplattform der Osterinsel. Direkt am felsigen Strand stehen 15 Statuen, die in Reih und Glied wieder aufgestellt wurden. Vergleicht man die Statuen miteinander sieht man, dass sie zu verschiedenen Zeiten gefertigt wurden, da sie verschiedene Detailgrade aufweisen. Nur eine Statue hat noch ihren Hut, den früher alle Statuen besaßen. Nachdem die Statuen umgeworfen wurden, sind viele der Hüte, die aus einem anderen Stein von einem anderen Vulkan gefertigt wurden, verloren gegangen. In den 1960er Jahren tat ein Tsunami, der direkt am Strand des Ahu Tongariki auf Land traf, sein Übriges und viele Hüte sind wahrscheinlich ins Meer gespült worden.

Ahu Tongariki ist nicht nur der Platz, wo ihr die meisten Moais auf einer Stelle findet, er ist auch eines der fotogensten Plätze. Der Platz ist beliebt für Sonnenaufgangsfotos, denn genau hinter den Moais geht hier zwischen Dezember und März morgens die Sonne auf. Stellt euch also den Wecker und prüft, wann die Sonne bei eurem Aufenthalt hier aufgeht. Der Park selbst öffnet erst u.U. nach Sonnenaufgang, doch auch von vor den Mauern könnt ihr einen tollen Blick bekommen.

Anakena Beach

Osterinsel Ohave Beach

Der versteckte Ohave Strand

Wir sind in der Südsee und können nicht baden gehen!? Jein! Tatsächlich gibt es auf der Osterinsel hauptsächlich Felsenstrände. Nur an der Nordküste gibt es zwei Sandstrände. Der malerische Strand Ovahe ist nur zu Fuß zu erreichen. Die kleine Stichstraße, die zum Parkplatz und Ausgangspunkt dieses Wanderweges führt, ist schwer zu finden, wenn ihr also zu diesem wunderschönen Strand wollt, bereitet euch darauf vor, wie man dorthin kommt.

Der Hauptstrand der Osterinsel liegt ein paar Minuten hinter dem Ovahe Strand. Der Anakena Beach ist direkt mit dem Auto zu erreichen. Am Parkplatz gibt es auch ein Restaurant und eine Toilettenanlage – dies ist auf unserer Runde eigentlich die einzige Gelegenheit für solch einen Stopp. Anakena Beach ist ein schöner Sandstrand umringt von der für die Insel typischen Mischung aus schwarzem Fels und grüner Wiese. Da es der einzige Strand der Insel ist, wird es hier auch gerne nachmittags recht voll. Die am Rande des Strandes aufgestellten Palmen geben uns einen kleinen Eindruck, wie die Insel früher ausgesehen haben muss, als sie noch voll mit Bäumen war.

Osterinsel Ahu Nau Nau

Ahu Nau Nau am Anakena Beach

Am Strand selbst gibt es auch zwei weitere Ahus. Der Ahu Nau Nau begrüßt die Strand-Gäste förmlich und ist ein kleines Abbild des Ahu Tongariki: mehrere Moais nebeneinander, diesmal aber im hellen Sand des Strandes. Der Ahu Ature Huki ist etwas weiter rechts zu finden und ist ein einsamer Moai auf einer Anhöhe.

Die Osterinsel ist ein exotischer Ort für eine Reise, beeindruckt aber mit seiner Geschichte und den über die Insel verteilten Zeugen dieser Historie. Neben der hier beschriebenen Ringstraße gibt es noch weitere Ziele, die man besichtigt haben sollte, wie zum Beispiel das alte polynesische Dorf Orongo, welches wir euch in einem weiteren Beitrag vorstellen werden.
Oder schaut doch mal im Tagebuch unserer Round-the-World Reise vorbei, bei der wir drei fantastische Tage in Rapa Nui verbracht haben.

Anreise

Mataveri Airport ist der einzige Flughafen der Insel. Er wird mehrmals täglich von Santiago de Chile angeflogen. Einmal in der Woche gibt es eine Verbindung nach Tahiti.

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Unterkunft

Unterkünfte sind auf der Osterinsel zwar einige vorhanden, doch mit der steigenden Zahl der Besucher sollte man sich frühzeitig um eine Unterkunft bemühen. Unsere Empfehlung ist das Rapa Nui Orito, welches etwas außerhalb von Hanga Roa liegt. Ihr bräuchtet hier also auf jeden Fall ein Fahrrad oder Auto, welches euch aber auch in der Unterkunft vermittelt werden kann. Die Unterkunft ist (wie eigentlich überall auf der Osterinsel) einfach, aber im Vergleich zu anderen Unterkünften ist das Preis-/Leistungsverhältnis gut.

sich auf der Insel bewegen

Tatsächlich ist die Insel nicht sehr groß. Doch gerade die Attraktionen im Norden und Osten der Insel sind schon recht weit weg, um mit dem Fahrrad erkundet zu werden. Daher bietet sich das Anmieten eines Mietwagens an. Da die Straßen teilweise recht löchrig sind, ist ein Geländewagen oder ein Auto mit etwas mehr Bodenfreiheit empfehlenswert. Auf der Insel werden auch viele Quads angeboten. Generell sind Autos auf der Osterinsel nicht versichert. Daher gibt es auch bei Mietwagen keine Versicherung, was man den Autos auch teilweise ansieht. Denn Werkstätten und Ersatzteile sind 3500km entfernt, neue Autos brauchen Wochen auf dem Pazifik, wenn sie von Chile aus versandt werden. Markiert bei der Abholung des Wagens also gut, welche Schäden der Wagen bereits hat, um teure Missverständnisse bei der Rückgabe zu vermeiden!

Reisezeit

Eigentlich ist das Klima auf der Osterinsel sehr konstant. Etwas trockener und wärmer ist es in den europäischen Wintermonaten, aber auch in allen anderen Monaten ist es angenehm warm, Regen kann aber nie ausgeschlossen werden

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