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Brisbane – der „Hidden Champion“ Australiens?

Jedes Jahr gibt es mehrere Rankings, die die lebenswertesten Städte der Welt küren. Auffällig ist, dass in allen Rankings meist kanadische und vor allem australische Städte die vordersten Plätze belegen. Heute widmen wir uns einer Stadt, die in solchen Rankings oft im Schatten ihrer direkten Nachbarn steht: Brisbane. Denn meist trumpfen in diesen Rankings Melbourne und Sydney auf. Nun ist es natürlich so, dass australische Städte generell sehr viel zu bieten haben und daher auch Melbourne und Sydney zurecht so weit oben in den Rankings stehen (Perth ist mit Western Australia nochmal ein eigenes Kapitel für sich). Doch Brisbane muss sich hier ganz und gar nicht verstecken. Wir sagen sogar, Brisbane ist in unseren persönlichen Top 3 der lebenswertesten Städte!

Brisbane CBD

Blick von der Story Bridge auf die Innenstadt

Doch was macht Brisbane so besonders, wenn es doch gar nicht mit Opernhaus oder alten Bahnhofsgebäuden glänzen kann? Brisbane gelingt als eine der wenigen Städte der Spagat zwischen dem Angebot einer Großstadt und dem Flair einer Kleinstadt. Dies ist möglich durch die flächenmäßig große Ausbreitung der Stadt: Brisbanes Fläche ist in etwa so groß wie die Londons, bei nur einem Viertel der Einwohner. Dies gibt der Stadt Platz zum Atmen: viele große Parks laden zum Verweilen und Grillen ein, der Bereich im Stadtkern am Ufer des Brisbane Rivers ist überall eine weitläufige Promenade und noch nicht dem Immobilienwahn zum Opfer gefallen.

Zugegeben, Brisbane kann nicht mit einem weltweit bekannten Wahrzeichen locken, wie es Sydney kann. Im Gegenteil, das Wahrzeichen Brisbane, die Story Bridge, die das Stadtzentrum mit den südlichen Edelvierteln verbindet, kommt im Vergleich zur Harbour Bridge in Sydney sehr kümmerlich daher. Doch Brisbane macht dies mit seiner einzigartigen Atmosphäre wett. In kaum einer anderen Stadt wird man beim Stadtbummel förmlich zu guter Laune und Erholung gezwungen.

Brisbane Queen St

Queen Street Mall

Das Stadtzentrum Brisbanes wird geprägt von der Fußgängerzone „Queen Street Mall“. Andere Geschäfte als die üblichen Ketten sucht man inzwischen auch hier vergebens, doch der Star der Queen Street Mall ist definitiv der Ibis. Wo in Deutschland kleine Tauben über die Fußgängerzone tapsen, auf der Suche nach Krümeln, stolzieren hier Ibisse über die Pflastersteine. Mit ihren großen Schnäbeln mögen sie im ersten Moment unheimlich wirken, doch sie sind absolut harmlos. Doch auch auf der Queen Street Mall wird man die Einzigartigkeit Brisbanes erkennen: Viele Bars und Cafés in der Mitte der Fußgängerzone laden zum Verweilen ein und es vergeht kaum ein Tag ohne professionelle Live Musik.

Von der Innenstadt gen Westen überqueren wir den Brisbane River und kommen in das Viertel South Bank. South Bank war 1988 das Areal der Weltausstellung „Expo“ und wurde danach zu einem Erholungsgebiet umgebaut. Von der Expo übrig blieben lediglich eine Open Air Musikbühne auf der dich DJs und Klassikorchester die Klinke in die Hand geben und der nepalesische Pavillion, der inzwischen versteckt zwischen Palmen liegt. Mitten im Park von South Bank, mit Blick auf die Hochhäuser des CBDs liegt ebenfalls Streets Beach, ein öffentliches Freibad mit künstlichem Strand, Bademeister, Strandbars etc. zur kostenlosen Nutzung für jeden, dem es nach einem Sonnenbad oder einer Erfrischung zumute ist. Und tatsächlich findet man mittags auch viele, die den künstlichen Strand für ihre Mittagspause nutzen.
Ebenfalls in South Bank haben sich viele Bars und Restaurants angesiedelt. Den asiatischen Einfluss auf Brisbane kann man hier nicht leugnen. Doch tatsächlich werdet ihr feststellen, dass die asiatische Küche, die ihr in Brisbane finden werdet, eine ganz andere Qualität als in Deutschland hat. Nicht dass wir in Deutschland gute asiatische Restaurants haben, aber die beste Qualität in Deutschland scheint in Brisbane gerade einmal die Norm zu sein.

Folgen wir der Melbourne Street weiter Richtung Westen kommen wir in das Abendviertel „West End“. Eines vorweg, Brisbane hat viele Viertel, die für Abendaktivitäten prädestiniert sind, wie zum Beispiel Fortitiude Valley, welches Chinatown und Studentenviertel miteinander verbindet, das CBD selbst und eben West End. Wegen der vielen Ausgehvierteln wurde Brisbane auch bereits „Brisvegas“ getauft. West End besticht durch seine Musikbars. In fast jeder Bar der Boundary Street gibt es Live Musik, und das fast jeden Abend!

Brisbane Kangaroo Point

Blick auf den Brisbane River

Ein schöner Spaziergang in Brisbane beginnt in South Bank und führt immer entlang des Flussufers einmal um das CBD herum, sodass man den Brisbane River über die Story Bridge wieder überqueren kann. Während dieses Spaziergangs kann man die ganze Bandbreite der Stadt erleben. So laufen wir vorbei an Kletterwänden, Outdoor Schachbrettern und kleinen Parks, in denen man nicht selten auch Leguane beim Sonnen finden kann. Eine Besonderheit Brisbanes sind auch die Parks. In jedem Park der Stadt findet man Gasgrills, zur freien Verfügung. Die Stadt stellt den Grill und das Gas bereit, per Knopfdruck wird der Grill gestartet und schon nach ein paar Minuten kann man die vorher besorgten Steaks auf den Grill werfen. Das Grillen in den Parks ist natürlich eine sehr beliebte Wochenendbeschäftigung, doch wer jetzt an typisch deutsches Verhalten denkt, wo Grills bereits morgens reserviert werden, sieht sich getäuscht. Nicht selten teilt man sich die Grills mit anderen Gruppen, Hauptsache alle können den Tag genießen. Auch das Reinigen des Grills nach der Benutzung ist hier eine Selbstverständlichkeit.

Brisbane selbst ist eine lebenswerte Stadt und hat auch für Touristen einiges zu bieten. Die Hauptstadt Queenslands lockt jedoch auch wegen ihrer tollen Lage. Viele Tagesausflüge kann man von hier aus unternehmen, wie zum Beispiel nach Gold Coast mit Surfers Paradise, dem Miami Beach Australiens. Lohnenswert ist auch ein Ausflug nach North Stradbroke Island. Hier kann man meterlange Echsen, Kängurus, Pelikane und, fast hätten wir es vergessen, Wale am Strand beobachten. Naturfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Wer ein bisschen Abkühlung benötigt kann vor Moreton Island eine Schnochel- oder Tauchtour machen und hier Schildkröten, Delfine und natürlich Fische beobachten. Hier merkt man schnell, dass das Great Barrier Reef nicht mehr weit ist.

Brisbane Gold Coast

Surfers Paradise an der Gold Coast

Wer ein Wochenende Zeit hat, kann von Brisbane auch nach Byron Bay aufbrechen. Byron Bay ist eine wundervolle Ausflugs-Destination, mit vielen tollen Wanderwegen zu atemberaubenden Aussichtspunkten, von denen man fast immer Delfine im Wasser spielend beobachten kann. Doch Byron Bay ist auch die Destination für alle Studenten. Nirgends sonst sind die Partymöglichkeiten so vielzählig und vielfältig wie hier.
Ein anderer Wochenendtrip empfiehlt sich nach Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt. Obwohl der Ausflug inzwischen nur noch mit Guide möglich ist, wird dieser Ausflug definitiv kein Massentourismus. Der weiße Strand der Insel und die Seen mit ihrem kristallklaren Wasser lassen Südseefeeling aufkommen. Die Papageien und Dingos runden dieses Paradieserlebnis ab.

Auch wenn Brisbane oft auf den typischen Rundreiserouten fehlt, wer Australien richtig erleben und verstehen möchte, kommt an Brisbane nicht vorbei. Durch gute interkontinentale Fluganbindungen eignet sich Brisbane auch ideal als Startpunkt einer Work & Travel oder Backpacker-Reise. Es lohnt sich, sich einfach für ein paar Tage in Brisbane niederzulassen und von hier das Abenteuer Australien in Angriff zu nehmen!

Anreise

Genau wie Melbourne liegt Brisbane am anderen Ende der Welt. Daher muss man mindestens 24 Stunden für die Anreise einrechnen. Mit nur einem Zwischenstopp kommt man von vielen deutschen Flughäfen nach Brisbane, wobei wir hier die Reise über Singapur mit Singapore Airlines empfehlen, da die einzelnen Flugabschnitte nicht zu lang werden und Singapur als Stopover sich sehr gut eignet.

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Unterkunft

Wie auch in Melbourne gibt es in Brisbane viele Serviced Appartments, also Appartmenthäuser, deren Zimmer darauf ausgelegt sind, dass man dort auch selbst kochen und waschen kann. Unsere Unterkunft in Brisbane, das Oaks Festival Towers war ideal im Stadtzentrum gelegen mit großen Zimmern, die eher den Eindruck einer Wohnung als eines Hotelzimmers machten.

Reisezeit

Brisbane liegt in den Subtropen, daher gibt es hier eigentlich keinen kalten Winter. Umso interessanter ist es an einem "Wintermorgen" (bei ca. 10 Grad) zu sehen, wie Leute mit Mütze, Schal und Handschuhen zur Arbeit gehen. Im australischen Sommer (Januar / Februar) wird es zwar nicht so heiß wie im Süden des Landes, allerdings kann es sehr schwül werden.

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