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Zu Gast in Windy City – auf nach Chicago

Chicago Bean

Die Chicago Bean im Millenium Park

Wenn man an einen Urlaub in den USA denkt, dann denkt man an Florida, Kalifornien oder eine Trip über die Route 66. Und genau hier, in Chicago, beginnt die wohl berühmteste Fernstraße der USA. Für viele ist Chicago eine eher unbekannte Stadt, bekannt eigentlich nur für seinen großen Flughafen über den man viele Ziele in den USA erreichen kann. Doch es lohnt sich auch, einen längeren Zwischenstopp in der Stadt am Lake Michigan einzulegen, um ein wenig Großstadtfeeling zu bekommen.

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Flüge nach Chicago sind teilweise recht günstig zu bekommen, manchmal werden insbesondere Flüge nach New Orleans oder Westkanada mit Zwischenstopp in Chicago angeboten. Heute wollen wir euch zeigen, dass die Stadt mehr ist als nur ein Zwischenstopp auf einer Flugreise. Die Innenstadt von Chicago ist, wie fast alle amerikanischen Großstädte, in Quadraten angelegt. Die Bezeichnung für die Innenstadt ist hier jedoch „The Loop“, was eine Anspielung auf das Schienennetz in der Innenstadt ist. Fast alle Eisenbahnen führen in die Innenstadt, drehen eine Runde über den „Loop“ und fahren wieder zurück. Alle Eisenbahnen in Chicago sind oberirdisch, daher findet ihr in der Innenstadt viele Brücken, auf denen die Züge durch die Stadt donnern.

Chicago River

Der Chicago River trennt den „Loop“ und die Magnificent Mile

Unser Rundgang beginnt im Nordwesten der Innenstadt, am Merchandise Mart, einem großen alten Marktgebäude direkt am Chicago River. Der Merchandise Mart war bei seiner Fertigstellung das volumenmäßig größte Gebäude der Welt. Doch auf unserem Spaziergang durch Chicago werden wir noch viele weitere Superlative sehen. Wir überqueren den Chicago River über die Zugbrücke (die immer noch in Betrieb ist) und gehen die Franklin Street herunter. Nach nur wenigen Schritten fühlt ihr euch wie im Film: eine hektische Großstadt, Züge knarzen über die Eisengestelle, gelbe Schulbusse und Foodtrucks biegen in die Straße ein und die Sonne ist hinter den Wolkenkratzern verschwunden. Tatsächlich ist Chicago eine der beliebtesten Städte für Filmemacher: Batman, Superman und Transformers sind nur einige Hollywood-Filme, die in Chicago gedreht wurden. Es ist in der Tat nicht unüblich, dass ihr während eures Rundgangs an Dreharbeiten vorbeikommen werdet, so viele Filme werden hier gedreht.

Chicago Willis Tower

Der Willis Tower ist der höchste Turm Chicagos

Unser erstes Ziel auf der Franklin Street ist das bekannteste Gebäude Chicagos: Der Willis Tower! Moment, gibt es in Chicago nicht noch den Sears Tower? Ja, der Sears Tower heißt seit 2009 Willis Tower und war bis zur Fertigstellung des neuen World Trade Centers in New York das höchste Gebäude der USA. Eine Aussichtsplattform gibt es hier natürlich auch mit einem tollen Blick auf die Wolkenkratzer hinab (wo kann man das schon) und auf den Lake Michigan.

Wir biegen nun links ab in die Adams Street. Links und rechts der Straße werdet ihr den Mix aus alten Gebäuden des frühen 20. Jahrhunderts und neuen, modernen Wolkenkratzern sehen. Ein besonderer Hingucker ist das „Rookery“ Gebäude auf der rechten Straßenseite, kurz hiner der La Salle Street. Es ist ein tolles Beispiel für die Architektur im frühen 20. Jh. Wagt ruhig einen Schritt in die atemberaubende Lobby. Weiter auf der Adams Street, kurz bevor wir zum Ende des Wolkenkratzerviertels kommen, sehen wir ein ganz besonderes Schild, den Beginn der Route 66. Da wir hier in einer Einbahnstraße sind, ist das offizielle Ende eine Straße weiter südlich.

Chicago Park

Im Millenium Park

Am Ende der Adams Street verlassen wir das Stadtzentrum und stehen vor dem beeindruckenden Gebäude des Art Institutes von Chicago, ein absolutes Muss für Kunstfreunde. Hier beginnt auch der große Millenium Park, der den Lake Michigan und die Innenstadt trennt. In diesem Park finden sich neben verschiedenen Museen auch kleine Brunnen und Skulpturen, sowie eine Freilichtbühne, auf der im Sommer viele Konzerte und Theaterstücke aufgeführt werden.

Chicago Michigan Ave

Wrigley Building am Beginn der Magnificent Mile

Nach ausgiebiger Zeit im Millenium Park gehen wir zurück auf die Michigan Avenue, die genau zwischen Innenstadt und Park verläuft. Wir folgen der Straße Richtung Norden. Für Sportfans: Die berühmten Stadien Soldier Field und Wrigley Field erreicht ihr, indem ihr der Michigan Avenue gen Süden folgt. Wir erreichen nach ein paar Minuten wieder den Chicago River und überqueren die Brücke. Auf der linken Seite ragt das Wrigley Building über dem Ufer des Flusses, benannt nach dem Gründer der berühmten Kaugummi-Marke. Auf der rechten Seite seht ihr den Tribune Tower, der die lokale Zeitung Chicago Tribune und CNN beherbergt. Neben der neugotischen Bauweise ist vor allem eines interessant an diesem Gebäude: In die Steine der unteren Reihen sind Materialien anderer berühmter Bauwerke wie der Chinesischen Mauer oder dem Taj Mahal verarbeitet. Fragt und aber nicht, ob diese legal nach Chicago kamen 😉

Chicago Navy Pier

Navy Pier

Hinter dem Tribune Tower biegen wir rechts ab. Am Ende der Straße kommt ihr zum Navy Pier, dem Vergnügungspark Chicagos. Einige Fahrgeschäfte und viele Souvenirshops und Restaurants erwarten euch hier mit tollem Blick auf den riesigen Lake Michigan. Doch wir sind mit dem Shopping noch lange nicht am Ende. Vom Navy Pier gehen wir zurück auf die Michigan Avenue und biegen wieder rechts ab Richtung Norden. Ab hier heißt die Michigan Avenue auch „Magnificent Mile“, denn auf der nächsten Meile erwarten euch so viele Shops, wie kaum auf einer anderen Straße weltweit. Hier ist auch das John Hancock Center zu finden, das zweithöchste Gebäude der Stadt. Ein Tipp: Anstelle ein Ticket für das Observation Deck zu kaufen könnt ihr auch in die Bar im obersten Stockwerk. Da könnt ihr das Geld, was ihr für das Ticket gespart habt, direkt in einen Cocktail reinvestieren.

Chicago Hancock Center

John Hancock Center vom Lake Michigan

Am Ende der Magnificent Mile, auf der anderen Seite des Lake Shore Drives habt ihr nun Zeit zum Entspannen am Oak Street Beach, dem größten und beliebtesten Stadtstand am Lake Michigan. Durch die Größe des Lake Michigans fühlt man sich hier tatsächlich wie am Meer.

Für abends sei euch das Viertel westlich der Magnificent Mile empfohlen. Zwischen Ontario Street und dem Chicago River gibt es alles was das Herz begehrt. Neben New Orleans und St. Louis ist Chicago die Stadt des Jazz, Blues und Souls. Viele Bars laden hier daher zu unbeschreiblichen Blues- oder Jazz-Abenden ein. Die Spezialität Chicagos ist die Chicago-Style Deep Dish Pizza, einer Art Quiche mit Pizza Zutaten. Unser Tipp ist hier das Gino’s, das gleich mehrere Restaurants in diesem Viertel hat. Eine Deep Dish Pizza, selbst die kleinste, ist jedoch immer zum Teilen da, weil zu groß für eine Person und – Achtung! – macht süchtig!

Chicago wird oft verkannt, für uns ist sie, nach New York und Boston, jedoch mit die aufregendste Stadt der USA. Wenn ihr die Gelegenheit habt, ein paar Tage in der Stadt zu verbringen – nutzt sie!

Anreise

Wie bereits erwähnt ist Chicago O'Hare ein großes Drehkreuz Amerikas und ein Hub von Star Alliance, weswegen es auch viele Direktflüge aus Deutschland hierhin gibt. Falls ihr doch innerhalb der USA umsteigen müsst, ist es empfehlenswert, auch den Flughafen Midway zu recherchieren, da er kleiner ist und man damit schneller sowohl bei der Ankunft als auch beim Abflug ist.

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Unterkunft

Für unseren Stadtrundgang und andere Aufenthalte in Chicago können wir das Holiday Inn Mart Plaza River North empfehlen, welches auch als Ausgangspunkt unseres Stadtrundgangs dient.

Reisezeit

Chicago hat extreme Jahreszeiten. Im Winter steigen die Temperaturen nur selten über den Gefrierpunkt, dafür kann es im Sommer sehr heiß werden. Ideal für eine Stadtbesichtigung ist daher der später Frühling im Mai oder Juni oder der frühe Herbst im September/Oktober.

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Nicola

Oh, da kommen schöne Erinnerungen an Chicago, wenn ich den Beitrag lese. Ich war vor ein paar Jahren Ende November dort, es war bitterkalt, aber mir hat die Stadt extrem gut gefallen